Xiaomi Mi Band 4: Lohnt sich der Umstieg auf die neueste Generation des Fitnessbands?

Schon für um die 35 Euro zu haben

Der Markt für Fitnesstracker ist offenbar noch immer nicht gesättigt: Große Hersteller wie Garmin und Fitbit bringen in aller Regelmäßigkeit neue und leistungsfähigere Modelle in den Handel. Seit einiger Zeit ist auch der chinesische Konzern Xiaomi mit seinen Exemplaren vertreten, und das seit einigen Monaten in der mittlerweile vierten Generation des beliebten und äußerst preisgünstigen Mi Bands. Wir hatten nun in den letzten Wochen die Gelegenheit, uns das preisleistungs-technisch wohl ungeschlagene Fitnessarmband genauer anzusehen und wollen euch unsere Erfahrungen mitteilen – und euch sagen, ob man unbedingt umsteigen sollte.

Eines der Hauptverkaufsargumente für das Xiaomi Mi Band 4 ist wohl der Preis: Aktuell bekommt man das schlicht schwarze Fitnessband, das erstmals über ein AMOLED-Farbdisplay verfügt, bei Gearbest in der internationalen Version schon für knapp 30 Euro. Bei Amazon profitiert man von einem möglichen Prime-Versand binnen weniger Tage, zahlt dafür allerdings auch 39,99 Euro für die globale Variante.

Xiaomi hat sich bei der Verpackung des Mi Band 4 nicht lumpen lassen und bietet eine hochwertige Pappverpackung samt Hologramm der Generationsnummer auf der Vorderseite an. Ich war vor allem gespannt, wie sich das Farbdisplay des kleinen Fitnesstrackers machen und ob es größere Unterschiede im Design geben würde. Nach dem Auspacken und ersten Aufladen des Trackers wird klar: Zumindest das Armband ist hinsichtlich der Haptik und Verschluss-Mechanismus identisch. Die Elektronik-Einheit des Trackers selbst ist etwas größer und dicker geworden als die des Vorgängers beim Mi Band 3, und steht dementsprechend etwas weiter vom Handgelenk ab. Gründe dafür dürften wohl im neuen AMOLED-Panel sowie im dadurch bedingten größeren Akku, der nun auf 135 mAh kommt, sein. 

Akku laden weiter nur nach Entnahme aus dem Silikonband

Die Einrichtung des Mi Band 4 ist mittels der kostenlosen Mi Fit-App für iOS (App Store-Link) erstaunlich schnell und einfach erledigt. Ein großer Nachteil ist aber auch hier weiterhin die Tatsache, dass man nur ein aktives Xiaomi-Gerät in der App verwenden kann. Zwar lassen sich mehrere Gadgets des Herstellers in die App einbinden, synchronisiert werden kann aber immer nur eines. Hier würde ich mir für die Zukunft Verbesserungen wünschen. Immerhin ist es mit dem Mi Band 4 möglich, Firmware-Updates schnell einzuspielen und auch bei Nichtnutzung oder Verkauf das Band aus der App zu löschen und auf Werkseinstellungen zurückzusetzen. Diese Features waren gerade in den ersten Generationen noch ein Problem. 

Nach dem ersten Pairing und Aufladen der Display-Einheit über die mitgelieferte USB-Ladeschale ist der Tracker dann bereit für den Alltag. Schade beim Aufladen ist, dass man die Elektronik-Einheit weiter aus dem Armband herausnehmen und dann in die Ladeschale einsetzen muss. Toll wäre eine Lösung, bei der man Armband und Tracker nicht auseinandernehmen müsste – da das Fitnessband aber im Schnitt etwa 15 Tage mit einer Akkuladung aushält, muss man diesen Vorgang auch nicht allzu oft durchführen. Nach etwa 2 Stunden ist der integrierte Akku übrigens wieder voll geladen und einsatzbereit.

Empfehlenswert vor allem für Erstkäufer

Das AMOLED-Display ist dann auch eines der tollsten Neuerungen der neuen Mi Band-Generation. Es finden sich viele Informationen wie Akkustand in Prozent, Datum, Wecker, Uhrzeit und absolvierte Schritte bereits auf dem Standard-Screen, den Xiaomi mit ausliefert. Wer möchte, kann in der Mi Fit-App noch zahlreiche weitere aussuchen und auf das Fitnessband laden, von Comic- bis hin zu SciFi-Themes ist dort alles dabei. Ich bin aber aufgrund des schlichten Designs und der besten Übersichtlichkeit nach wie vor beim Standard-Theme geblieben, nachdem ich einige andere Designs ausprobiert habe. 

Während der Alltagsnutzung bekommt man die gewohnte Qualität von Xiaomi mit allen Features, die bereits die Vorgängerversion bot, darunter Wasserdichtigkeit bis 5 ATM, Alarm bei Inaktivität, Benachrichtigungen für Messenger-Nachrichten, Anrufe und E-Mails, Schlaftracking mit Analyse, Herzfrequenzmessung über den Tag sowie in Version 4 nun auch erstmals Alarme bei zu niedriger oder hoher Herzfrequenz. Soll ich „zum Glück“ sagen, dass ich diese Funktion nicht testen konnte? Während meiner Testphase gab es glücklicherweise keine solche Hinweise. Erstmals vorhanden ist eine Musiksteuerung, wie man sie schon von der Apple Watch kennt – diese habe ich als besonders praktisch empfunden, auch wenn man sich zur Nutzung erst durchs Menü wischen muss.

Empfehlenswert ist das Xiaomi Mi Band 4 daher vor allem für Interessierte, die bisher noch keinen Fitnesstracker genutzt haben, aber nicht gleich 80 bis 120 Euro für ein funktional identisches Modell von der Konkurrenz am Markt erwerben wollen. Mittlerweile ist die Firmware für das Mi Band 4 auch in deutscher Sprache erhältlich, so dass man auch in dieser Hinsicht keine Abstriche machen muss. Mit einem Preis von etwa 35 bis 40 Euro ist das Fitnessband nach wie vor ein echter Preis-Leistungs-Schlager. Wer aktuell noch die Vorgänger-Version am Handgelenk trägt und damit soweit zufrieden ist, muss nicht zwangsläufig umsteigen. Aber allein das klare und gut ausgeleuchtete AMOLED-Display, die Musiksteuerung, Herzfrequenz-Warnungen und die zuverlässige Touchscreen-Bedienung könnten entscheidende Kaufargumente sein. Lohnenswert ist das Mi Band 4, vor allem zum aktuellen Kaufpreis, auf jeden Fall.

Mi Fit
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Kommentare 16 Antworten

  1. Schliessen sich durch das Band die Aktivitäten Ringe auch? Könnte ich bei handwerklichen Tätigkeiten meine Apple Watch schonen und dieses Band tragen?

    1. Zumindest mit den Produkten von Xiaomi (Mi Band, Amazfit Bip etc.) geht es nicht. Mir ist auch kein anderer Hersteller bekannt, der die Ringe von Apples Aktivitäten auffüllt. Mein aktuell genutztes Fahrradnavi Garmin Edge Explore 1000 kann zwar Radtouren in Apples Aktivitäten-App sichern, aber eben nur als Workout, nicht als generelle Aktivität über den Tag verteilt.

    1. Schau mal bei fitbit. Die haben nur 3 kleine LEDs. Alles andere läuft über die App. Die tracker sind somit klein und fast unauffällig. Grüße 👋🏼

    2. Wenn es ganz unauffällig sein soll, lohnt ein Blick auf die Withings Move (Timeless Chic). Eine edle Armbanduhr ohne digitales Display, aber mit vielen Tracking-Funktionen über die App.

  2. Na ja, langsam wird das Teil klobig. Meine Frau ist Fan davon, aber die 4 ist ihr zu groß. Ich denke hier ist Ende. Mittlerweile laufen die Teile ja echt Problem frei 👍🏼

  3. Das Band 3 war schon gut, allerdings wegen wasserdicht etwas falsch, bei mir kam das Wasser nicht mehr aus dem Gehäuse, deswegen kaputt. Mi Band 4 besorgt und voll zufrieden, ist nochmal ein Schritt nach vorne. Zusammen mit der Notify&Fitness for MI – App eine deutlich bessere Performance als mit Mi Band 3.

  4. Oh man und noch ein Artikel über das band 4 und noch einer und noch einer. Es reicht doch langsam, jeder kennt es mittlerweile, weiß was es kann und so . Also warum das immer noch Mal Durchkauen. Das nervt.

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