TomTom: Neues Kartenmaterial, Kartenplattform und Ökosystem vorgestellt

"Neuer Standard für die Kartenerstellung"

Der Name TomTom dürfte vielen von euch ein Begriff sein: Der Hersteller von Navigationssystemen und Kartenmaterial hat wohl schon so einige von uns sicher von A nach B geleitet. Bedingt durch große Konkurrenz von Google und Apple Maps, Waze und anderen Onboard-Navigations-Lösungen geriet das Unternehmen in letzter Zeit jedoch sehr ins Hintertreffen.

Nun hat TomTom während eines Investorentreffens am gestrigen 2. November 2022 laut eigener Aussage in einer Pressemitteilung „eine der wichtigsten Ankündigungen in seiner 30-jährigen Geschichte gemacht“. Der Karten- und Navigations-Spezialist bringt eine neue Karte, eine Kartenplattform und ein Ökosystem auf den Markt, die TomTom unter dem Titel „TomTom Maps Platform“ zusammenfasst. Laut TomTom wird sie „einen neuen Standard für die Kartenerstellung setzen, der die Zukunft innovativer ortsbezogener Technologien unterstützen und die Grundlage für eine branchenweite offene Zusammenarbeit bilden soll.“


TomTom erklärt kurz und bündig, was seine neue Plattform in Bezug auf die Leistung bieten wird: „Größere geografische Abdeckung, Unterstützung für mehr Datentypen und verbesserte [reduzierte] Aktualisierungszyklen“. Das Unternehmen will seine eigenen Daten mit Daten aus neuen „Superquellen“, Partnern und Open-Source-Projekten wie OpenStreetMap zusammenführen, um eine neue Karte mit größerer „Abdeckung, Detailtreue und Aktualität“ zu liefern.

Mit der neuen Plattform will TomTom auf neue Herausforderungen auf dem Markt reagieren, die sich durch Veränderungen und Integrationen von Karteninformationen ergeben. Im Wesentlichen besteht TomTom Maps Platform aus mehreren Dingen: Einer Plattform für die Erstellung von Karten und Standortdaten, einem Ökosystem zur Unterstützung von Partnern und zur gemeinsamen Nutzung von Daten, sowie einer neuen Karte und der dazugehörigen Datenbank. Michael Harrell, VP Software Engineering TomTom Maps, erklärt dazu:



„Die Anforderungen an eine Karte werden immer größer. Die meisten Unternehmen brauchen eine Karte, die auf ihre spezifischen Anwendungsfälle zugeschnitten ist, aber ihre Optionen sind suboptimal. […] TomTom versucht, eine offene Datenlösung zu schaffen und will dazu mit einigen der größten Unternehmen der Branche zusammenarbeiten.“

Erste Ergebnisse für Sommer 2023 geplant

Im Zuge dessen will man aus verschiedenen, von TomTom als „Super Sources“ bezeichneten Quellen Daten generieren. „Zu diesen Superquellen gehören Open-Source-Daten (z.B. OpenStreetMap), Sondendaten, von Sensoren abgeleitete Beobachtungen (SDO) und Daten von einem Pool wichtiger Partner, zu denen einige der größten Namen der Technologiebranche gehören“, erklärt TomTom dazu. Auch die Erstellung und Aktualisierung des Kartenmaterials sollen durch neue Technologien wie KI und Machine Learning deutlich schneller und einfacher möglich sein.

„Vieles davon wird auch auf automatisierte Weise geschehen. Traditionell war die Kartenerstellung ein arbeitsintensiver Prozess, der ein erhebliches Maß an menschlichem Eingreifen erforderte. Das kann zwar eine genaue Art der Kartenerstellung sein, ist aber nicht sehr schnell. Mit seiner neuen Karte nutzt TomTom KI und Techniken des maschinellen Lernens, um den Prozess zu beschleunigen und eine viel größere Anzahl von Änderungen in viel kürzerer Zeit vorzunehmen. Mit der Masse an Daten, die verwendet werden, wird die Qualität der neuen Karte einen Schritt über dem liegen, was derzeit auf dem Markt verfügbar ist.“

Bis es erste sichtbare Ergebnisse gibt, wird es wohl noch einige Monate dauern. TomTom erklärt, dass man bereits mit Partnern an der Realisierung der Plattform arbeite, aber es wohl noch bis weit ins nächste Jahr dauern werde, bis man eine voll funktionsfähige Version präsentieren könne. Ein erstes Release ist für den Sommer des nächsten Jahres geplant.

Fotos: TomTom.

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Kommentare 2 Antworten

  1. TomTom? Ist das nicht das Unternehmen, dass mir LifeTime–Updates für mein Motorrad-Navi Rider 2013 versprochen hat und dieses Versprechen einseitig wieder aufgekündigt hat? Ganz davon abgesehen, dass es mit dem TomTom wegen des korrigierten GPS-Signals 2019 über Monate hinweg Ärger gab.
    Auch mein aktuelleres TomTom Navi, ein Rider 550, ist nicht das Gelbe vom Ei. Für mich steht fest, ein TomTom Navi werde ich mir nicht mehr kaufen.

  2. Bullshit. Genau das gleiche haben sie 2014-2017 mit den NDS-Karten erzählt, jahrelang an einer Implementierung gescheitert und als es endlich fertig war, war es genau so nützlich wie der alte MapShare-Dienst

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