Truth Social: Donald Trumps Twitter-Klon mit Problemen in den USA gestartet

Probleme beim Registrierungsvorgang

Der frühere US-Präsident Donald Trump hatte schon vor einiger Zeit angekündigt, ein eigenes soziales Netzwerk starten zu wollen. Er hatte nach dem Sturm auf das Kapitol in Washington Anfang 2021 Sympathie mit den Angreifern bekundet und war im Zuge dessen von Facebook, Twitter und YouTube gesperrt worden. Trump hatte danach immer wieder versucht, gegen diese Sperren juristisch vorzugehen, aber mit seinen Versuchen keinen Erfolg gehabt.

Als Reaktion auf seine Social Media-Sperren wollte Donald Trump mit einem eigenen Netzwerk kontern. Die unter dem Titel Truth Social entwickelte Plattform hat es nun in den USA unter iOS in den App Store geschafft. Mit seinem Unternehmen Trump Media & Technology Group Corp. (TMTG), das hinter der App steht, wolle man eine „offene Medienplattform zur Verfügung“ stellen, „ohne Angst vor Rufschädigung zu haben“. Die Anwendung will vor allem eine Diskussionsplattform für „Libertäre, Konservative und Liberale“ sein, so TMTG.


Im US-App Store wurde Truth Social bereits angekündigt und das Release für den 21. Februar 2022 angegeben. Auch Trumps Sohn Donald Trump Jr. hatte am 15. Februar dieses Jahres über eine baldige Veröffentlichung berichtet. Nachdem die App am 20. Februar in Version 1.0 öffentlich erschienen war, folgte kurz darauf ein erstes Bugfix-Update auf v1.0.1.

Denn der Start von Truth Social in den USA lief alles andere als glatt, wie unter anderem das Magazin cnet berichtete. „Einige Personen, die die Social-Media-App heruntergeladen haben, erhielten Fehlermeldungen, als sie versuchten, ein Konto zu erstellen. Andere wurden auf eine Warteliste gesetzt.“ Die Fehlermeldungen traten auf, als Personen bei der Anmeldung ihr Geburtsdatum, eine E-Mail-Adresse oder Telefonnummer eingaben: „Etwas ist schief gelaufen. Bitte versuchen Sie es noch einmal“ war der Wortlaut.

Kritik an Verstößen gegen Open Source-Lizenz

Der frühere republikanische Abgeordnete Devin Nunes, der TMTG leitet und für die App verantwortlich ist, erklärte gegenüber der Fox News-Nachrichtensendung Sunday Morning Futures, dass es bis zu einer vollständig zur Verfügung stehenden Plattform noch einige Wochen dauern würde. „Bis Ende März“ wolle man „zumindest in den Vereinigten Staaten voll einsatzfähig“ sein, berichtet dazu die britische Tageszeitung The Guardian.

Um die Zukunft von Truth Social ist es abgesehen von den oben erwähnten Startproblemen auch in anderer Hinsicht nicht gerade rosig bestellt. Im Oktober des vergangenen Jahres wurde Kritik laut, nach der das Entwicklerteam des Trump’schen Twitter-Klons gegen die Open Source-Lizenz AGPLv3 verstoßen habe. „Der modifizierte Mastodon-Code sei nicht veröffentlicht worden – dies ist unter dieser Lizenz allerdings notwendig. Jedoch habe Truth Social – das Ende 2021 von Investoren Summen in Milliardenhöhe erhielt – sich deutlich am Code von Mastodon bedient“, erklärt Heise Online. Man darf gespannt sein, ob und wie es mit Trumps sozialem Netzwerk weitergeht.

Foto: Trump Media & Technology Group.

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Kommentare 4 Antworten

  1. Mit einen geklautem Code eine Seite aufzubauen, die sich „Truth“ nennt, ist doch genial. Also besser geht es doch nun wirklich nicht. Und mit der App wird es dann laufen wie mit dem Dschungelcamp: Keiner guckt es aber alle haben eingeschaltet. Am Ende werden sicher viele die App laden, um sich die unsinnigen Postings anzusehen. Aber Trump wird euch erzählen, dass die App mit X-Mio Downloads der totale Erfolg ist. Was ein Spaß … und irgendwie dann wieder doch nicht.

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