App Store-Richtlinien: Entwickler gründen „Coalition for App Fairness“

Spotify, Epic Games, Deezer und weitere beteiligt

In den letzten Monaten wurde immer häufiger Kritik an Apples App Store-Richtlinien und dem Umgang mit Entwicklern laut. Alles gipfelte in einem Gerichtsstreit zwischen Apple und Epic Games, die sich gegen das Verbot von Fortnite im App Store wehrten. Nun haben sich zahlreiche große Entwickler zu einer Allianz zusammengeschlossen, der „Coalition for App Fairness“ („Bündnis für App-Fairness“).

Die Non-Profit-Organisation wurde von Epic Games, Spotify und Tile ins Leben gerufen und will die Kräfte bündeln, um Apple bezüglich der App Store-Regularien entgegenzutreten. Die drei Gründungs-Unternehmen der Coalition for App Fairness sind jeweils selbst in Differenzen mit Apple verwickelt. Das Bündnis wirft Apple auf der eigenen Website konkret vor, „Konsumenten zu besteuern“ und „Innovation zu zermalmen“:


„Jeden Tag besteuert Apple die Verbraucher und zermalmt Innovationen. Die Coalition for App Fairness ist eine unabhängige gemeinnützige Organisation, die von branchenführenden Unternehmen gegründet wurde, um für Wahlfreiheit und fairen Wettbewerb im gesamten App-Ökosystem einzutreten.“

Zu den bisher beteiligten Entwicklern gehören:

  • Basecamp
  • Blix
  • Blockchain
  • Deezer
  • Epic Games
  • European Publishers Council
  • Match
  • News Media Europe
  • Prepear
  • ProtonMail
  • SkyDemon
  • Spotify
  • Tile

Das Bündnis fordert zudem aktiv andere Entwickler auf, sich der Allianz anzuschließen. Dazu steht auf der Website ein Formular bereit, das Interessierte ausfüllen und einreichen können. „Dies ist ein offener Aufruf an alle Entwickler, ob groß oder klein, sich uns anzuschließen – und gemeinsam werden wir uns gegen die monopolistische Kontrolle des App-Ökosystems durch Apple wehren“, heißt es dort.

Ein sehr martialischer Aufruf, der zumindest bei mir aufgrund seiner Widersprüchlichkeit sauer aufstößt. Wenn man sich für einen fairen Wettbewerb „im gesamten App-Ökosystem“ einsetzt, sollte man aus eigenen Interessen nicht nur Apple ins Visier nehmen, weil es einfach erscheint, auf den fahrenden Zug aufzuspringen, sondern auch auf Missstände in anderen App Stores aufmerksam machen. Mir scheint, hier schließen sich große Entwickler zusammen, die sich auf Apple eingeschossen haben und den Konzern gebündelt in die Enge treiben wollen.

Was haltet ihr von der „Coalition for App Fairness“? Könnt ihr die Gründung eines solchen Bündnisses nachvollziehen? Wir sind gespannt auf eure Meinungen zu diesem Thema.

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Kommentare 9 Antworten

  1. Das ist in der Tat völliger Unsinn und zieht davon, dass die sogenannten App-Hersteller den Hals nicht voll bekommen können. Man sollte mal bedenken, dass es ohne diesem Ökosysteme nicht so viele App-Hersteller-Millionäre gäbe. Die Bedingungen waren vom Anfang an so und theoretisch hätte Apple jederzeit das Recht die Gebühren zu erhöhen. Die Begründung ist denkbar einfach – Zum Start des AppStores gab es x Geräte und damit Zielgruppe, bis heute wurde das extrem gesteigert, ohne zusätzliche Kosten für die Hersteller. Wenn ihr heute Werbung schaltet, egal ob online oder offline , bezahlt man für die Reichweite , sprich umso mehr erreichte Menschen, desto höher die Kosten.

  2. Wenn sich „kleine“ Individuen zusammentun hat dies in erster Linie damit zu tun sich einem größeren Individuum entgegenzusetzen. Klein kann nicht direkt definiert werden und richtet sich nach dem „Größeren“. Dies führt zu Dialog und Austausch, was wiederum erstmal was Gutes ist. 🤘 der kleinere darf allerdings nicht so groß werden, dass der große erpresst wird und womöglich kaputt geht. Denn dann leiden nur die Kunden in der Schnittstelle.

  3. Super, in Apples Store Geld verdienen, dann aber nicht oder weniger zahlen wollen. Ich kaufe nicht extern sondern als in App Kauf. Netflix läuft seit Jahren über das Store Abo und daran will ich auch nichts ändern. Überschaubar, keine Probleme, kann es kündigen wenn ich es will ohne Stress mit Kündigungen zu haben.
    Man kann ja über Abo Modelle sagen was man will, aber brauche ich jede kostenlose App? Ich hab lieber eine Handvoll die richtig gut funktionieren und zahle dafür einmalig oder auch ein Abo wenn es nötig ist. Scan Pro habe ich beispielsweise abonniert, weil es praktisch ist und ich es sehr oft nutze.
    Nicht das das jemand falsch versteht, ich habe nicht 30 Abos, es sind genau 4 mit Netflix. Die ein oder andere App habe ich gekauft oder die Werbung „weggekauft“ weil sie sehr nervig sein kann. Die Apps die die werbefreie Option nicht anbieten, sind meistens mit Werbung derart überladen das ich dann lieber darauf verzichte.
    Lange Rede, kurzer Sinn: Lieber für gute Arbeit etwas bezahlen als Dauerwerbung.

  4. Hmmm, bis auf Spotify nutze ich keinen von diesen Entwicklern. Und Spotify zahle ich jährlich mit einem reduzierten Gutschein. Mir persönlich – ich weiß, ich bin kein Maßstab – würde nichts fehlen, wenn plötzlich alle diese Entwickler aus dem Store verschwinden würden. Wenigstens temporär, so als Schuss vor den Bug. Der Einfachheit halber Facebook gleich mit.

  5. Vielleicht ist Apple momentan nur das Anfangsziel. Wenn Epic Games und Co. das durch kriegen wird es ein leichtes sein sich gegen die anderen Appstores durch zu setzen.

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