Apple vs Epic: Apple muss Fortnite möglicherweise nicht im App Store zulassen

Erster Kommentar von Richterin Yvonne Gonzalez Rogers

Auch wenn es mittlerweile wie ein Streit aus dem Kindergarten anmutet, schlägt die Auseinandersetzung zwischen Apple und Epic Games, den Entwicklern des Online-Multiplayer-Games Fortnite, weiter hohe Wellen. Mittlerweile hat Epic Games Klage gegen Apple eingereicht und will so die Entfernung Fortnites aus dem App Store sowie die drohende Löschung des eigenen Entwickleraccounts rückgängig machen.

Nun hat sich die zuständige Richterin am kalifornischen Gericht, Yvonne Gonzalez Rogers, erstmals zu Wort gemeldet. Am heutigen Tag soll es eine Anhörung vor Gericht geben. Rogers, die den Fall anhört, erklärte heute, dass sie „geneigt“ sei, Apple nicht dazu zu verpflichten, Fortnite im App Store zuzulassen. Gleichzeitig könne aber auch die Entscheidung, den Entwickleraccount von Epic Games zu schließen, rückgängig gemacht werden (via 9to5Mac).


Beide Unternehmen müssen sich aktuell darüber einig werden, wie viel Zeit an Vorbereitung für ihre Verteidigung vor Gericht sie benötigen. Epic Games bat um 4 bis 6 Monate, Apple sagte aus, man benötige 6 bis 8 Monate. Yvonne Gonzalez Rogers ließ verlauten, dass sie der Unreal Engine von Epic große Bedeutung beimesse.

„Ich kann Ihnen jetzt schon sagen, dass ich geneigt bin, keine Erleichterung in Bezug auf die Spiele zu gewähren, aber ich bin geneigt, Erleichterung in Bezug auf die Unreal Engine zu gewähren.“

Es wäre also denkbar, dass Apple Fortnite nicht erneut im App Store erlauben, dafür aber Epic Games weiterhin Zugriff auf die eigene Entwicklerplattform gewähren müsse. Gegenwärtig stellt Epic keine anderen Spiele im App Store zur Verfügung, aber ist für die Unreal Engine verantwortlich, die viele andere Spiele-Entwickler für ihre Games verwenden. Richterin Rogers spricht weiterhin sogar von „Vergeltung“ von Seiten Apples.

„Was Apple getan hat, ist über einen Kontakt mit Epic Games hinausgegangen, setzt auf harte Hebelwirkung und hat Epic Games mit dieser zusätzlichen Strafe niedergeschlagen. Denken Sie daran, ich habe diesen Fall gerade erst erhalten, aber für mich sieht es nach Vergeltung aus.“

Auch die Anwälte der beiden Partien schießen sich schon einmal auf das bevorstehende Gerichtsverfahren ein. Apples Anwalt Richard Doren argumentiert, dass Epic die eigenen Kunden in einen Geschäftsstreit verwickle, und dass Apple nicht einmal verpflichtet gewesen sei, Epic 14 Tage Zeit einzuräumen, um die Situation zu klären. Epics Anwältin Katherine B. Forrest hingegen behauptet, dies sei „ein Akt der Aufrechterhaltung eines Monopols, nicht die Ausübung eines vertraglichen Rechts.“

Richterin Rogers äußerte sich zudem skeptisch zu Epics Vorgehen. Epic behauptet, man wäre sich nicht bewusst gewesen, dass man die App Store-Regularien verletzt habe – startete aber kurz darauf eine öffentliche Anti-Apple-Kampagne. Aktuell gibt es noch keine festen Termine für das Gerichtsverfahren, aber 9to5Mac geht aufgrund der großen Differenzen der beiden Unternehmen nicht vor einem Start vor 2021 aus.

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