Corona Tracing-App: Entwicklung zur Hälfte fertiggestellt

Kooperation von SAP und Telekom

Die Corona Tracing-App hat in den letzten Wochen schon für viel Aufsehen gesorgt. Zuletzt machte Apple von sich reden, als man vor wenigen Tagen mit dem Release von iOS 13.5 die zusammen mit Google erarbeitete Corona Tracing-Schnittstelle im System verankert hat. Auch zur deutschen Tracing-App, die auf diese Schnittstelle zugreifen wird, gibt es nun Neues zu vermelden.

Wie ein Sprecher von SAP der Nachrichtenagentur Reuters mitteilte, sei die Entwicklungsarbeit, die zusammen mit einem Team der Deutschen Telekom erfolgt, zur Hälfte abgeschlossen. “Wir liegen gut im Zeitplan”, so der Sprecher des Softwareanbieters. SAP und die Telekom arbeiten seit Ende April gemeinsam an der App. Letztere sollte, wie etwa im Nachbarland Österreich, bereits im April verfügbar sein. 


App-Infos bei GitHub veröffentlicht

Für eine maximale Transparenz bei der Entwicklung werden von den beiden Unternehmen regelmäßig Informationen zur App-Architektur bei der Open Source-Plattform GitHub veröffentlicht. “Wir sind sehr zufrieden mit den fruchtbaren Diskussionen auf der Plattform und nehmen sie sehr ernst”, so T-Systems-Chef Adel Al-Saleh in einem LinkedIn-Beitrag. “Bei der Entwicklung der Corona-App ist die Telekom für die Prozesse rund um Netzwerk- und Mobilfunktechnologie sowie den Betrieb verantwortlich, SAP stellt über eine Plattform die erforderliche Software-Technologie zur Verfügung”, berichtet Reuters.

In anderen Ländern ist man schon weiter: Laut einer Zählung der Anwaltskanzlei Linklaters gibt es eine Corona Tracing-App bereits in 40 Ländern weltweit, darunter in Südkorea, Australien und Zypern. Die deutsche Corona-App zur Eindämmung der Pandemie mit Möglichkeiten der Kontaktverfolgung soll bis zum Start der ersten Sommerferien in Deutschland bis Mitte Juni auf den Markt gebracht werden.

Kommentare 11 Antworten

  1. Willkommen im Entwicklungsland Deutschland! 🙈

    Hätte man das Projekt einer kleinen Firma gegeben, die sich mit sowas auskennt, wäre die App in einer Woche fertig gewesen! Aber SAP und Telekom…? Wenn da nicht wieder jemand hat seine Beziehungen spielen lassen!
    Und kann mir bitte jemand erklären, warum sich ein ganzes Team um Netzwerk und Mobilfunk kümmern muss wenn ich eine App auf ein fertiges Betriebssystem aufsetze?!?

    1. Weil die Schnittstelle nur Bluetooth-Daten liefert. Es muss weiterhin auch eine Kommunikation zu einem /mehreren Server/n sichergestellt werden sodass Kontakte informiert werden können. Dazu sollte die Kommunikation natürlich sicher über ein Netz (ggf. mobil) laufen. Außerdem muss sichergestellt werden, dass eine vom Nutzer gemeldete Infektionen auch tatsächlich eine Infektion ist, es muss also ein Testergebnis vorliegen und dieses muss auch validiert werden. In Zusammenarbeit mit dem BSI wird dafür gesorgt, dass jegliche Kommunikation möglichst sicher ist. Es ist also nicht nur „ich nutze mal die Schnittstelle“. Bitte erst informieren bevor man flamed.

    2. Zudem ist es eine App, die nicht auf 4 Smartphones installiert wird und dann nach und nach Fehler ausgebügelt werden, sondern sie sollte von Anfang an fehlerfrei laufen. Zudem soll alles transparent sein. Solch eine Entwicklung dauert eben.

    3. Absolut richtig. Ich entwickle selber iOS Apps und hatte schon mit diesen “Firmen” zu tun. Erinnere mich gerne an das Projekt bei T-Systems, in dem es 5 Projektmanager und einen Entwickler gab (und der war Freelancer). Egal was man von denen will, man zahlt horrende Preise für schlechte Qualität und miserable Geschwindigkeit. Ist wie das Sozialamt für schlechte Projektmanager.

      Wundert mich also nicht, dass das so lange dauert.

      “Hätte man das Projekt einer kleinen Firma gegeben, die sich mit sowas auskennt, wäre die App in einer Woche fertig gewesen!” – bringt es auf den Punkt. Naja, zwei Wochen.

      1. @dide: Ja, das bringt es tatsächlich auf den Punkt. Die kleine Frickel- und Bastelbude stellt innerhalb von 2 Wochen etwas fertig. Aber gerade die Frickel- und Bastelbuden haben keinen Sinn und keine Ressourcen für solche Dinge wie sichere Programmierung oder privacy by design. Das aber, neben der eigentlichen Funktion, sind die wichtigsten Aspekte bei einer Corona-App.

        1. OK, da ist sicherlich etwas dran. Ich habe einfach schon zu viele dieser overengineerten Lösungen von Großunternehmen gesehen und bin da etwas voreingenommen. Dann lassen wir uns mal überraschen wie “gut” die Lösung dann auch wirklich wird.

          1. @dude: Ja, schauen wir mal. Ich bin auch gespannt. Nicht dass alles Gold wäre, nur weil der Laden groß ist, aber die Chance ist einfach größer, dass die einen strukturierten Software-Entwicklungsprozess haben inkl. Staging und Freigaben.

      2. Mit solchen Aussagen (Rufschädigung) wäre ich etwas vorsichtig. Als Entwickler hatte ich viele Projekte bei T-Systems und in keinem fünf Projektmanager. Zur Qualität und Geschwindigkeit könnte man bei einigen Firmen etwas sagen. Wegen 1-2 Projekten zu sagen die Qualität ist immer schlecht halte ich bei einem Unternehmen mit 20.000 Mitarbeitern für etwas überzogen oder hatten Sie Projekte mit allen Mitarbeitern?

        1. Sorry, der Platz hat hat nur für ein Beispiel gereicht. Ich war nicht in jedem Projekt beteiligt. Demnach kann ich also nichts über die Firma sagen da ich nicht alle kenne?

          Das es sich hier nur um meine Meinung handelt dürfte wohl klar sein.

          1. Sorry aber Sie sagen nicht, das Projekt war schlecht, die Qualität war schlecht sondern
            „Egal was man von denen will, man zahlt horrende Preise für schlechte Qualität und miserable Geschwindigkeit.“. Sie verallgemeinern also, dass dies immer so wäre.

  2. In anderen Ländern ist man allerdings auch darin weiter, die App mit unnötigen Überwachungsfunktionen auszustatten: Ortungsdaten, personalisiert, zentrale Datenhaltung. Also genau das, was Deutschlands Politik zunächst auch einführen wollte, bevor man dank der Proteste ausnahmsweise mal doch auf den Datenschutz geachtet und sich auf das Notwendige beschränkt hat.
    Von daher, lieber warte ich 4 Wochen länger und habe dafür nicht noch ein Spionagewerkzeug, um das ich mich kümmern muss.

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