Monopol-Untersuchungsausschuss: Tim Cook mit erstem Statement

Komplette Aussage als PDF verfügbar

Im Rahmen der Anhörung vor dem Untersuchungsausschuss des US-Repräsentantenhauses bezüglich der Monopolstellung großer Konzerne haben einige namhafte Manager und CEOs bereits erste Aussagen getätigt. Apple steht vor allem wegen der App Store-Praktiken in Kritik, die dem Konzern zu viel Macht über unabhängige Entwickler verleihen können. Neben Apple-CEO Tim Cook werden auch Facebooks CEO Mark Zuckerberg, Amazon-Chef Jeff Bezos und Googles bzw. Alphabets CEO Sundar Pichai angehört werden.

In einem ersten Auftakt-Statement hat sich Tim Cook neben Apples Marketing-Chef Phil Schiller nun erstmals zu Wort gemeldet. Die komplette Aussage kann auch als vierseitiges PDF heruntergeladen und in ganzer Länge in englischer Sprache eingesehen werden.


Tim Cook betonte in seinem Statement unter anderem, dass Apple „auf keinem Markt, auf dem wir tätig sind, einen dominierenden Marktanteil“ aufweist, und dass der Smartphone-Markt insbesondere mit Konkurrenz von Unternehmen wie Samsung, LG, Huawei und Google „hart umkämpft“ sei. Dies gelte aber nicht nur für Smartphones wie dem iPhone, sondern auch für andere Produktkategorien.

In Bezug auf den App Store weist Cook wettbewerbswidriges Verhalten von sich. Cook sagt, man habe mit dem App Store „das Tor weiter“ für Entwickler geöffnet, da die erhobenen Gebühren Zugriff auf Apple-APIs und weitere Vorteile böten.

„Ich bin heute hier, weil die Prüfung verständlich und angemessen ist. Wir gehen diesen Prozess mit Respekt und Demut an. Aber wir machen keine Zugeständnisse an die Fakten. Nachdem mit 500 Apps begonnen wurde, bietet der App Store heute mehr als 1,7 Millionen an – nur 60 davon sind Apple-Software. Wenn Apple ein Gatekeeper ist, haben wir das Tor natürlich weiter geöffnet. Wir möchten jede App, die wir nur können, in den Store bringen und nicht davon fernhalten.“

Der Apple-CEO betont außerdem, dass Entwickler vor der Einführung des App Stores im Jahr 2008 ihre Software unter weitaus schlechteren Konditionen zu veröffentlichen hatten.

„Die Provisionen sind vergleichbar mit oder niedriger als die Provisionen, die von der Mehrheit unserer Konkurrenten erhoben werden. Und sie liegen weit unter den 50 bis 70 Prozent, die Software-Entwickler für die Verbreitung ihrer Arbeit bezahlt haben, bevor wir den App Store eingeführt haben. In den mehr als einem Jahrzehnt seit der Einführung des App Stores haben wir die Provision nie erhöht oder eine einzige Gebühr hinzugefügt. Vielmehr haben wir sie für Abonnements reduziert und zusätzliche Kategorien von Apps ausgenommen. Der App Store entwickelt sich mit der Zeit, und jede Änderung, die wir vorgenommen haben, ging in die Richtung, unseren Benutzern ein besseres Erlebnis und unseren Entwicklern eine überzeugende Geschäftsmöglichkeit zu bieten.“

Die Anhörungen vor dem Untersuchungsausschuss werden heute ab 12 Uhr zur US-amerikanischen Eastern Time (18 Uhr MEZ) erfolgen. Dann werden neben Tim Cook auch Mark Zuckerberg, Jeff Bezos und Sundar Pichai aussagen. Über die weitere Entwicklung halten wir euch auf dem Laufenden. (Foto: Apple)

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