Die Wiener Linien setzen mit Tap+Ride einen lang erwarteten Schritt in die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs. Ab sofort können Fahrgäste mit Mastercard- und Visa-Kredit- oder Debitkarten direkt an Ticketautomaten Einzelfahrscheine erwerben, und das ganz ohne Umweg über Apps oder Tarifkenntnisse. Das System basiert auf dem EMV-Contactless-Standard, der bereits auf den meisten modernen Karten und Smartphones verfügbar ist. Besonders für Touristen und Gelegenheitsfahrgäste könnte dies den Einstieg in den Wiener ÖPNV deutlich vereinfachen.
Der Start von Tap+Ride erfolgt als einjähriges Pilotprojekt und ist zunächst auf die Kernzone Wien beschränkt. Unterstützt werden vorerst nur Mastercard und Visa, während andere Systeme wie American Express, JCB oder UnionPay – besonders relevant für asiatische Touristen – vorerst nicht integriert sind. Auch technisch gibt es Grenzen: Obwohl das System Google Transit Insights unterstützt, ist die Funktion für Fare Capping, eine automatische Kostenbegrenzung, im Pilotbetrieb deaktiviert.
Der EMV-Contactless-Standard von Tap+Ride ist durch ein Wellensymbol auf Karten erkennbar. Smartphones und Smartwatches emulieren über NFC eine physische Karte, wobei auch Apples Express Mode unterstützt wird. Dieser ermöglicht das Bezahlen selbst bei fast leerem Akku ohne vorherige Authentifizierung. Wie bereits erwähnt ist auch Googles Transit Insights technisch integriert, was zukünftig eine nahtlose Tarifabrechnung ermöglichen könnte. Aktuell bleibt diese Funktion jedoch noch ungenutzt.
Die per Tap+Ride erworbenen Tickets gelten ausschließlich in der Kernzone Wien und sind nicht für den Flughafen Wien gültig, der außerhalb des Wiener-Linien-Netzes liegt. Bei Kontrollen müssen Fahrgäste die verwendete Karte vorzeigen, da die Tickets digital in den Hintergrundsystemen gespeichert werden. Für berufliche Fahrten kann auf Wunsch eine Rechnung ausgestellt werden, wofür jedoch ein Kundenkonto erforderlich ist.
Neun Stationen als Startpunkt

In der ersten Phase sind neun stark frequentierte Stationen mit Tap+Ride-Terminals ausgestattet: Erdberg, Westbahnhof, Zieglergasse, Neubaugasse, Südtiroler Platz – Hauptbahnhof, Stephansplatz, Schwedenplatz, Spittelau und Bahnhof Meidling. Diese Auswahl zielt darauf ab, sowohl Einheimische als auch Touristen zu erreichen.
Während Wien mit Tap+Ride nun den Einstieg in moderne Zahlungssysteme wagt, haben andere Städte diese Technologie bereits seit Jahrzehnten im Einsatz. Busan in Südkorea führte kontaktloses Bezahlen bereits 1997 ein, gefolgt von Hong Kong und Japan. In Europa war Berlin mit dem Tick.et-Projekt 1999 ein Vorreiter, scheiterte jedoch an finanziellen Problemen. In London ist bereits seit Jahren das Oyster-System mit Oyster Card und ihren Ablegern im Einsatz.
Tap+Ride könnte daher langfristig eine einfache und intuitive Lösung für den Wiener ÖPNV werden, insbesondere für Gelegenheitsfahrgäste und Touristen. Die Technologie hat sich weltweit bewährt, und die Wiener Linien scheinen bereit, von den Erfahrungen anderer Städte zu lernen. Alle Infos zu Tap+Ride in Wien gibt es auf der offiziellen Website der Wiener Linien.

Finde ich gut. 👍🏻
Schaut euch aber bitte mal an, wie das in Singapur funktioniert. Karten, die man am Automaten und daheim mit einem sehr preiswerten Karten Lese/Schreibgerät aufladen kann. Außer für den gesamten öffentlichen Verkehr werden die Karten auch in verschiedenen Imbissen, Fast Food Restaurants und anderen Geschäften akzeptiert. Und der Zugang zu den Bahnstationen wird damit geregelt. Dazu muss man die Karte nicht mal herausholen, der Kartenleser an den Zugangssperren hat eine große Reichweite. Und das ganze gibt es dort schon sehr lange Zeit.
Ich lese den Beitrag gerade in Kopenhagen. Da gibt es halt eine App-basierte Lösung bei der man sich immer vor dem Betreten des Verkehrsmittels anmelden muss (per Schiebeschalter in der App); das Abmelden funktioniert dann automatisch. Geht alles aber es kein Vergleich zu Amsterdam! Das Telefon im Bus oder Bahn an die Kontaktfläche halten beim Einsteigen und Aussteigen; tap to pay! Das funktionierte im letzten Jahr ohne Probleme…
Tap to pay ist einfach soooo komfortabel. Wird in Deutschland nicht funktionieren, da wir keine Drehkreuze haben ..
Und jeder der Regelmäßig so ein Drehkreuz nutzt weis wie scheisse die sind.
Immer Engstelle wo sich Menschen anstellen müssen, dann klemmen sie so auch mal gern oder der Sensor erkennt die hingehaltene Karte nicht egal ob es optische Sensoren waren sind die einen Codelesen wollen oder ein NFC.
Gehe seit Jahrzehnten täglich während er Arbeit durch Drehkreuze, sei beim betreten des Geländes selbst oder auch wenn ich in meinen Bereich muss. Mehrmals im Jahr darf man dann an der Klingel drücken, da es nicht funktioniert und der Werkschutz muss entweder bei sich was machen damit man das Drehkreuz passieren kann oder man muss sogar warten bis er gekommen ist und von Hand vor Ort dann Öffnet.
Solche Systeme sind nicht vergleichbar mit sowas wie Nuki etc. denn so ein Drehkreuz wird deutlich mehr am Tag benutzt wie eure Bürotür in 10 Jahren.
Gibt’s österreichweit schon. Es wird immer der günstigste Tarif gerechnet. Funktioniert auch innerhalb Wiens
München hat auch MVV Swipe
Gibt es in Budapest auch seit Mai für die Metro. Funktioniert einwandfrei
Singapur, Kopenhagen, Budapest
… und in London und Rom mindestens auch noch.
Hier feiern gerade einige ÖPNV das bargeldlose Zahlen, Bargeld geht also nicht mehr.
Und wenn jede Fahrt den gleichen Preis kostet? Wie vor dem „Internet“?! Dann schmeisst einfach jeder n 50 Cent Stück oder n Taler rein und geht durch. Ganz anonym, und nicht „sperrbar“…
Jep 😉 und das schon vor 60 Jahren.
So ist es! Gelegentlich nutze ich in Kiel den ÖPNV. Karten kaufe ich über die NahSH-App. Vor ein paar Tagen war ich froh doch noch ein paar Euro in der Geldbörse zu haben weil die Buchung über die App nicht funktionierte. Hinterwäldlerisch …
Wow nicht sperrbar… wer hat es schon geschafft beim ÖPNV gesperrt zu werden…
Finde es schon immer sehr interessant wenn solche Argumente kommen. Egal ob nun beim ÖPNV, Supermarkt oder generell beim bezahlen oder andere Dinge wo man von den Anlogen Zeug weg will und hin zum Digitalen.
Ausgesperrt wird man nur werden, wenn überhaupt, wenn man nicht nur Systemkritisch äußert sondern auch was macht und das werden die wenigsten tun (erst recht nicht wenn sie so gehörig sind und ein Smartphone bzw. ein iPhone haben).
In Paris Wochenkarte gekauft und danach nur iPhone oder Apple Watch an den Sensor halten. Wir sind hier nur noch Hinterweltler.
Kaufe ich hier eine Abo, zum Beispiel die Deutschland Ticket. Steig ich einfach ein ohne wo was hin zu halten. Sehe da nicht wirklich was da rückständig ist, eher ist es Rückständig trotz eines Abos es jedes mal aktiv noch wo hin zu halten damit ich dann den ÖPNV nutzen kann.
Ich hatte in meiner Schulzeit eine Monatskarte. Die musste man nur bei Kontrollen vorzeigen. Ansonsten wollte das Teil nie jemand sehen. Heute ist die Erfassung von Informationen wichtiger als einen unkomplizierten Transport anzubieten.
Genau und diverse Leute feiern es auch noch.
Bei einigen Kommentare hier, merkt man deutlich dass sie zwar über das deutsche System meckern es aber wohl auch wenig nutzen. Anders kann ich mir diese Lobes Hymnen nicht erklären.
Wäre es wirklich Pendler die den ÖPNV täglich nutzen, würde. Sie den Vorteil unseres Systems nämlich sofort erkennen. Monatskarte ist entweder in Papierform da oder am Smartphone und man steigt gemütlich ein und aus, betritt die Bahnsteige etc. ohne dass man wo hin muss um ein zu checken oder andere Engstellen hat die einen auch mal ein Umsteigen erschweren könnten (Drehkreuz zum Beispiel, können mehre Personen davor stehen oder auch mal einen defekt haben dass sie nicht so funktionieren wie sie sollten).
Unser System ist da sehr einfach für Pendler aber ein absolutes Chaos für Touristen und da kommt es dann sehr auf den örtlichen ÖPNV an ob es sich gebessert hat oder nicht.
Und ob ein Tourist immer so bock hat eine App zu installieren, nur damit er mal dann den ÖPNV nutzen kann oder sich irgend eine Spezialkarte kaufen muss die dann auch noch aufgeladen werden muss wirklich die Lösung ist?
Ein Tourist lässt in der Zeit des Urlaubs eh deutlich mehr Geld da als der Einheimische, entsprechend werden im Idealfall die meisten einfach die Touristen eine Tages-, Wochen- oder Monatskarte kaufen (was halt zu Ihren Aufenthalt passt). Und da ist es schon ein riesiger Vorteil dass da nun auch schon sehr gut die Ticketautomaten mit NFC Terminal ausgestattet sind so dass einfach die KK hingehalten werden kann oder das Smartphone fürs bezahlen.
Edit:
Gerade dieses Extra Karte kaufen und aufladen ist noch Rückstandige wie unseren Bankkarten der extra Geldchip (der extra aufgeladen werden musste) wo ein paar ÖPNV Vereine auf die Idee gekommen sind diesen als Bargeldlose Alternative anzubieten vor Jahrzehnten…
Zeigt meiner Meinung nach wieder wie am A**** wir hier in Deutschland sind.
Ein Feature was (wie in anderen Ländern) schon lange selbstverständlich ist.
Ja das Deutschlandticket ist praktisch, aber nicht jeder will einen Monat damit fahren.
Was ist bei Tourismus.
Diese Zahloption mit Karte sollte wie an jeder Tankstelle selbstverständlich sein.
Genau wie dieser Schrott der derzeit mit E-Ladestationen getrieben wird.
Sehr oft nur Zahlbar wenn man beim Anbieter registriert ist.
Gibt zwar auch Anbieter die mehrere unterstützen dann aber meist teurer.
Was soll das?
Stromeinheitspreis pro kW/h für alle ohne Abo dasselbe und überall mit Kreditkarte zahlen – fertig! (in Italien selbstverständlich)
Wer ein Abo bei einem Anbieter abschließen will kann es ja optional machen, aber grundsätzlich Stromeinheitspreis überall gleich egal ob AC oder DC Laden. (und egal welche Stromstärke)
Sag ich ja für Touristen ist unser System mist aber das sind viele andere auch unter auch in den Ländern/Städten die oben einige genannt haben und deren System feiern.
Für Pendler ist unser System dagegen eigentlich perfekt. Abo hat man und eventuell muss man es bei einer Kontrolle vorzeigen, ansonsten muss man nicht extra wo hin um was zu Scannen etc.
Gibt’s in Spanien/Malle auch schon ewig. Man steigt in den Bus ein, hält seine Kreditkarte 💳 ran und fährt los. Beim aussteigen genauso. Man zahlt nur die Strecke die man fährt. Warum funktioniert das eigentlich immer nur in anderen Ländern?