ScreenTime+: Neue Fokus-App aus deutscher Entwicklung im Test

Apps, Webseiten und Benachrichtigungen komplett blockieren

Wer kennt ihn nicht, den Stressor „Smartphone“: Ständige Push-Benachrichtungen, alarmrote Mitteilungsbadges oder erklingende Signaltöne können das Nervensystem schonmal überreizen und dafür sorgen, dass wir uns überfordert fühlen und uns nicht mehr ununterbrochen auf eine Sache konzentrieren können. Schon seit längerem kann man da mit Apples Bildschirmzeit und den Fokus-Filtern Abhilfe schaffen. Die Entwickler Alexander Heinrich und Frederik Riedel haben nun beide Funktion in ihrer App ScreenTime+ mit dem Ziel kombiniert, Arbeits- und Freizeit so ablenkungsfrei und selbstbestimmt wie möglich gestalten zu können. Ich habe ScreenTime+ (App Store-Link) ausprobiert.

Blocklisten ermöglichen eine komplette Nichtnutzung von Apps und Co

Das Kernfeature von ScreenTime+ sind die sogenannten Blocklisten, anhand derer ich Apps, Webseiten und Benachrichtigungen blockieren respektive erlauben kann. Beim Erstellen einer Liste habe ich die Wahl zwischen vorgefertigten Listen, wie z. B. Zeit für mich, Arbeiten oder Soziale Medien und eigener Listen. Wähle ich zum Beispiel die Liste „Arbeiten“ aus, sind bereits alle sozialen Netzwerke als blockiert markiert (was ich natürlich anpassen kann). Das Blockieren von Apps wird insgesamt vereinfacht, indem die Apps bereits in Kategorien sortiert sind (z. B. Soziale Netze, Spiele oder Dienstprogramme) und ich mit einem Klick dann alle Apps der Kategorie blockieren kann.


Die Liste kann ich im Anschluss manuell aktivieren oder ich lege einen Zeitplan fest, gemäß dem die Liste de- oder aktiviert wird. Beim Aktivieren kann ich zudem eine Zeitspanne definieren, über die hinweg die Blockliste greift. Das Setup ist somit denkbar einfach.

Habe ich eine Liste aktiviert, ohne sie mit einem Fokus-Filter zu verbinden, sind die Apps optisch wie im Bildschirmzeit-Modus ausgegraut und mit einer Sanduhr versehen. Klicke ich auf die App, erhalte ich die Mitteilung, dass die App gesperrt ist und ich sie nicht nutzen kann. Hier gibt es also auf diesem Wege nicht die Möglichkeit, die Sperrung zu umgehen. Das halte ich für besser gelöst als in der Apple-Bildschirmzeit.

ScreenTime+-Fokusfilter unterdrückt Benachrichtigungen

In iOS 16 kann ich inzwischen ja sehr effektiv mit personalisierbaren Fokus-Modi arbeiten. So kann ich etwa den Home Screen so einrichten, dass nur bestimmte Apps überhaupt angezeigt werden und somit während dieses Fokus-Modus verfügbar sind. Das macht für mich die Nutzung von ScreenTime+ auf eine Art obsolet, weil es meiner Meinung nach eine effektivere und obendrein onboard-Variante des iPhones ist, mit Blocklisten zu arbeiten.

Allerdings kann der Apple-Fokus nicht auch für Webseiten konfiguriert werden. Hier müsste ich also alle Browser-Apps ausblenden, um nicht der Versuchung zu erliegen, doch noch auf z. B. die Webversionen der sozialen Medien zuzugreifen. Da kann ScreenTime+ also einen entscheidenden Vorteil bieten, wenn ich einen entsprechenden ScreenTime+-Fokusfilter zu meinem Fokus-Modus hinzufüge.

Darüber hinaus blockiert der ScreenTime+-Fokusfilter dann auch alle Benachrichtigungen, die ansonsten an die Mitteilungszentrale geschickt würden. Da ich selbst die Mitteilungszentrale selten nutze, ist das für mich kein entscheidender Benefit, aber für manche Nutzerinnen und Nutzer sicher von Vorteil. Das Setzen des Fokusfilters ist sehr einfach und problemlos über die Einstellung im Apple-Fokus-Menü möglich.

ScreenTime+ kommt zusätzlich mit meinem Dashboard, auf dem ich ablesen kann, welche Apps ich wie lang nutze. Das kann hilfreich sein, wenn ich meine Smartphone-Nutzung reflektieren und meine Blocklisten pflegen möchte.

Pomodoro-Timer und Digital-Detox-Modus in der Pro-Version

In der Pro-Version von ScreenTime+ habe ich außerdem Zugriff auf die Funktionen „Pomodoro“ und „Digital Detox“. Aktiviere ich Digital Detox, kann ich mein iPhone in ein ganz gewöhnliches Handy vergangener Tage verwandeln und zum Beispiel nur essentiellen Funktionen des Gerätes zulassen, wie Telefon, Kamera oder Nachrichten. Mittels Pomodoro-Funktion kann ich das Gerät für eine bestimmte Zeit komplett blockieren und in von mir definierten Pausen dann wieder vollständig nutzen. Das sind praktische Features, die mit wenig Aufwand aktiviert werden und eine große Wirkung entfalten können.

Beim Testen von ScreenTime+ hatte ich zunächst den Eindruck, dass ich mit den hauseigenen Fokus-Modi von Apple schon ausreichend gut bedient bin und nicht noch eine App brauche, die ich pflegen muss. Im Großen und Ganze bleibt für mich dieser Eindruck auch bestehen. Trotzdem finde ich einige Funktionen sehr praktisch und habe mir vorgenommen, die App noch eine Weile weiter zu nutzen.

ScreenTime+ kann kostenfrei im App Store heruntergeladen werden. Die Pro-Version kostet jährlich 9,99 Euro bzw. 35,99 Euro für den Lifetime-Access.

‎ScreenTime+ | Fokus App Block
‎ScreenTime+ | Fokus App Block
Entwickler: riedel.wtf GmbH
Preis: Kostenlos+

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Kommentare 1 Antwort

  1. Hier wird die Onboard-Variante von Apple immer wieder gelobt, die aber nach wie vor mehr als buggy ist, da tlw. bestimmte Apps einfach nicht blockiert werden können.

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