Technik-Blog: Kabelloser Staubsauber Dyson V11 im Praxis-Einsatz

Im Kampf gegen die Katzenhaare

Es ist ziemlich genau ein Jahr her, seit ich euch den Dyson V10 vorgestellt habe. Nicht einmal ein Jahr später hat es der Dyson V11 in den Handel geschafft, mittlerweile ist der neueste kabellose Staubsauger des britischen Herstellers auch seit mehreren Wochen bei mir Zuhause im Einsatz. Und auch wenn es im Gegensatz zur fast zeitgleich erschienenen Dyson Lightcycle Lampe keine App-Anbindung gibt, möchte ich euch den Staubsauger etwas näher vorstellen.

Warum und wieso? In erster Linie natürlich, weil mir Dyson das gute Stück zum Testen zur Verfügung gestellt hat, denn auch der Dyson V10 leistet nach wie vor treue Dienste und eigentlich rechtfertigen die Neuerungen nicht unbedingt ein Wechsel vom V10 auf den V11. Aber es soll ja auch Menschen geben, die von einem iPhone X auf ein iPhone XS wechseln, so jedenfalls könnt ihr euch den Unterschied zwischen den beiden Staubsaugern ungefähr vorstellen.

Bevor ich auf die Neuheiten eingehe, möchte ich euch aber eine Frage beantworten, die möglicherweise durch euren Kopf geht: Warum hat ein Technik-Blogger keine Saugroboter im Einsatz? Bei zwei Katzen und einem Kleinkind wäre das sicherlich eine tolle Erleichterung im Alltag, allerdings lassen diese drei Mitbewohner ständig irgendwelchen Kram auf dem Boden liegen, so dass ein Saugroboter eben keinen Sinn machen würde. Gleichzeitig muss aber fast jeden Tag einmal im Erdgeschoss gesaugt werden und genau hier ist ein Staubsauger, den man stets griffbereit hat, Gold wert.

Dyson V11 zeigt verbleibende Minuten in Echtzeit auf dem Display

Und was kann der Dyson V11 nun besser als sein Vorgänger? Die auffälligste Neuerung ist sicherlich das im Handteil integrierte Display mit dem darunter liegenden Button. Auf dem Display wird die Restlaufzeit des Akkus in Minuten und Sekunden sowie der aktuelle Modus (Eco, Medium, Boost sowie Auto) angezeigt. Der Auto-Modus funktioniert nur mit der Standard-Walze, hier aber wirklich hervorragend: Über die Walze wird der Widerstand der Bürsten ermittelt und automatisch mehr Leistung gegeben, wenn man beispielsweise vom glatten Laminat oder von Fliesen auf Teppich wechselt. Somit saugt man immer nur so stark, wie man muss – das spart Akku und ist gleichzeitig leiser.

Wobei auch der kleinste Modus für den normalen Schmutz und Staub, den man auf glatten Böden findet, mehr als ausreichend ist. Und wenn es doch mal auf maximale Leistung gehen soll, bietet der Dyson V11 laut Hersteller-Angaben 15 Prozent mehr Power als sein Vorgänger.

Was mit persönlich relativ schnell aufgefallen ist: Der Dyson V11 klingt anders als der Dyson V10. Auf dem Papier vielleicht nicht unbedingt sehr viel leiser, aber deutlich weniger hochfrequent. Das macht in der Praxis anscheinend spürbar was aus, ich jedenfalls höre einen deutlichen Unterschied in Sachen Akustik.

Woran man sich gewöhnen muss: Das Gewicht von drei Kilogramm und die Tatsache, dass man den Power-Knopf durchgängig gedrückt halten muss. Insbesondere Neulinge sehen hier oft eine Schwachstelle, mit persönlich fällt das gar nicht mehr groß auf. Ich freue mich viel lieber darüber, dass ich nicht ständig ein Kabel hinter mir herziehen muss, was gerade beim Saugen auf der Treppe eine echte Wohltat ist.

Aber warum sollte man mehr als 600 Euro für einen Staubsauber ausgeben? Keine Frage: Man zahlt für Design und auch den Namen mit. Gleichzeitig bekommt man aber auch unglaublich viel Leistung geboten, selbst das Aussaugen von Katzenhaaren aus dem Sofa wird mit dem Dyson V11 zum Kinderspiel – ich bin immer wieder erstaunt, wie viel Schmutz im durchsichtigen und einfach zu leerenden Behälter landet. Am Ende ist auch hier der Vergleich mit einem iPhone nicht ganz falsch: Auf dem Markt gibt es sicherlich auch günstiger Android-Smartphones, am meisten Spaß haben wir dann aber doch immer noch mit dem Apple-Handy.

Warum der Staubsauger von Dyson ein wenig mehr kostet als so mancher Konkurrent, dürfte auch bei einem Blick auf die folgende Grafik deutlich werden. Hier sehen wir das sogenannte Torque-Drive, das weitaus mehr ist als eine einfache Bürste auf einer Walze. Im Inneren dieses Aufsatzes steckt im wahrsten Sinne des Wortes ein kleiner Computer.

Nur ein Detail hat Dyson bisher vergessen

Erhältlich ist der Dyson V11 übrigens in drei Konfigurationen: Der Absolute Pro kommt mit zehn Zubehör-Teilen für 679 Euro, der Absolute bietet acht Zubehör-Teile für 649 Euro und für 599 Euro bekommt man den Animal+ mit sechs Zubehör-Teilen. Den kompletten Lieferumfang habe ich euch unten mal als kleine Grafik angehangen, den Unterschied zu den anderen Modellen könnt ihr am besten direkt auf der Dyson-Webseite nachschlagen.

Am Ende stört mich eigentlich nur eine einzige Sache, bei der es mich schon ein wenig wundert, dass Dyson hier noch keine Lösung parat hat: An der wirklich praktischen Wandhalterung kann man neben dem Sauber mal wieder nur kleines Zubehör befestigen. Die meisten Teile liegen bei mir lose in einer großen Kiste und sind nicht mal eben so griffbereit. Drittanbieter haben das bereits bekannt und bieten passende Ständer an – aber warum zählt so etwas nicht direkt zum Lieferumfang?

Kommentare 24 Antworten

  1. Super Review 👍, wir haben zuhause noch den V6 Animalpro und der ist auch noch mehr als ausreichend, da macht das Saugen einfach Spaß.

    1. Der Unterschied zwischen V6 und V10 bzw. V11 ist schon echt enorm. Wenn ihr mal ein wenig was auf der hohen Kante habt, schaut euch die neueren Modelle mal an.

    2. Ebenso. Habe noch die V6 Variante im Betrieb mit allen Aufsätzen. Derzeit reicht sie in allen Belangen.

      Ich weiß, dass ab V10 mit mehr Power gearbeitet wird und das Leeren einfacher ist, aber dafür muss schon der Akku bei meinem nachlassen.

  2. 😀 ja ich weiß, habe schon seit längerem auch mit den V10 geliebäugelt, als es den V11 noch nicht gab, aber ein bisschen muss ich noch mit dem V6 auskommen. Der V11 kommt aber mit Sicherheit noch ins Haus 👍.

  3. V6 ebenfalls. Tut es noch, kommt aber langsam in die Jahre. Tippe mal V13/15. Der 6er reicht einfach noch vollkommen aus.

    Interessant finde ich aktuell die Armatur mit der man direkt die Hände trocknen kann nach dem Waschen 😉

      1. Du hast dir doch die Hände grad gewaschen? Welche Bakterien?
        Oder meinst du das Klimaanlagenproblem, dass die Anlage zu selten gewaschen wird?

  4. Einzig blöde finde ich, dass sie dauernd extra Geld für Aufsätze abdrücken.
    Sie wechseln regelmäßig die proprietären Anschlüsse, was die Aufsätze der vorherigen Generation nutzlos macht.

    1. Und allein aus solchen Gründen sollte man diese Hersteller meiden. Das ist Abzocke bei ohnehin überteuerten Geräten und hinsichtlich der überall stattfindenden Umweltdebatten nicht vereinbar. Aber bestimmt wird der Plastikmüll in Fabriken hergestellt, welche mit regenerativen Energien arbeitet.

      1. Ja. Dyson nutzt vollständig recyclebare Meterialien und das seit deren ersten Modellen – auf diesem Weg kriegst du sie nicht ;).

        Zudem wirst du ihn wohl kaum einfach in den Restmüll werfen, wie die Plastiktüte, um die es in den Dimensionen größtenteils geht.
        ____
        Ich würde hier zustimmen, wenn es um China Krimskrams gehen würde, den man nach 2 Nutzungen sowieso wegwerfen muss.
        Hier zahle ich für Lebensqualität (der Einzige Maßstab, bei dem ich immer bereit bin mehr zu bezahlen).
        Der V6 ist seine 350€ absolut wert, wenn ich bedenke, wie einfach sich die Reinigung diverser Bereiche gestaltet.
        Das Gesamtpaket überzeugt und sticht aus der Konkurrenz heraus – deswegen akzeptiere ich Dysons Marge.

        1. Stimmt – den hab ich echt nicht bedacht. *schäm
          Aber nur die große Torque-Drive-Düse ist dann die Ausnahme, alle anderen gleichen denen des V10.
          Ich habe ne Flatdüse mit Adapter am V10. Die ist selbst schön flach gebaut und man kann mit ihr die Motoreinheit auch seitlich drehen, wenn man z.B. unter flache Möbel muss. Da setzt der Griff dann bautechnische Grenzen, wenn er, z.B. mit der Softdüse unter flache Möbel soll. Jetzt is er wieder „gelenkig“. 😉

          1. Gibt ja sonst auch das flexible, ausfahrbare Schlauch Zwischenstück für Fälle, wo man sonst mit dem Staubsauger anschlägt oder komisch halten muss. ^^
            Kann ich empfehlen, manchmal genau richtig.

          2. Die helfen aber eher bei tiefen Schränken/ Regalen/ Brettern.
            Richtig unten drunter unter Möbeln muss man sich dann auf den Bauch legen. So sportlich will ich es denn auch nicht und die Flat war noch vom Vorgänger da. 🤗

    2. Das stimmt leider so nicht. Die Aufsätze vom V7,V8,V10,V11 sind Kompatibel. Außer die neue Walze vom V11. Die funktioniert logischerweise nur beim V11.

      1. Da ich hier klar aus der Perspektive des (noch nicht so alten) V6 spreche unrerschreichst du nur das Argument, statt mir zu widersprechen.

        Es startet zudem immer beim motorisierten Anschluss nicht zu passen.

  5. Die Grafik am Ende ist nett aber ich hätt mir eher vorgestellt das aus der Grafik ersichtlich wird welche Bürsten in welchem Lieferumfang sind

  6. Wir haben auch zwei Katzen und die lassen viel liegen, aber immer noch einfacher kurz den Boden freizuräumen und dann den RoboterSauger knapp 50qm saugen zu lassen als alles per Hand zu machen. Habe zusätzlich einen älteren Dyson Akku Sauger den ich als Besenersatz und für mache schwer zugänglichen Ecken nutze. Aber ein Xiaomi Mi Vaccum ist für mich zumindest nicht ansatzweise hiervon zu ersetzen.

  7. Wie ist denn das Material bzw. die Wertigkeit dieser Geräte?
    Ich nutze bisher noch einen großen Dyson, will mir aber eigentlich auch einen Akku-Sauger zulegen, damit man das schwere Ding nicht immer hinter sich her ziehen muss.
    Für das Geld finde ich das verbaute Plastik aber doch etwas billig. Die Anschlüsse von Schlauch zu Rohr wackeln ein wenig und der Griff ist sogar schon kaputt gegangen.
    Alles in allem funktioniert das Gerät super, aber vom Material bin ich etwas enttäuscht.

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