Eve Weather ab heute verfügbar: Wir haben die neue Wetterstation ausprobiert

Erhältlich für 69,99 Euro

Mit Eve Degree gibt es schon seit 2017 eine kleine, sehr flexibel einsetzbare Wetterstation für den Innen- und Außenbereich. Außer der Temperatur konnte das kleine Kästchen aber auf seinem Display auch keine weiteren Daten anzeigen. Vor wenigen Wochen hat Eve Systems dann den legitimen Nachfolger des Eve Degree angekündigt, der ab heute offiziell im Handel verfügbar ist: Eve Weather. Wir haben uns die neue Variante bereits vorab ansehen können und wollen euch daher mit ersten Eindrücken versorgen.

Ausgeliefert wird das neue smarte Eve Weather in einer kleinen Box, in der sich außer dem 5,4 x 5,4 x 1,6 cm großen und nur 48 Gramm leichten Gerät selbst nur noch ein Schnellstart-Guide in Papierform sowie eine noch nicht aktivierte CR2450-Knopfzelle zum Betrieb der Wetterstation befindet. Zum Vergleich: Der Vorgänger Eve Degree war 1 mm dünner und kam auf 44 statt 48 Gramm.


Das neue Eve Weather verfügt als offensichtlichste Neuerung über ein 3 Zoll großes Digitaldisplay, auf dem nun neben der Temperaturanzeige auch die aktuelle Luftfeuchtigkeit in Prozent sowie der Wettertrend mit wechselnden Wettersymbolen angezeigt wird. Die Einbindung des smarten Geräts kann sowohl über die kostenlose Eve-App (App Store-Link), als auch über Apples HomeKit erfolgen. Mit der Eve-App hat man allerdings deutlich mehr Möglichkeiten: Hier können neben der Temperatur- und Luftfeuchtigkeits-Anzeige, die auch in der Apple Home-App angeboten wird, auch Wettertrends, die Ansicht von historischen Daten der Wetterstation, Regeln und Firmware-Updates verwaltet werden. In Apples Home-App lassen sich grafische Darstellungen bisher noch nicht einbinden – hier erscheint der Eve Weather-Sensor auf der Hauptseite mit Temperatur- und Luftfeuchtigkeits-Daten. Über Siri-Sprachbefehle lassen sich zudem aktuelle Temperatur- und Luftfeuchtigkeitswerte anfragen.

‎Eve für HomeKit
‎Eve für HomeKit
Entwickler: Eve Systems GmbH
Preis: Kostenlos

Die Einbindung des Eve Weather in die Eve- oder Home-App erfolgt über das Drücken eines Buttons auf der Rückseite der Wetterstation und dem darauffolgenden Einscannen eines QR-Codes auf der Unterseite des Geräts. Dies hat in meinem Fall schnell und problemlos geklappt. Auch eine Zuweisung an Räume und Umbenennung kann erfolgen, sofern man dies möchte.

Kontrastreiche Darstellung ist sehr blickwinkelabhängig

Eve Weather kann sowohl in Innen- als auch Außenbereichen angebracht werden: Entweder stellt man die völlig kabellose Wetterstation einfach auf eine glatte, ebene Oberfläche, oder hängt sie über eine Vertiefung auf der Rückseite mit einer handelsüblichen Schraube an eine Wand. Dies kann dank IPX3-Zertifizierung auch in einem Außenbereich sein, der Spritzwasser (=Regen) ausgesetzt ist. Trotzdem sollte man versuchen, Eve Weather einen möglichst geschützten Platz zuzuweisen, an dem die Wetterstation der Witterung nicht unmittelbar ausgesetzt ist.

Die Verarbeitung des kleinen Kästchens ist hervorragend und wirkt gleich beim Auspacken durchweg stabil und edel. Dafür sorgt vor allem der umlaufende Rand aus eloxiertem Aluminium mit geschliffener Front, aber auch das große Digitaldisplay. Lediglich die Rückseite des kleinen Wetterkästchens ist aus Kunststoff gefertigt, dort befindet sich auch der runde Einlass für die CR2450-Knopfzelle und der Aktivierungs- bzw. Reset-Button. Grundsätzlich lässt sich das Display auch bei schwierigen Lichtverhältnissen noch gut ablesen, allerdings hilft die spiegelnde Oberfläche oft nicht sonderlich beim Ablesen der Werte. Auch der Blickwinkel ist für eine kontrastreiche Darstellung wichtig. Am besten ist es, das Gerät an einem Platz anzubringen, wo man es direkt auf Augenhöhe betrachten kann. Schaut man von oben, links, rechts oder unten auf das Display, ist der Kontrast leider nicht mehr ganz so gut, und Oberflächen spiegeln sich gern. Auch auf schützende Gummifüßchen oder rutschfeste Silikonstreifen auf der Unterseite hat der Hersteller verzichtet. Ich hoffe daher, dass der Aluminiumrahmen meines Eve Weather-Exemplars nicht im Verlauf der Zeit verkratzt.

100 Prozent Privatsphäre: Kein Account-Zwang, keine externen Server

Auch ein weiterer Vorteil von Eve Weather ist mir in meinen bisherigen Tagen der Nutzung aufgefallen: Im Vergleich zu anderen Wetterstationen, wie beispielsweise meiner Netatmo, kommt Eve Weather ohne jegliche Account-Erstellung, Anmeldung in Dritt-Apps und einem externen Server zur Datenverwaltung aus. So ist man vor einem Serverausfall oder Störungen, wie ich sie immer einmal wieder bei Netatmo erlebt habe, sicher. Denn: Wenn der externe Server ausfällt, bekommt man auch keine Daten mehr geliefert. Zudem ist durch die Einbindung der Eve-Wetterstation in das lokale Netzwerk und die direkte Verbindung auch die Privatsphäre gesichert. Darauf legt der Hersteller großen Wert und betont das auch auf der Website.

„Eve-Produkte arbeiten ohne Cloud, Registrierung und Tracking, so dass zu keinem Zeitpunkt Daten gesammelt werden. Lokale Prozesse und direkte Kommunikation zwischen Eve-Gerät und iPhone, iPad oder Steuerzentrale, ohne Bridge oder Abhängigkeit von einer Cloud sichern deine Privatsphäre.“

Ein weiterer Pluspunkt von Eve Weather ist neben dem drahtlosen Bluetooth Low Energy-Standard zur Vernetzung auch die neue Unterstützung von Thread. Mit Thread lassen sich innerhalb des Eigenheims drahtlose Direktverbindungen zwischen Geräten für die Verwaltung des eigenen Smart Homes herstellen. Eine zentrale Bridge ist damit nicht mehr notwendig, da die Geräte untereinander vernetzt sind. Eve Weather fungiert dabei als „Minimal Thread Device“ (MTD) und ist ein Endpunkt innerhalb eines Thread-Netzwerkes, da es lediglich batteriebetrieben ist. Sogenannte „Full Thread Devices“ (FTD) wie Eve Energy, das kontinuierlich mit Strom versorgt wird, können dagegen als Router im Netzwerk agieren und so Daten von Eve Weather weitergeben. „Je mehr dieser FTDs im Netzwerk arbeiten, desto stabiler und reichweitenstärker wird es“, heißt es dazu auch bei Eve. Wie ein Thread-Netzwerk funktioniert, wird auf der Website auch beschrieben. Apples HomeKit unterstützt Thread und erlaubt es beispielsweise, über den HomePod mini ein Thread-Netzwerk aufzubauen.

Gelungenes Update mit einem persönlichen Wunsch

Wie lautet also das Fazit zu diesem ab sofort für 69,99 Euro im Handel erhältlichen smarten Wetter-Gadget? Ich persönlich hätte mir zu diesem Preis noch ein paar weitere kleine Extras gewünscht, beispielsweise die Bewertung der Luftqualität über einen CO2-Sensor. Vor allem in der anhaltenden Corona-Lage sollten Innenräume immer gut belüftet werden, hier wäre es toll gewesen, wenn Eve Weather hierzu Messungen anstellen und entsprechende Warnungen über Push-Mitteilungen ausgeben könnte. Aber vielleicht will der Hersteller sein dafür konzipiertes Eve Room-Produkt, das eigens für die Auswertung der Luftqualität geschaffen wurde, nicht obsolet machen.

Wer alle Daten von Eve Weather aufrufen möchte, ist zudem auf die Eve-App angewiesen, da nur diese auch die historischen Wetteraufzeichnungen und Trends bietet. Bis zu drei Wochen lang sichert Eve Weather die Daten, spätestens dann muss die Wetterstation mit der Eve-App verbunden werden, um keine Daten zu verlieren. In Apples HomeKit sind die Möglichkeiten von Eve Weather zudem noch relativ beschränkt, vor allem, was weiterführende Regeln und Szenen angeht. Insgesamt jedoch ist die neue Version der Eve-Wetterstation gelungen – vor allem die zusätzlich angezeigten Werte direkt auf dem Display sowie die Thread-Integration sind ein echter Mehrwert gegenüber des Vorgängers. Auch der Aspekt der Privatsphäre steht definitiv auf der Liste der positiven Eigenschaften. 

Eve Weather

Mit Eve Weather kennst du Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck direkt vor deiner Haustür, und behältst den Wettertrend jederzeit im Blick - auf dem iPhone oder direkt am Display. Beobachte die Klimadaten in Echtzeit oder im Zeitverlauf und erkenne Wettereigenheiten bei dir vor Ort. Oder frage Siri gleich am Morgen nach der genauen Außentemperatur und schon weißt du Bescheid, was du am besten anziehst.

69,90 EUR

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Kommentare 13 Antworten

    1. Ich denke mal, dass mit der Knopfzelle der Schutz vor Wasser einfacher/günstiger für den Hersteller zu realisieren ist. Zudem ist es ja im Gegensatz zum Eve Room ein Gerät, das man durchaus auch draußen platziert. Und da ist es im Zweifel natürlich schneller, eben eine Knopfzelle zu wechseln, anstatt mehrere Stunden aufzuladen zu müssen. Doof ist halt nur, dass die drei Tage, die man vorher zum Besorgen der Knopfzelle benötigt, eine andere Sache sind 😀

    2. Ich nehme auch an, dass die Lebensdauer eines integrierten Akkus gerade bei der Nutzung im Außenbereich nicht sonderlich lang sein dürfte. Heftige Temperaturwechsel, grob zwischen -15 und +40 Grad, dürften dem dann ziemlich zusetzen und für viele Servicefälle sorgen. Da ist eine Knopfzelle deutlich einfacher zu handhaben. Für handelsübliche AA-Batterien ist das Gehäuse zudem zu klein.

  1. 70 Euro??
    Für den Preis bekommt man ja einen Raspberry Pi, einen ZigBee USB Stick und einen ZigBee Sensor der das gleiche kann.
    Die Eve Preise sind ja lächerlich überzogen

  2. Hast aber auch 3 Geräte… und mit Raspberry musst du dich auskennen… So ist es quasi Plug and Play und die Qualität ist top… Habe den Degree zuhause

  3. Mal was anderes. Ist von Eve ein neuer Rauchmelder geplant? Der aktuelle ist fast bei keinem Händler mehr zu haben und bei Eve direkt im Shop gar nicht mehr.

    Gruß und Danke.

  4. Mit der Knopfzelle ist das kein Argument. Ich habe hier eine ältere Wetterstation, nicht smart, mit drei Außenfühlern. Auf der Rückseite der Außenfühler ist eine mit kleinen Schrauben befestigte Platte, die mit einer dünnen Gummilippe rundherum abgedichtet ist. Das ist auch kein großer Aufwand damit das Teil spritzwassrr geschützt ist. Und da passen dann handelsübliche AA-Batterien rein. Und in der Wetterstation kann ich alle Außenfühler mit aktueller Temperatur und Minimun- und Maximumtemperatur abrufen. Und dafür muss ich nicht mal mein iPhone suchen.

  5. Der Sinn erschließt sich für mich gerade nicht. Wenn ich die Station innen aufbaue, benötige ich doch einen Aussensensor um gescheite Werte angezeigt zu bekommen?…

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