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DB Familienticket: Im Sommer hin und zurück für 99,99 Euro

Aber was ist mit dem Nahverkehr?

Hinweis: Artikel enthält Affiliate-Links. Was ist das?

Ich muss den Vatertag nutzen, um mir mal wieder ein bisschen den Frust von der Seele zu schreiben. Ganz ähnlich wie letzte Woche, als ich festgestellt habe, dass es in Duplo und Kinderriegel keine DFB-Sticker mehr gibt. Der Anlass heute ist das neue DB Familienticket für den Fernverkehr und die aus meiner Sicht katastrophalen Zustände rund um Kinder im Nahverkehr.

Falls ihr im Sommer mit der Deutschen Bahn in den Urlaub fahren wollt, solltet ihr euch mit der Buchung eventuell noch ein kleines bisschen gedulden. Ab Juni will die Bahn auf ihrer Webseite weitere Informationen zum DB Familienticket liefern. Damit sollen zwei Erwachsene und drei Kinder für 99,99 Euro im Fernverkehr hin und zurück fahren können – inklusive Sitzplatzreservierung.


Wenn man bedenkt, dass mittlerweile auch Kinder für eine Reservierung 5,50 Euro pro Strecke bezahlen, ist das DB Familienticket definitiv ein Schritt in die richtige Richtung – wenn man es denn auch für vernünftige Verbindungen nutzen kann. Hier bin ich wirklich sehr auf die Details gespannt.

Kinder im Nahverkehr? Eine richtig teure Angelegenheit

Und damit kommen wir zum Nahverkehr – und hier spreche ich insbesondere für meinen regionalen Verkehrsverbund VRR. Dort fahren, wie sonst überall auch, Kinder unter 6 Jahren kostenlos mit. Und danach? Das kann man wirklich nicht in Worte fassen.

Kinder von 6 bis einschließlich 14 Jahren benötigen pro Fahrt ein Einzelticket für 2,10 Euro. In den Osterferien habe ich meinen 7 Jahre alten Sohn an einem Tag mit ins Büro genommen, zwischendurch war er zum Osterbasteln beim VfL Bochum. Vier Fahrten an einem Tag – für insgesamt 8,40 Euro. Selbst das Tagesticket für Erwachsene wäre günstiger gewesen – für Kinder gibt es dagegen keine besonderen Vergünstigungen. Bei allen vier Fahrten war ich mit meinem Deutschlandticket natürlich mit dabei.

Straßenbahn der Ruhrbahn in Essen

Ein anderes (fiktives) Beispiel: Eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern (älter als 5 Jahre) möchte im Dezember in der gleichen Stadt zum Weihnachtsmarkt. Alle Einzeltickets würden zusammen 23,60 Euro kosten. Alternativ gibt es das 24-Stunden-Ticket für 4 Personen in der gleichen Preisstufe für 22,90 Euro. In den zentralen Parkhäusern bei uns in Bochum kostet die Stunde gerade einmal 1,60 Euro, alternativ gibt es ab 18:00 Uhr eine Pauschale für 4 Euro.

Wie soll denn bitte die Verkehrswende so funktionieren? Welche Familie steigt bei diesen Preisen auf den vor allem bei Umsteige-Verbindungen umständlichen Nahverkehr um, wenn die Fahrtkarten so massiv teurer sind als das Parkhaus (selbst wenn man noch die Kilometer-Kosten für das Auto einrechnet).

Die größte Abzocke passiert aus meiner Sicht bei den Kindern. Wie kann es sein, dass ich für meinen Sohn an einem Tag über 8 Euro für Bus und Straßenbahn bezahle, wenn er gemeinsam mit mir unterwegs ist?

Schreibt doch gerne mal in die Kommentare, wie es in eurem Verkehrsverbund mit den Kindern läuft und wie ihr diese Regelungen findet.

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Fabian
Ich bin seit dem Start dieses Blogs im Jahr 2010 dabei und schreibe weiterhin gerne informative Artikel über Apps und Gadgets. Besonders freue ich mich neben neuen Smart Home Geräten auch immer wieder über kleine Spiele für iPhone und iPad, mit denen man sich die Zeit vertreiben kann.

Kommentare 2 Antworten

  1. Das übliche Problem im Deutschland. Familie und Kinder werden genutzt um defizitäre Unternehmen zu finanzieren. Verkehrswende und Deutschland schließen sich aus. Man muss sich morgens nur mal an die Einfallstraßen der Städte begeben. Individualverkehr mit Automassen. Mehr als 1 Person im Fahrzeug sieht man selten.

    1. Ja. Alles suboptimal.
      Individualverkehr und öffentlicher Verkehr müssen mit den kommenden automatisierten Cloud-Autofuhrparks ersetzt werden. On demand und durch das Autopilot Netzwerk, wo sich die Autos aufeinander abstimmen extrem schnell am Zielort.

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