Devil’s Attorney: Witziges 80er-Jahre-Gerichtsspiel im Stil von Miami Vice

Nicht nur Apple macht dieser Tage häufigen Gebrauch von eigenen Rechtsanwälten. Mit Devil‘s Attorney könnt ihr selbst in die Rolle eines solchen schlüpfen.

Gerade frisch im App Store aufgeschlagen, kann man das Spiel seit dem heutigen 11. Oktober für 2,39 Euro herunterladen. Devil‘s Attorney (grob übersetzt „Der Rechtsanwalt des Teufels“) ist eine Universal-App (App Store-Link) und kann aufgrund seiner Größe nur in einem WLAN-Netzwerk bezogen werden: 350 MB müssen für diesen Titel freigeschaufelt werden. Wie sich das Spiel im Alltag macht, soll unser kleiner Testbericht zeigen.


Was ein Rechtsanwalt Tag für Tag macht, sollte jedem wohl annähernd bekannt sein. Richtig, Fälle vor Gericht verteidigen und versuchen, eine möglichst milde Strafe für den Angeklagten zu erreichen. In Devil‘s Attorney geht es aber um viel mehr: Die Hauptfigur Max McMann, ein Strafverteidiger, verfügt nämlich über ein gesundes Selbstbewusstsein und jede Menge Charm, aber hat die Moral nicht gerade mit Löffeln gefressen.

Ziel dieses rundenbasierten Strategiespiels ist es, die auftretenden Fälle zu lösen und die Klienten frei zu sprechen. Mit dem Geld, das mit den jeweiligen Fällen verdient wird, kann der materialistisch denkende Max McMann neue Einrichtungsgegenstände für seine verlotterte Wohnung kaufen. Damit wird gleichzeitig sein Ego noch weiter in die Höhe getrieben und neue Skills vor Gericht freigespielt.

So beginnt man zunächst mit kleineren, aber immer witzig anmutenden Fällen (der Besitzer eines Asia-Imbisses ist von anwohnenden Tierhaltern verklagt worden, da er merkwürdige Zutaten in seinen Gerichten verwendet…), in denen man sich in mehreren Runden mit dem gegenüberstehenden Staatsanwalt duellieren muss. Auf den Staatsanwalt, die Beweisstücke und die Zeugen können in jeder Runde Techniken angewandt werden, die dazu führen, dass diese geschwächt werden – oder gleich ganz aufgeben. Dafür steht eine bestimmte Anzahl von Aktionspunkten zur Verfügung, beispielsweise für Verhöre, eine Expertenanalyse oder eine flammende Rede.

Mit diesen Aktionspunkten gilt es, klug zu haushalten, um die immer stärker werdende Staatsmacht mit Zeugen und Beweismaterial langsam, aber sicher zu vernichten. Manchmal empfiehlt es sich, gleich den cholerischen Staatsanwalt aus dem Rennen zu nehmen, damit er selbst keinen Schaden mehr anrichten kann. Die rundenbasierten Gerichtsfälle sind nach jeweils 5 bis 10 Minuten abgeschlossen, danach kehrt man wieder ins eigene Anwaltsbüro oder die Wohnung zurück.

Trotz witziger Hintergrundmusik im Stil der 80er Jahre, einer bunten Comic-Grafik und einigen Fällen, die den Spieler schmunzeln lassen, kommt keine wirkliche Langzeitmotivation auf. Ständig wechselt man zwischen dem Gerichtssaal, der Wohnung und dem Büro und vollführt immer wieder die gleichen Aktionen. Zudem ist das komplette Spiel in englischer Sprache gehalten, so dass bei einigen speziellen Termini und genereller Textlastigkeit schon Frust bei Englisch-Verweigerern aufkommen kann.

Doch auch Positives gibt es zu berichten: Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen dieses Genres haben die Entwickler von 1337 Game Design AB vollkommen auf lästige In-App-Käufe verzichtet. So bezahlt man einmalig den Kaufpreis, und kann sich seine Erfahrungspunkte und Einrichtungsgegenstände einzig und allein über Einnahmen im Spiel verdienen. Insgesamt geht der Preis für dieses Spiel vollkommen in Ordnung, jedoch sollten sich nur Gerichtsfans mit Englischkenntnissen oder generelle Fans von rundenbasierten Strategiespielen an diesen Titel heranwagen.

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