LG Tone Free DFP8: Schicke True Wireless-InEars mit UV-Desinfektions-Case

Abstriche bei ANC und App

Der Markt für True Wireless-Kopfhörer wächst und wächst. Erst gestern haben wir euch mit dem Teufel Real Blue TWS ein ganz neues Modell vorgestellt, heute soll ein weiteres Exemplar dieser Gattung folgen – der LG Tone Free DFP8. Der Hersteller LG ist den meisten von uns wohl eher für Fernseher, Laptops und andere Elektrogeräte bekannt, und weniger als Produzent für True Wireless-InEars.

Die LG Tone Free DFP8 können aktuell zum Preis von 129,99 Euro bei Amazon in einer schwarzen und weißen Farbvariante inklusive Prime-Versand erworben werden und bewegen sich daher etwa im Preissegment der Anker Soundcore Liberty Air 2 Pro oder auch der Apple AirPods der zweiten Generation. Ich konnte die LG Tone Free nun einige Zeit lang ausprobieren und möchte daher meine Eindrücke schildern.


Ausgeliefert werden die LG Tone Free mitsamt eines Ladecases, einem kurzen USB-A-auf-USB-C-Ladekabel und Silikonstöpsel für die Ohren in insgesamt drei verschiedenen Größen. Eine der Besonderheiten liegt hier schon im erfreulich kompakten und handschmeichelnden Ladecase: Dieses verfügt über eine integrierte UV-Desinfektions-Möglichkeit. So sollen Bakterien, die sich auf der Oberfläche der Ohrhörer ansammeln, effektiv in einem fünfminütigen Reinigungsvorgang per UV-Licht beseitigt werden. Dies funktioniert allerdings nur dann, wenn die InEars im Ladecase gerade an eine Stromquelle angeschlossen sind – beim bloßen Einlegen ins Case wird die Desinfektion nicht vorgenommen. Insgesamt ein nettes kleines Gimmick für Sauberkeitsfanatiker, aber auch kein unbedingtes Muss bei Kopfhörern, denn gerade InEars werden für gewöhnlich nicht von mehreren Personen genutzt.

Die LG Tone Free wechseln beim Öffnen des Ladecases in den Kopplungsmodus und können dann schnell und einfach in den Bluetooth-Einstellungen des Geräts verbunden werden. Das Modell funkt mit aktuellem Bluetooth 5.2 BLE-Standard und verfügt darüber hinaus über eine Akkulaufzeit von bis zu 10 Stunden mit einer Ladung sowie eine kombinierte Nutzungszeit von bis zu 24 Stunden über das Ladecase. Aufgeladen wird das Case entweder über ein USB-C-Kabel oder auch kabellos per Qi. Zu den weiteren Features gehört ein Spritzwasserschutz nach IPX4, eine Touch-Bedienung an den beiden Ohrhörern, Active Noise Cancellation samt Ambient Mode zum Mithören, Sprachsteuerung, eine Meridian-Soundtechnologie für ein räumliches Klangbild und eine zusätzliche Companion-App für iOS und Android.

Bequemer Sitz und zuverlässige Touch-Steuerung

Neben dem gerade schon erwähnten kompakten Ladecase im Kieselstein-Design fallen auch die Ohrhörer selbst als vergleichsweise klein und unauffällig aus – das kennt man bei Produkten der Konkurrenz anders, bei denen oft sehr lange Stäbchen verwendet oder große Knubbel aus dem Ohr herausstehen. Die Ohrhörer orientieren sich an der Anatomie der menschlichen Ohrmuschel und sitzen zumindest bei mir mit relativ kleinen Ohren und Gehörgängen sehr bequem und ohne zu Drücken im Ohr. Auch bei Bewegung war bei mir keine Gefahr gegeben, dass die Ohrhörer herausfallen. Hier hat LG gute Arbeit geleistet, ebenso wie beim generellen Design der InEars, das in allen Belangen hochwertig, stilvoll und gut verarbeitet wirkt.

LG gibt auf der eigenen Website an, dass man die aktive Geräuschunterdrückung für den LG Tone Free DFP8 nochmals weiter verbessert hat. Über ein längeres Antippen und Halten des Touchpads an den Ohrhörern soll man den ANC-Modus aktivieren, und dann auch in den Ambient Modus wechseln können. Das funktionierte bei meinen Tests sehr gut und wird bei erfolgreicher Aktion mit einem kurzen akustischen Signal quittiert.

ANC kann im Vergleich nicht überzeugen

Der ANC-Modus verfügt ohne abgespielte Musik über ein Grundrauschen und kommt leider im Hinblick auf die Unterdrückung von Hintergrundgeräuschen nicht an andere Vergleichsmodelle von Jabra oder Apple heran. Es ist fraglich, ob überhaupt Geräusche wirklich eliminiert werden, oder ob die meiste Abschirmung durch die im Gehörgang sitzenden Stöpsel erfolgt. Das können andere Hersteller leider deutlich besser. Meine AirPods Pro beispielsweise unterdrückten das nervtötende Gebrumme eines Radladers auf der Baustelle nebenan vollständig, bei den LG Tone Free konnte ich den Radlader-Fahrer und sein Arbeitsgerät immer noch im Hintergrund brummen hören.

Um die Geräuschunterdrückung umzusetzen und die eigene Stimme bei Anrufen klar transportieren zu können, verfügen die LG Tone Free über insgesamt sechs Mikrofone (inneres, äußeres und Sprach-Mikro), drei an jedem Ohrhörer. Bei einer Nutzung im Freien, insbesondere bei Wind oder der Verwendung auf dem Fahrrad, kam es bei mir häufig zu empfindlichen Reaktionen der Mikrofone, die offenbar nicht genügend abgeschirmt sind. In einer Umgebung ohne Zugluft von außen gab es hingegen keine Probleme.

Basslastiger Sound ohne App-Anbindung

 

Bei einem Kopfhörer spielt darüber hinaus auch immer die Klangqualität eine große Rolle. LG wirbt hier insbesondere mit HSP, einer Meridian-Technologie, die für einen klaren und räumlichen Klang sorgen soll, indem das Hörerlebnis echter Lautsprecher simuliert wird. Die Voreinstellungen dafür – Immersive, Natural, Bass Boost, Treble Boost und 3D Sound Stage – sollen sich in der Tone Free-App auswählen lassen, zudem gibt es dort die Möglichkeit, einen Equalizer individuell anzupassen. Ich habe es leider zu keinem Zeitpunkt meines Tests hinbekommen, die iOS-App (App Store-Link) vernünftig mit den LG Tone Free verbinden zu können und zwischen den verschiedenen Klangmodi zu wechseln. Auch einige andere Einstellungen in der App, beispielsweise der Check nach einer neuen Firmware, waren nicht funktionstüchtig und ließen die App in einer Dauerschleife unbedienbar werden. Schaut man sich die Rezensionen im App Store an, scheine ich nicht die einzige Person mit diesem Problem zu sein: Aktuell bekommt die Tone Free-App lediglich 1,9 von 5 Sternen.

Der grundsätzliche Klang der LG Tone Free ist jedoch okay bis zufriedenstellend, deutlich basslastiger als der der AirPods Pro, aber gleichzeitig auch etwas „enger“ und gedrungener als bei meinem Apple-Vergleichsmodell. Die gewählten Silikonaufsätze müssen zudem wirklich genau gewählt werden und gut im Ohr sitzen, um einen lebendigen und druckvollen Sound hinzubekommen. Besonders auffällig ist zudem das veränderte Klangbild, wenn man vom ANC- in den Ambient Modus wechselt: Hier geht einiges an Bass und Fülle verloren, wenn man in den offenen Transparenz-Modus zum Mithören wechselt. Dies ist mir in dieser Form noch bei keinem anderen True Wireless-Kopfhörer mit ANC- und Transparenz-Mode untergekommen, erscheint aber im Hinblick auf den Stimmen- und Umgebungs-Fokus durchaus plausibel.

Das Fazit zum LG Tone Free DFP8 fällt daher gemischt aus: Punkten kann das True Wireless-Modell mit einer sehr hochwertigen Verarbeitung, kompaktem Design bei Case und Ohrhörern, einer guten und zuverlässigen Touch-Steuerung sowie einer vergleichsweise langen Akkulaufzeit mit einer Ladung. Deutliche Abstriche muss man aber bei der nicht wirklich funktionierenden App, der wenig überzeugenden aktiven Geräuschunterdrückung und den sehr empfindlichen Mikrofonen in Kauf nehmen. Wer noch weitere Informationen benötigt, findet diese auch auf der offiziellen Produktseite von LG.

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