MagSafe Charger: Volle Geschwindigkeit nur mit Apples 20 Watt Netzteil

Anderes Zubehör lädt deutlich langsamer

Mit dem MagSafe Charger hat Apple zusammen mit dem iPhone 12 ein neues Zubehör auf den Markt gebracht, im Prinzip aber auch nicht mehr als ein drahtloses Qi-Ladegerät, das per Magnet an der Rückseite des iPhones gehalten wird. Meine Meinung: Das alles ist nur eine Vorbereitung auf das nächste iPhone komplett ohne Anschlüsse.

Mit dem MagSafe Charger können die neuen iPhone-Modelle doppelt so schnell geladen werden wie zuvor, es werden 15 Watt Leistung statt den sonst üblichen 7,5 Watt erreicht. Das allerdings nur, wenn man das 20 Watt USB-C-Netzteil von Apple verwendet, das man entweder für 24,35 Euro einzeln kaufen kann oder beispielsweise mit dem neuen iPad Air bekommt.


Wer sich nun gedacht hat: „Hey, ich habe doch eh schon ein gutes USB-Netzteil am Start“, den muss ich leider bitter enttäuschen. Anscheinend gibt es die maximale Geschwindigkeit mit dem MagSafe Charger nur, wenn man das 20 Watt Netzteil von Apple verwendet. Das jedenfalls hat der YouTuber Aaron Zollo herausgefunden, hier seine Messungen:

  • Apple 20W Power Adapter: 15W
  • Apple 18W Power Adapter: 13W
  • Apple 96W MacBook Pro Power Adapter: 10W
  • Anker 30W PowerPort Atom PD 1: 7,5W bis 10W
  • Aukey 65W Power Adapter: 8W bis 9W
  • Pixel 4/5 Charger: 7,5W bis 9W
  • Note 20 Ultra Charger: 6W bis 7W

Besonders überraschend: Selbst mit dem leistungsstarken MacBook-Netzteil, das mehr als genug Watt liefern würden, lädt der MagSafe Charger das iPhone nicht in voller Geschwindigkeit auf. Bei Drittanbieter-Zubehör sieht es sogar noch schlechter aus – zumindest bisher. Mit angepassten Ladegeräten sollte auch hier die maximale Leistung erreicht werden können, Apple will anscheinend sicherstellen, dass es beim Aufladen mit 15 Watt nicht zu Temperaturproblemen kommt.

Ein neues Ladegerät muss man also trotzdem kaufen – das mit dem von Apple so hoch und heilig angekündigten Umweltschutz klappt also doch nicht ganz so gut…

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Kommentare 12 Antworten

  1. Was ja offensichtlich schon jetzt möglich ist/wäre:

    Quelle „connect“:
    „Die Forscher haben den Angriff, den sie BadPower nennen, an 35 Schnellladegeräten getestet. Bei 18 Modellen von acht Herstellern konnten sie die Firmware entsprechend manipulieren. Bei manchen Geräten war ein direkter physischer Zugriff auf das Ladegerät nötig, andere konnten auch über Schadsoftware auf einem infizierten Smartphone oder Notebook manipuliert werden. Somit wären auch Angriffe aus der Ferne möglich.“

    Wobei: Beruhigend ist das nicht…

    1. Dafür musst du trotzdem in die Firmware des Smartphones rein (also mindestens Jailbreak/Root) und dem Ladegerät (wenn es sich um Schnelladegeräte handelt) zB ein viel leistungsfähigeres Modell vorgaukeln, als tatsächlich vorliegt.

      Normalerweise hat es keine Folgen, da die Schutzelektronik des Akkus selbst einspringt. Aber dies wurde durch proprietäre Lösungen (zB bei Oppo)teilweise nach außen zum Charger verlagert, damit man die paar Grad einspart und damit längere Zeit die Stromstärke durchhält. Solche Lösungen können anfälliger gegen Angriffe sein.

      1. Darum ging es mir gar nicht, sondern darum, dass man die Firmware eines Schnelladegerätes offensichtlich bereits schon jetzt „einfach“ über USB ändern/anpassen kann.
        Demnach wäre es doch vermutlich für die „üblichen Verdächtigen“ (Anker, Aukey, etc.) recht problemlos möglich, ein Upgrade der Firmware ihrer Ladegeräte (z.B. über eine entsprechende App) einzuspielen, die die Geräte-/Ladeparameter gem. Apple Spezifikationen für MagSafe anpasst.
        Nen Jailbreak am Smartphone wäre dafür nicht erforderlich. Ich will ja nichts am Smartphone ändern/anpassen, sondern am Lader.

        1. Die Sache ist bloß die, dass der Lader eben mit einem Chip kommuniziert, der normalerweise nicht durch das System angesprochen werden kann, um ihn zu manipulieren. Deswegen braucht man schon mindestens ein Jailbreak, um dort ein Firmwareupdate des Laders zu verstecken.

          Selbst dann wäre ich nicht sicher, ob das bei Apple klappen würde. Apple ist dafür bekannt alle ihre Chips zu verschlüsselt und zu signieren – das ist genau der Grund warum du die Meldung „ungeeignetes Zubehör“ sehen kannst, wenn du mal was altes oder kaputtes anschließt.
          _______
          Habe zwar das Paper zum BadPower Versuch gefunden, kann aber leider kein chinesisch und sämtliche Berichterstattung lässt Einzelheiten zum Versuch aus. Es ist nur klar, dass rund die Hälfte der getesteten Hersteller ein Firmwareupdate des Schnelladers zuließen. Ich nehme aber mal an, dass es sich hier größtenteils um heimische chinesische Produkte handelte.

          Marken von Qualitätsherstellern, testen ihre Platinen unter anderem mit industriellen Penetrationspikes wie dem hier: usbkill.com

          Die Hardware „glaubt“ zwar den Chargern, wenn sie ein Ladeprofil nennen, dennoch gibt es Ladespannungskontrollen und Fail-close Lösungen.

          Soweit ich bei USBKill gesehen habe, wären die Chips von iPhones verschlüsselt und nur dann anfällig, wenn der Akku gänzlich leer ist und der Chip im ausgeschalteten Zustand von dem Spike überrascht wird.
          Da brennt eher der Chip selbst durch, als der Akku.
          _______
          Je nachdem, ob das Ladeprofil open source ist oder nicht (was man bei Apple bezweifeln kann), können es andere ohne Lizenzen nachrüsten.
          Auch die werden aber eher an den Umweltschutz und Baumwollgehalt ihrer Geldbörse verweisen und dir einen neuen Lader für den 12er verkaufen 😉

      1. Grad nachgesehen – auch beim 11 Pro war auch bloß der 18W Charger beigelegt. Also werden auch die den neueren 20er kaufen müssen, wenn sie denn darauf Wert legen.

        1. Was heißt „auch“ und „bloß“?
          Das 20W Ladegerät ist doch erst jetzt ganz neu rausgekommen. Insofern kann es dem 11er ja gar nicht beigelegen haben.

          1. „Bloß“ der 18er, der das aktuelle MagSafe mit 13W anspricht.

            Es handelt sich um den leistungsstärksten iPhone Lader, der bisher beigelegt wurde (davor war 5W Standard).
            Zudem ist es der einzige USB-C Lader, der jemals beigelegt wurde.

            Weshalb es wichtig ist? Es ist ein Verweis darauf, dass die Leute eben nichts zuhause haben können, was die Hardware passend ansprechen würde. Es soll Apples Aussage widersprechen.

  2. Wahrscheinlich nutzt Apple eins der neueren Ladeprofile oder externe Ladechips wie Oppo, die minimal die Hitzeentwicklung vom Akku weg positionieren sollen.

    Solche proprietären Lösungen sind jetzt nichts Neues. Im Prinzip ist es bei allen „extremen“ Ladesystemen der Fall. Teilweise wird sogar ein spezifisches Kabel zum Lader hin vorausgesetzt, da sie dann gerne eigene Datenleitungen verlegen.

  3. Also ich hatte noch nie ein Problem mein Handy zu laden. Es kann mir keiner Sagen, dass man über den ganzen Tag keine Zeit findet es aufzuladen. Der Akku hält sicher länger wenn er langsam geladen wird

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