nora: Neue Notruf-App der Bundesländer im App Store veröffentlicht

Kostenloser Download fürs iPhone

Vorab wurde nora (App Store-Link), eine neue und kostenlos zu beziehende offizielle iPhone-App der Bundesländer, bereits in einem Softlaunch verteilt – nun ist die Notruf-Anwendung auch reell im deutschen App Store gestartet. Der Download ist etwa 24 MB groß und kann ab iOS 12.1 oder neuer angestoßen werden. Auch eine Android-App von nora wurde vom Innenministerium veröffentlicht.

„Mit der kostenlosen Notruf-App nora erreichen Sie direkt die zuständigen Einsatzleitstellen von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst – genauso, als würden Sie die Notrufnummern 110 oder 112 anrufen“, heißt es in der App Store-Beschreibung zu nora. „Schnell, einfach, sicher. Und überall in Deutschland.“


Aktuell kann nora in 15 Bundesländern in Deutschland genutzt werden: In der Bundeshauptstadt Berlin sind noch Abstimmungen erforderlich, bevor sie auch dort zum Einsatz kommen kann. Hat man sich mit der eigenen Mobilfunknummer und Namen in der App registriert, können direkt über die Anwendung die Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste angerufen werden. Hat man nora den Zugriff auf den aktuellen Standort erlaubt, wird dieser beim Absetzen eines Notrufs auch gleich an die Einsatzleitstelle weitergegeben. So können die Einsatzkräfte bestmöglich den Ort des Geschehens lokalisieren, auch wenn Anrufer oder Anruferin selbst nicht genau wissen, wo sie sich befinden.

Notruf absetzen auch mit Sprach- oder Höreinschränkungen

Besonders praktisch ist die nora-App auch für Menschen mit Sprach- und Hörproblemen: Auch sie können über die Anwendung einen Notruf absetzen, ohne am Telefon sprechen zu müssen. Zudem wurde in der App darauf geachtet, ein möglichst simples und ohne große Sprachkenntnisse nutzbares Layout bereitzustellen, das in vielen Bereichen auf Symbole und klare Texte setzt. Auch in Situationen, in denen der Notruf möglichst unbemerkt bleiben soll, kann nora verwendet werden: Dazu hält die App einen sogenannten „stillen Notruf“ bereit.

Zusätzlich zur Registrierung mit Mobilfunknummer und Namen lassen sich in nora auch weiterführende Informationen zum Nutzer bzw. Nutzerin hinterlegen, beispielsweise das Alter, eventuelle Vorerkrankungen, Behinderungen oder Infektionen. So können sich die Einsatzkräfte besonders gut auf die vorliegende Situation einstellen. Hat man einen Notruf abgesetzt, bleibt man über eine Chat-Funktion auch weiter mit der Leitstelle verbunden, um etwa weitere Fragen zu klären oder zusätzliche Infos weiterzugeben. „Die Einsatzkräfte werden aber auch dann losgeschickt, wenn Sie den Chat nicht nutzen“, heißt es im App Store. Weitere Infos gibt es auch auf der Website des neuen App-Notrufs oder in einer übersichtlichen Broschüre als PDF-Datei.

Anzeige

Kommentare 15 Antworten

  1. Dieses Affenland sollte erstmal die bestehenden Apps, die ausnahmslos schlecht bis garnicht funktionieren in den Griff bekommen, bevor das nächste Projekt für zu viel Geld in die Hose geht 🤷🏽‍♂️

  2. Moment, ich dachte, wenn ich ganz normal ohne diese App den Notruf wähle, wird bereits mein Standort an die Einsatzleitstelle übertragen!? In den USA ist das jedenfalls so. Es wird immer gruseliger hier.

  3. Schaut man sich die App-Bilder an, steht im Chat 23:54 „Es brennt“ und geantwortet wurde um 0:01 „Was brennt“.

    Das nenne ich schnelle Hilfe 😀

    1. Naja. Würde jede reguläre Leitstelle unbedingt wissen wollen, da es mehrere Arten von Feuer gibt und man die Einsatzkräfte auf die korrekte Art einstimmen kann.

      Zudem wird der Einsatz bereits ohne dem Chat ausgelöst.

  4. Auf den ersten Blick ganz charmante Idee, aber so richtig erschließt sich mir der Sinn nicht. Es ist doch viel schneller, den Notruf per Telefon zu wählen als eine Apo zu nutzen. Zumal ich mir gar nicht vorstellen möchte wie das bei unserer grandiosen Netzabdeckung funktioniert… Ach so, und las letzte Bundesland was noch fehlt hat’s mal wieder nicht gepackt teilzunehmen…

  5. Fehlt nur noch die Möglichkeit es direkt aus what’s App nutzen zu können. Sonst denken die meisten nicht an den Chat. Das man auch mal telefonieren kann kommt den meisten Nutzern ja jetzt schon nicht mehr in den Sinn.

  6. Ähmm…. Wenn ich die Seiten-+Lautertaste 5Sek gleichzeitig drücke, hab ich eine SOS Leitung, die ist bei Apple implementiert! Wozu brauchts da noch die APP? 🤦🏽‍♀️

    1. 1. Genauer Standort
      2. Volle Infos über die Person, was wertvolle Zeit spart
      3. Viele Personen wissen selbst nicht genau, wo sie sich befinden
      4. Lautlose Notrufe für die gefährlichsten Situationen
      5. Inklusion von Behinderten Personen bei den Rettungsdiensten (zB auch solchen, die keinen Hausnotruf-Knopf am Körper tragen, der sich für viele nicht rentiert).
      6. Starke Sprachfehler/Akzente/Touristen können klarere Meldungen abgeben.
      7. Menschen sind bei Chats deutlich weniger nervös – selbst wenn sie aktiv Hilfe brauchen.
      Etc pp. Nur die offensichtlichen Vorteile
      8. Weniger Wiederholungen, die Zeit rauben. Geschriebenes kann jede Partei mehrfach lesen.
      _____
      Es soll ja nicht den Notruf ersetzen, sondern ihn ergänzen. In manchen Situationen (zB einer schweren Verletzung) kann beim Sprachnotruf deine Lage besser eingeschätzt werden und man zB wach gehalten werden.

      1. 9. Genauen Standort des eigentlichen Vorfalls auf der Karte eingeben, welcher von deinem aktuellen Standort abweichen kann. Dadurch könnte der Notruf auf eine komplett andere, lokale Dienststelle geleitet werden.

    2. Übrigens habe ich es schon oft erlebt, dass der Notruf explizit aus dem lokalen Mobilfunknetz zeitweise außer Betrieb war (meist Festnetz nicht betroffen).

      Dies würde dann die einzige Möglichkeit eines Notrufs unterwegs darstellen und Leben retten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright © 2021 appgefahren.de