Musikstreaming: Stiftung Warentest prüft 11 Anbieter mit überraschendem Ergebnis

Welcher Musikstreaminganbieter ist der beste? Stiftung Warentest hat 11 Anbieter unter die Lupe genommen.

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Spotify ist mit über 100 Millionen Nutzern der Marktführer. Apple Music wird immer populärer, obwohl es erst seit 2015 verfügbar ist. Zudem hat Warentest folgende Dienste genauer untersucht: Aldi life Musik, Amazon Prime Music, Deezer, Google Play Musik, Juke Musik, Microsoft Groove, Napster, Qobuz Music und Tidal. Das Ergebnis ist überraschend, denn keiner der Großen konnte sich einen der vorderen Plätze sichern.


Stiftung Warentest hat die Musikstreamingdienste unter anderem in den Kategorien Repertoire, Hörqualität, Service, Bedienung, Datensendeverhalten und Mängel in AGB und Kleingedruckten getestet. Das Ergebnis ist überraschend, denn als Testsieger geht Juke Musik hervor – der Dienst gehört der Media-Saturn-Holding.

Testsieger: Juke Musik

Das Repertoire von Juke Musik hat kleine Lücken bei Hip-Hop und Dance. Juke bietet eine gute Hörqualität, allerdings keine Testphase und Mehrnutzer-Tarif. Die Bedienung könnte besser sein, es gibt kaum Mängel im Kleingedruckten. Testsieg mit der Note 1,8.

2. Platz: Deezer Music
Deezer stammt aus Frankreich und bietet ein sehr großes Repertoire, auch Hörbücher und Hörspiele sind verfügbar. Kleinere Lücken gibt es bei Hip-Hop, Dance, Klassik und Charts. Es gibt Songtexte, eine Karaokefunktion, eine kostenlose Testphase, aber kein Mehrbenutzertarif. Der Service ist schwach, die Mängel im Kleingedruckten deutlich. iOS-App verrät den Netzbetreiber.

‎Deezer: Musik & Hörbücher
‎Deezer: Musik & Hörbücher
Entwickler: DEEZER SA
Preis: Kostenlos+

3. Platz: Tidal
Der Dienst von Rapper Jay-Z bietet viele exklusive Alben und ein großes Repertoire mit kleinen Lücken bei Dance und Charts. Verfügt über einen Mehrnutzertarif, aber keine kostenlose Testphase. Der Service ist mäßig, die iOS-App verrät den Netzbetreiber und das Kleingedruckte ist nur in englischer Sprache verfügbar.

‎TIDAL
‎TIDAL
Entwickler: TIDAL Music AS
Preis: Kostenlos+

Doch warum schneiden Apple Music (Platz 5) und Spotify (Platz 7) so schlecht ab? Die Tester haben wohl sehr großen Wert auf das Kleingedrückte und Mängel in den AGBs gelegt. Denn in fast allen Kategorien sind die Dienste sogar besser als Juke, jedoch werden das Datensendeverhalten, die Mängel im Kleingedruckten und AGB so stark bewertet, dass Apple und Spotify nur im Mittelfeld landen.

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Bei Spotify wird vor allem bemängelt, dass der Dienst jederzeit Nutzer kündigen oder sperren kann – ohne Angabe konkreter Gründe. Apple will Standortdaten des Nutzers erheben und sie auch an Dritte weitergeben, ohne dass er eingewilligt hat. Sicherlich sollte man solche Details nicht vernachlässigen, aber heutzutage nutzen wir so viele digitale Dienste – kennt ihr alle AGBs und Datenschutzbestimmungen? Facebook, WhatsApp, Instagram, Google und Co. speichern so viele Daten, da sehe ich Spotify mit dem Kündigungsrecht noch als recht harmlos an.

Wie dem auch sei: Am Ende entscheidet der Nutzer. Ich selbst bin jahrelanger Kunde bei Spotify und werde das nach dem Test auch weiterhin bleiben. Die Applikation vom Testsieger Juke hat sich gemausert, dennoch gefällt mir die Aufmachung von Spotify besser.

Den kompletten und ausführlichen Test könnt ihr für 2,50 Euro bei test.de freischalten. Eine übersichtliche Tabelle zeigt alle Dienste im Vergleich. Zum Abschluss die Frage an euch: Welchen Dienst nutzt ihr? Werdet ihr nach dem Test andere Dienste ausprobieren?

(Bild: peus/depositphotos)

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Kommentare 27 Antworten

  1. Direkt auf der Startseite des Testsiegers wird mit einer 30-Tage Testphase geworben.

    Allerdings frage ich mich, wie groß das Angebot des Dienstes ist – denn es werden darüber keine Angaben gemacht. Das die AGB toll und verständlich gestaltet sind und datenschutztechnisch auch am nutzerfreundlichsten ist zwar toll – aber wenn ich dort nicht alles finde, was ich gern hätte und die Bedienbarkeit auch nicht unbedingt vorhanden ist (wobei das ja wie so häufig bei Software nur eine Frage der Gewohnheit ist), dann nützt das alles nichts.

    1. JUKE bietet aktuell bereits über 40 Millionen Songs an.
      Ich nutze JUKE bereits seit über einem Jahr, quasi von Anfang an, und bin höchst zu frieden.

      1. Danke für die Info.

        Zumindest die 30Tage werde ich es mal ausprobieren – schadet ja nie, sich umzusehen. Vielleicht ist die Bedienung gar nicht so mies, wie die Stiftung Warentest das im Test angibt.

  2. Apple Musik als 4-Köpfige Familie. Allerdings bin ich tatsächlich so altmodisch das ich mir die Alben die ich wirklich liebe auf CD kaufe. Aber um sich im gesamten Angebot umzuhören sind wir mit Apple Music sehr zufrieden.

  3. Ich nutze Amazon Music (da keine Zusatzkosten durch Prime) und Apple Music (größeres Angebot).
    An dem Test kann man wieder mal sehen, dass Stiftung Warentest oft am normalen Nutzer vorbei testet. Schon bei den meisten Tests der Vergangenheit für Geräte wurden oft Schwerpunkte gesetzt, die der Otto normal Verbraucher nicht so setzen würde. Dadurch kommen solche verzerrten Ergebnisse raus und damit hilft Stiftung Warentest auch nicht wirklich bei einer Kaufentscheidung. Ich will nicht wissen, wie viele den jeweiligen Testsieger gekauft haben und dann doch unzufrieden waren.

  4. Für mich sind Exclusivalben ein absolutes No-Go. Deshalb fallen Streamingdienste, die den Markt künstlich beschränken (und dadurch dem Musiker Hörer vorenthalten sowie umgekehrt) komplett. aus dem Rennen. Das wäre in diesem Fall Tidal und Apple Music.
    Weiterhin mag ich es, wenn ein Streamingdienst sich selbst nicht so als Promoter hervortut, sondern sich unauffällig auf seine technische Aufgabe beschränkt. Auch das ist wieder ein Seitenhieb gegen Apple Music.

  5. 400000 € pro Monat nur über Streaming + CD Verkäufe? Die nagen echt am Hungertuch.
    Und für nicht so bekannte Musiker und Bands kann ein Streamingportal auch ein Sprungbrett sein.
    Ich bleibe bei Spotify mit Familyabo…

  6. Was ist mit SoundCloud? Super um neue Künstler zu entdecken. Wenn mir was gut gefällt, möchte ich es eh mein Eigen nennen und das für immer. Somit fallen für mich Spotify, AM, ….. etc. raus.

  7. Es ist doch so das die Facebooks, XXX-Musikdienste, FotobearbeitungsApps ,….sich immer mehr Rechte in ihren AGBs rausnehmen und wir resigniert sagen „Machen ja alle“.
    DESHALB FINDE ICH ES SEHR GUT DAS HIER EINMAL DER FINGER VON WARENTEST AUF DIESEN MIßSTAND GELEGT WIRD!!!
    Als Einzelner kommt man da doch nicht gegen an.

  8. Die Tester sind wohl Dance und HipHop Fans 🙂
    Ist zwar schön, wenn die Tester sich auch die AGBs anschauen, aber bei Musikstreamingdiensten sollten andere Werte entscheiden. Mal wieder ein Test von Stiftung Warentest der absolut nichtssagend ist. Schade.

        1. Sprich:
          Eine Aussage ohne Grundlage, aufgrund von stark gekürzten Passagen mit einer gewissen Voreingenommenheit?
          Ich frag mich was hier grade nichtssagend ist! Oder sollte ich besser sagen unqualifiziert?

          1. Kannst ja gerne dem Verein das Geld in den Rachen werfen und mich eines besseren Belehren. Mir ist das Geld hierfür zu Schade. Die gekürzte Version zeigt bereits die Punkte auf die beim Testen wert gelegt wurde. Und diese Punkte sind nun mal meiner Meinung nach für Streaming Dienste unwichtig. Aber vielleicht sind Dir ja die AGBs wichtiger als der musikalische Inhalt und die Qualität der Übertragung? Dann ist der Test perfekt auf Dich zugeschnitten. Stiftung Warentest wird sich freuen.

          2. Ich hätte auf jeden Fall die Klangqualität und das Angebot in den Vordergrund gestellt und irgendwo ganz hinten auf die AGBs hingewiesen. Vielleicht dann noch die Benutzerfreundlichkeit und den Support. Aber auf jeden Fall hätte ich die Gewichtung anders verteilt.

          3. ¯\_(ツ)_/¯ siehste ma
            Hättest du dir die Mühe gemacht und den Bericht geöffnet oder die Kommentare hier gelesen, hättest du gesehen das die Klangqualität auch getestet wurde. Zur Gewichtung kann ich (noch) nix sagen, ich bekomm die Zeitschrift erst die Tage.
            Auf jeden Fall wurde hier mal wieder ohne jegliche Grundlage Stiftung Warentest gebasht. Und man kann sich auf der einen Seite nur fragen warum und muss sich auf der anderen Seite nicht wundern das die politische und sozial-gesellschaftliche Situation ist wie sie ist.

          4. Wenn Du die Zeitschrift bekommen hast, kannst Du ja nochmal die Gewichtung näher beleuchten. Vielleicht kam das in der Kurzfassung wirklich falsch rüber. Allerdings glaube ich da nicht wirklich dran, da Stiftung Warentest leider öfter die „falschen“ Punkte in den Fokus rückt.

  9. Das Ergebnis vpn dem Abschnitt würde mich interessieren, ist mir aber keine 2,5€ wert:
    „Wir haben untersucht, ob die Tonqualität der Musik­streaming­dienste mit der guten alten CD mithalten kann. Ergebnis: Alle Dienste im Test liefern Topklang. Außerdem haben wir geprüft, ob es sich lohnt, bei einzelnen Anbietern so genannte Hi-Fi- oder Losless-Tarife abzu­schließen, die eine noch bessere Klangqualität versprechen. Das Ergebnis erstaunt.

  10. Ich bleibe (noch?) bei Spotify. Ich bin dort schon seit 2012 Premium-Nutzer.

    Mit Erscheinen von iOS 10 und MacOS werde ich mir Apple Music aber noch mal genauer ansehen.

  11. Juke?=schrecklich und nMn abgeschlagen hinter mir allen getesteten.
    Alle getestet in den letzten Jahren aber immer wieder zu Spotify zurückgekehrt.
    Zuletzt Juke mit MediaMarkt Gutschein 3Monate gratis und finde das Gebotene einfach nur Schwach im Vergleich zur Konkurenz und das in ALLEN Belangen,dass Ergebnis kann nur von Saturn/MediaMarkt gesponsert sein.

  12. Apple Music als 5-köpfige Familie. Top ,alte Metal Alben (höre inzwischen fast kein Metal) HipHop ,Trance alles da, nur Kindergeschichten sind bei Amazon reichhaltiger , kostet mich aber nix, da Prime Kunde. Habe ich keinen Bock auf Streaming bzw. die Lieblingsliste wird komplett runtergeladen, gut ist es. Qualität ist Top.

  13. Ich habe Deezer (damals über Sonos-Aktion) und Juke parallel auf meinem Smartphone gehabt – ich muss ehrlich gestehen dass ich die Juke Oberfläche nach Eingewöhnung am besten fand. Sie haben auch einen deutschen Support wo man jederzeit anrufen kann wenn mal was unklar ist, was meinem Dad sehr gut gefallen hat, da er jetzt nicht digital affin ist bzw. damit nicht groß geworden ist.
    Die Musikauswahl kann sich meiner Meinung nach schon sehen lassen! Ich vermisse da eigentlich gar nichts. Einzig und allein dass sich die App ab und an mal abschießt bei Bluetoothanbindung zum Endgerät (ist übrigens auch mal bei Deezer passiert), finde ich Juke super.
    Auch die Radio-Funktion finde ich cool – Genre aussuchen und schon hört man Titel auf die man nie gekommen wäre und man findet dadurch den einen oder anderen interessanten Künstler oder Song auf den man sonst nie aufmerksam geworden wäre.
    Offline-Unterstützung hat die App auch – heißt wenn man seine Musik-Playlisten im Urlaub OHNE Internetkosten nutzen möchte kann man dies super gut am Strand usw. nutzen.
    Gebe aber Recht – die Social-Media Komponenten fehlen hier noch komplett, aber was nicht ist, kann ja noch werden 🙂 Aller Ehrenwert, dass sich ein deutscher Anbieter am Markt hält!
    Was halt bei Juke total cool ist, ist dass man hier ein Account hat, wo man eben auch Filme, Software, E-Books kaufen/leihen kann…

  14. Ich bin seit der Pleite von Simfy bei Deezer. Als zahlender Web.de-Kunde kostet das 6,99 Euro. Ich habe den Support mehrfach genutzt und fand ihn freundlich und kompetent. Man findet viel abseitige Musik und ein großes Angebot der gängigen Klassik-Label. Die gute Platzierung bei Test finde ich richtig, die Kritikpunkte kann ich nicht nachvollziehen.

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