Tolino Vision 4 HD im Test: Dieser eBook-Reader ist eine Konkurrenz für den Kindle Voyage

Gestern habe ich es bereits angekündigt, heute folgt er versprochene Testbericht des Tolino Vision 4 HD.

Tolino Vision 4 HD

In dieser Woche hat die Tolino-Familie der deutschen Buchhändler und der Telekom Zuwachs erhalten. Nach dem Einsteiger-Modell Tolino Page, dem beleuchteten Tolino Vision 2 HD und dem wasserdichten Tolino Vision 3 HD gibt es nun den Tolino Vision 4 HD. Die größte Neuerung: Neben einem größeren Speicher bietet der neueste eBook-Reader der deutschen Allianz ein Display mit smartLight-Technologie. Ich durfte den neuen Tolino Vision 4 HD bereits knapp zwei Wochen lang testen und möchte euch heute meine Erfahrungen schildern.

  • Tolino Vision 4 HD für 179 Euro bei Thalia.de (zum Shop)

Während meine Kollegin Melanie vor einigen Wochen die ersten Erfahrungen mit einem eBook-Reader gesammelt und gestern den Testbericht des Kobo Aura One veröffentlicht hat, bin ich schon ein alter Hase auf diesem Gebiet. Angefangen hat alles mit dem Amazon Kindle, weiter ging es mit dem Kindle Paperwhite und nach einem kleinen Abstecher über den Voyage bin ich bei der Tolino-Familie gelandet, die mich mittlerweile seit einigen Jahren mehr als zufriedenstellend begleitet. Details, wie etwa den etwas langsamen Seitenaufbau bei eInk-Displays, möchte ich euch daher nicht unbedingt noch ein weiteres Mal erklären. Dass eBook-Reader ein deutlich entspannteres Leseerlebnis bieten, als es mit iPhone oder iPad möglich ist, dürfte aber ohnehin klar sein.

Tolino Vision 4 HD ist etwas teurer als sein Vorgänger

Der Tolino Vision 4 HD lässt sich übrigens ziemlich gut mit dem Kobo Aura One vergleichen, auch wenn beide aus einer ganz anderen Familie stammen. Beide verstehen sich problemlos auf ePub-Dateien und viele andere Formate, beide verfügen über ein 300 ppi scharfes Display mit unterschiedlichen Farbtemperaturen und sind wasserdicht. Dass der Kobo eine Stunde in zwei Meter tiefem Wasser und der Tolino eine halbe Stunde in einem Meter Tiefe aushält, dürfte zu vernachlässigen sein. Beide Geräte überleben ein Missgeschick und können bei Bedarf auch mal abgewaschen werden. Als Vergleich aus der Apple-Welt: Es gibt auch bei eBook-Reader ein iPad mini und ein iPad. Und das iPad mini kostet halt einfach eine Ecke weniger als das iPad, das in diesem Vergleich für den rund zwei Zoll größeren Kobo Aura One steht.

In Zahlen gesagt sind das beim Tolino Vision 4 HD 179 Euro, das sind 20 Euro mehr, als der Vorgänger bei seiner Einführung gekostet hat. Das ist durchaus eine Stange Geld und mittlerweile deutlich mehr als beim populären Kindle Paperwhite, dafür bietet der Tolino Vision 4 HD aber auch deutlich mehr Möglichkeiten und Funktionen.

Das Highlight ist neben dem wasserdichten Design natürlich das verbesserte Display mit smartLight-Technologie. Je nach Tageszeit wechselt das Licht stufenlos zwischen kaltweiß am Morgen und warmweiß am Abend. Die automatische Einstellung lässt sich nach einem langen Druck auf den Beleuchtungs-Button auch ausschalten, um die Farbtemperatur manuell einstellen zu können. Insbesondere wenn man sehr viel im Dunkeln liest, ist das neue smartLight eine echte Wonne – für die Augen ist das Lesen dann doch wirklich sehr viel entspannter. Der Unterschied ist meiner Meinung nach sogar noch größer als beim bekannten Nachtmodus auf dem iPhone oder iPad, sehr gut könnt ihr das auf dem folgenden Bild erkennen.

Tolino Vergleich

Rechtfertigt das aber einen Wechsel vom Tolino Vision 3 HD auf das neue Modell? Zwar verfügt die neue Generation auch über deutlich mehr Speicher, für mich macht es aber wirklich keinen Unterschied, ob ich nun 2.000 oder sogar 6.000 Bücher auf meinem eBook-Reader speichern kann. Aus Nutzersicht muss ich an dieser Stelle einfach sagen: Wenn ich keine wirklich gute Verwendung für den direkten Vorgänger hätte, etwa für den Partner, der momentan noch ein sehr altes Modell hat, würde ich nicht auf den Tolino Vision 4 HD wechseln.

Ganz anders sieht das natürlich aus, wenn man noch gar keinen eBook-Reader oder möglicherweise einen eBook-Reader ohne integrierte Beleuchtung besitzt. Im Preissegment unter 200 Euro dürfte der Tolino Vision 4 HD mit Abstand das beste Gerät sein, immerhin wurde ein ohnehin schon gutes und empfehlenswertes Modell noch einmal verbessert.

Für 179 Euro bietet der Tolino Vision 4 HD jedenfalls ein tolles Gesamtpaket: Das scharfe Display mit dem angenehmen smartLight, ein im Vergleich zu Amazon sehr freies Dateisystem mit der Wahl Online-Shops, eine natürlich lange Akkulaufzeit und spannende Extras wie tap2flip, das bequeme Umblättern per Fingertipp auf die Geräterückseite.

Kommentare 11 Antworten

  1. So lange Amazone kein offenes System ist, und ich “ normale“ Bücher im ePub Formar nicht ohne Umwandlung lesen kann, oder EBooks direkt in der Bücherei ausleihen kann, ist der Tolino nicht nur Konkurrenz für den Kindle, sondern eindeutig die bessere Wahl.

    1. Eigentlich ist es egal wo man seine Ebooks kauft. Der Preis ist überall gleich. Amazon hat deutlich mehr Ebooks als andere Firmen. Der einzige Grund warum ein unfreies System besser ist, um illegale kopien zu lesen. Und wer das macht, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

    1. Die Laufzeit konnte ich in zwei Wochen natürlich nicht vollumfänglich testen. Die Vorgänger haben aber immer mehrere Bücher locker ausgehalten, tagsüber meist ohne Beleuchtung. Da mache ich mir bei iPhone und iPad deutlich mehr sorgen und ein MicroUSB-Kabel findet man ja eh überall.

  2. Hallo, Fabian,

    wie ist das mit dem „Umblättern“ via Tastendruck auf der Rückseite beim „Vierer“? Ich habe schon mehrere des „alten“ deshalb zurück schicken müssen, da das nicht richtig funktioniert hat. Und wenn man auf den Bildschirm tippt, muss man schon auch „Glück“ haben, damit das gut geht.
    Beim Kobo, den ich inzwischen habe, geht das deutlich besser.

  3. Hallo,
    ich habe mir vor etwa 3 Wochen einen Tolino 4 HD gekauft für Weihnachten. Nach dem Geschenke Auspacken habe ich erstmal feststellen müssen, dass das beiliegende USB-Kabel nicht richtig zum USB-Port passt (zwar ist das ein Kabel, welches man angeblich nicht verkehrt herum anstecken kann, aber es ist nicht genau produziert und ist zu groß). Wenn man es mit Gewallt reindrückt, bricht man die Plastik-Nase im USB-Port ab und man kann Kontakte verbiegen. Zum Glück hatte ich ein passendes Kabel von einem anderen Gerät. Außerdem reagiert der Touchsceen an den Randbereichen nicht und der Bildschirm flackert ab und zu! Das ist dann ein sehr großes Problem, wenn man den Browser öffnet, um kostenlose eBooks von Bibliotheken herunterzuladen (Das war das Hauptargument zum Kauf des Tolino). Viele Steuerelemente (Buttons) sind gerade in Randbereichen der Webseiten vorzufinden und können daher nicht bedient werden. Der Bildschirm flackert auch, wenn man eine neue Webseiten aufruft. Der Browser hat auch kein Zoom und man kann generell die Schrift nicht vergrößern. Das Haupt-Kaufargument des Tolino wird daher nicht erfüllt. Außerdem braucht man für viele Bücher eine Adobe ID zusätzlich zum Thalia-Account usw.. Das ist sehr nervig, wenn man viele Accounts pflegen muss und Passwörter eingeben muss.
    Nach 4h Test kann ich eingentlich nur sagen, dass das ein Fehlkauf war und ich das Tolino 4 HD nicht weiterempfehlen kann! Es gibt auf der Tolino-Webseite keinen Support (zumindest habe ich keinen gesehen) , nur ein FAQ und ein Manual zum herunterladen. Fehler kann man leider niergends melden.
    Grüße
    Roland

  4. Hallo, habe den 4 hd zu Weihnachten bekommen und mich riesig gefreut und auch schon gut gelesen in der Woche. Leider sind die Anmerkungen von Roland bei mir sehr ähnlich, wenn mich das auch nicht unbedingt negativ gestimmt hat. Nach einigen Versuchen, die Onleihe über eine Stadtbib, was eben nur mit Adobe ID gelingt, hinzubekommen, war ich dann doch glücklich.

    Bis heute früh, der Akku zeigte einen niedrigen Stand, ich dann gleich an USB und zum Laden. Als ich nach einer Stunde mal sehen wollte, wie dere Akkustand ist, war der Bildschirm erstmal weg. Nach einer Weile erschien „tolino system recover“ und ich kann nur noch auf „recover system (all of your files and settings will be deleted).“ Das finde ich nun nicht mehr so spaßig, werde ihn umtauschen und hoffen, dass der nächste kein „Montagsauto“ ist.

    Hoffe, es wird :-).
    Viele Grüße

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