Think First: Neue Indie-App sorgt für Atempausen bei TikTok und Co.

Think First: Neue Indie-App sorgt für Atempausen bei TikTok und Co.

Ein kurzer Moment vor dem nächsten Swipe

Think First auf einem iPhone vor Social Media-Icons

Man kennt das Ritual: iPhone in die Hand, Instagram antippen, und plötzlich sind 40 Minuten verstrichen. Genau an diesem Reflex setzt Think First (App Store-Link) an. Die iPhone-App des deutschen Entwicklerstudios HBJ Solutions will Social-Media-Nutzung nicht mit der Brechstange verhindern, sondern zwischen Finger und Feed einen kurzen Moment schaffen. Beim Öffnen einer ausgewählten App erscheint ein Countdown samt selbst formulierter Frage. Erst danach entscheidet man, ob Instagram, TikTok & Co. wirklich geöffnet werden sollen. Die App setzt dabei auf Apples Bildschirmzeit- und Family-Controls-Funktionen und benötigt iOS 17 oder neuer.

Wer es simpel mag, aktiviert „Jetzt starten“: Apps auswählen, Schutzschild einschalten, fertig. Alternativ gibt es einen Timer-Modus mit Countdown, Reflexionsfrage und einem eigenen motivierenden Satz. Dauer und Frage lassen sich individuell festlegen. Zusätzlich bietet Think First Fokus-Sitzungen und Zeitpläne, etwa „Lernen von 8 bis 15 Uhr“, Tageslimits pro App oder App-Gruppe und einen Hard Mode, bei dem laufende Sperren nicht einfach wieder abgeschaltet werden können. Für den Notfall gibt es allerdings eine bewusst eingebaute Hintertür: Wer das App-Icon lange gedrückt hält und dreimal bestätigt, kann sämtliche Sperren für 15 Minuten aufheben.


Statt ausschließlich Minuten zu zählen, belohnt Think First das Nicht-Öffnen einer App. Widerstandene Impulse bringen XP und Level, dazu kommen Streaks und zwölf Abzeichen. Ein 7-Tage-Report zeigt, wie oft man dem Reflex widerstanden hat. Wer sich etwas zusätzliche Motivation wünscht, kann den Freundeskreis oder die Familie hinzufügen und die eigenen Werte vergleichen, allerdings ohne öffentliche Ranglisten. Die ersten fünf Freunde oder Freundinnen sind kostenlos. Premium erweitert das Ganze unter anderem um unbegrenzte Zeitpläne, vollständige Statistiken, ein Homescreen-Widget sowie zusätzliche Design-Optionen.

Datenschutz: Kein Konto, keine Werbung, kein Tracking

Drei iPhone-Screenshots von Think First
So sieht Think First auf einem iPhone aus.

Bei den Daten geht Think First einen angenehm reduzierten Weg. Für die normale Nutzung sind weder Konto noch E-Mail-Adresse nötig, Statistiken, Zeitpläne, Limits und Fortschritt werden lokal auf dem iPhone gespeichert. Laut Entwicklerteam gibt es weder Tracking noch Werbung und keinen permanent laufenden Hintergrunddienst. Auch die Auswahl der zu schützenden Apps soll Think First nicht selbst erfahren: Sie erfolgt über Apples Systemdialog. Nur die optionale Freunde-Funktion benötigt einen Server und überträgt dafür lediglich Nickname und Tageszähler.

Der Einstieg ist kostenlos und laut des HBJ Solutions-Teams dauerhaft ohne Werbung möglich. Die Gratisversion umfasst beide Schutzmodi, Fokussitzungen und zwei Zeitpläne, Tageslimits inklusive Hard Mode, XP, Level, Streaks und Abzeichen sowie bis zu fünf Freunde. Think First Premium kostet 2,99 Euro/Monat und ist ein automatisch verlängerndes Abo. Dafür gibt es unter anderem eigene Countdown-Zeiten und Fragen, alle elf Themes und zehn App-Icons, vollständige Statistiken, ein Homescreen-Widget, den Wartescreen-Baukasten, unbegrenzte Zeitpläne und mehr als fünf Freunde. Think First kann ab iOS 17.0 oder neuer installiert werden und benötigt weniger als 6 MB an freiem Speicherplatz auf dem iPhone.

Die jüngste Version 1.7 bringt neben Tageslimits und SOS-Entsperrung noch eine interessante Idee mit: Vor dem Öffnen kann man formulieren, warum man eine App wie Instagram, TikTok etc. gerade braucht. Apple Intelligence prüft anschließend direkt auf dem iPhone, ob tatsächlich eine Antwort gegeben wurde und nicht, ob der angegebene Grund „gut genug“ ist. Der Text soll das Gerät dabei nicht verlassen. Die Funktion setzt allerdings ein iPhone 15 Pro oder neuer mit iOS 26 voraus. Think First selbst ist für das iPhone entwickelt: Auf dem iPad lässt sich die App zwar über die iPhone-Kompatibilität installieren, ist dort aber nicht optimiert. Weitere Infos zur App gibt es auch auf der offiziellen Website zu Think First.

Think First: Bildschirmzeit
Think First: Bildschirmzeit
Entwickler: HBJ Solutions
Preis: Kostenlos+

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Mel
Ich bin seit 2011 Teil des appgefahren-Redaktionsteams und war schon immer an Innovationen im Tech-Bereich und Gadgets interessiert. Wann immer es praktisches Outdoor-Zubehör oder interessante Foto-Apps gibt, bin ich Feuer und Flamme, denn auch in meiner Freizeit bin ich gerne mit dem Rad oder der iPhone-Kamera unterwegs. Seit einiger Zeit nutze ich aktiv das Fediverse und berichte über neue Apps, Dienste und Entwicklungen.

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