Apple entschuldigt sich für Siri-Aufnahmen und kündigt Verbesserungen an

Das ändert sich jetzt

Nicht nur Amazon und Google haben im großen Stil Audioaufnahmen angehört und ausgewertet, auch Apple hat zugegeben, dass Mitarbeiter Siri-Sprachbefehle analysieren, um die Sprachassistentin zu verbessern. Anfang August hat man dann die Reißleine gezogen und die Auswertung gestoppt.

In Apples neuer Stellungnnahme wird genau darauf hingewiesen, wie Siri funktioniert und warum Apple Audioaufnahmen hat analysieren lassen. Nun hat Apple weitere Änderungen angekündigt:

Als Ergebnis unserer Überprüfung stellen wir fest, dass wir unseren hohen Maßstäben nicht vollständig gerecht geworden sind, und dafür möchten wir uns entschuldigen. Wie bereits mitgeteilt, haben wir das Siri-Grading-Programm gestoppt. Wir planen, diese Arbeit später im Herbst wieder aufzunehmen, sobald Software-Updates für unsere Nutzer freigegeben werden — aber erst nach folgenden Änderungen:

  • Erstens werden wir standardmäßig keine Audioaufzeichnungen von Siri-Interaktionen mehr speichern. Wir werden weiterhin computergenerierte Transkripte verwenden, um Siri bei der Verbesserung zu unterstützen.
  • Zweitens können Nutzer per Opt-in selbst entscheiden, ob sie zur Verbessrung von Siri beitragen möchten, indem Siri aus den Audioproben der Anfragen lernen kann. Wir hoffen, dass viele Menschen sich dafür entscheiden werden zur Verbesserung von Siri beizutragen, mit dem Wissen, dass Apple die Privatsphäre respektiert und über starke Datenschutzkontrollen verfügt. Diejenigen, die sich für die Teilnahme entscheiden, können sich jederzeit abmelden.
  • Drittens dürfen, wenn sich Kunden per Opt-in entscheiden, ausschließlich Apple-Mitarbeiter Audioproben der Siri-Interaktionen hören. Unser Team wird daran arbeiten, jede Aufnahme, die als unbeabsichtigter Auslöser von Siri erkannt wurde, zu löschen.

„Apple verpflichtet sich, den Kunden in den Mittelpunkt unseres Handelns zu stellen, was auch den Schutz seiner Privatsphäre einschließt. Wir haben Siri entwickelt, um zu helfen, Dinge schneller und einfacher zu erledigen, ohne das Recht auf Privatsphäre zu beeinträchtigen. Wir sind unseren Anwendern sehr dankbar mit welcher Leidenschaft sie Siri nutzen und, dass sie uns dazu bringen, uns ständig zu verbessern.“

Kommentare 9 Antworten

  1. Da ist sie wieder, die Weisheit aller Firmen, wenn etwas ans Licht kommt: Es ist immer leichter „Entschuldigung“ zu sagen, als um Erlaubnis zu bitten.

  2. Auch ich gehörte eine sehr lange Zeit zu den Leuten, die Apple für die Privatsphäre und den Datenschutz lobten. Spätestens jetzt wissen wir, dass dies mehr Schein als Sein war und Apple sich mittlerweile in keinsterweise von anderen Firmen in diesen Punkten unterscheidet und ebenfalls Daten sammelt, speichert, auswertet und vermutlich weitergibt. Das Vertrauen in dieser Beziehung ist komplett weg.

    1. Wie soll eine Spracherkennung besser werden wenn nicht durch lernen am Objekt? Dafür ist es auch notwendig das ein Mensch sich das anhört und mit dem Ergebnis der Maschine vergleicht. Das einzige was mich an der jetzigen Situation stört ist das sie es nicht offen kommunizieren, bzw. auch nach Bekanntwerden und dem bemerken des Trubels nicht früher reagiert haben

      1. Genau darum geht es doch. Das ist nun das zweite Mal (oder auch mehr), dass Apple erst reagiert und sich entschuldigt, als sie erwischt werden. Transparenz ist das Stichwort. So habe ich im Hinterkopf, wieso so etwas logisches (zum verbessern des Dienstes muss zugehört und ausgewertet werden) heimlich ohne das die Nutzer es wussten, geschehen muss. Zum Skandal wird es, da Apple aufgrund des Schutzes der Privatsphäre immer betonte, dass Siri Abfragen nicht auf den Servern gespeichert werden. Das kann ja auch nicht stimmen.

  3. Na das war doch mehr als logisch, drum Nutze ich es kaum, ehrlich gesagt wozu auch? Um mich mit einem Server zu unterhalten, ist alles ja auch nicht falsch das es sowas gibt aber ist alles noch in der Kita und bissel privat möchte doch Jeder haben oder? Genaus wie ich den Home kram nicht nutze, warum soll ich Dieben es noch leichter machen…..

  4. Was mich an der Sache so extrem stört ist die Tatsache, dass Apple alles dafür tut, sich selbst schön zu reden und die anderen schlecht zu reden. Und das als Kern-Thema der „Außenpolitik“. In jeder Keynote wird Apple als Saubermann dargestellt. Erst bei der WWDC auf „Sign-In with Apple“ rumgeritten, dazu noch erweiterte Abfragen für Standort, BT Nutzung etc. Aber bei sich selbst ist alles super. Wenn ich in dem Beitrag dann noch lese, dass ja alles bei „Apple-Mitarbeiter“ bleibe, dann wird mir ganz übel wie man sich selbst sieht. Nämlich Apple Mitarbeiter an sich sind von Grund auf die Guten und den kann man alles anvertrauen. Apple macht natürlich deutlich mehr bzgl. Datenschutz, aber die Firma ist in vielen Punkten schlicht nicht besser als die anderen. Aber das Schlimmste nochmal im Klartext: Wenn man bei Apple die Philosophie intern vertritt, dass die Apple Mitarbeiter die guten und vertrauenswürdigsten sind, dann lässt man nämlich intern quasi alles zu, denn es ist ja nicht schlimm, wenn man die Daten des Kunden bei Apple verwendet🤮. Zum Siri Thema: Die Entschuldigung können die sich sparen. Das war kein Versehen und ein opt-in Verfahren wäre doch logisch gewesen bei so einem Thema. Das ist schlicht wieder so eine Heuchelei, im Nachgang. Natürlich muss man den Dienst verbessern. Die haben doch genug Apple Mitarbeiter, die doch so sauber sind. Dazu ein paar Freiwillige und gut ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright © 2020 appgefahren.de