Insolvenzantrag: Devolo will sich in Schutzschirmverfahren neu aufstellen

Folgen von Lockdown und Chip-Mangel

Ein langjähriger und innovativer Hersteller von Netzwerk-Produkten aus Deutschland hat einen Insolvenzantrag stellen müssen. Die Devolo AG aus Aachen, bekannt vor allem für deine Powerline-Produkte, hat keine liquiden Mittel mehr. Allerdings will man das Unternehmen im Rahmen eines Schutzschirmverfahrens neu aufstellen.

Die wohl wichtigste Meldung ist zunächst einmal: „Der Geschäftsbetrieb der devolo AG läuft während des gesamten Restrukturierungsprozesses in vollem Umfang weiter. Alle Leistungen werden unverändert erbracht, die Gehälter der Mitarbeiter werden weiter gezahlt. Geplant ist, die Sanierung binnen weniger Monate abzuschließen.“


Aus Hauptgrund für die finanziellen Probleme nennt Devolo die Corona-Krise. Zunächst ging man im Frühjahr 2021 von einer positiven Absatzentwicklung aus, „weitere pandemiebedingte Schließungen im Handel und ein verändertes Käuferverhalten speziell auf dem deutschen Markt führten dann aber zu einem Nachfragerückgang ab dem zweiten Quartal 2021.“

Zu viel Warenzufluss auf einen Schlag

Das alleine wäre wohl noch kein großes Problem gewesen, allerdings sind im gleichen Zeitraum große Warenzuflüsse aus Asien eingetroffen. „Hier müssen aufgrund des weiter anhaltenden Mangels an Bauteilen frühzeitig Lieferverpflichtungen eingegangen werden, die Anfang 2022 zu einem sehr hohen Lagerbestand führten und damit zu einem Liquiditätsengpass.“

Allerdings geht Devolo davon aus, dass die Heimvernetzung weiterhin ein Wachstumsmarkt bleibt. „Unser Kerngeschäft sowie das operative Business sind gesund. Zudem sind die Marktaussichten positiv“, so Heiko Harbers, Vorstand der devolo AG. „Denn wir alle führen Videotelefonate im Home-Office, wir streamen Serien in HD, spielen online. Highspeed-Internet in jedem Winkel des Hauses ist dafür unverzichtbar und Heimvernetzung daher weiter ein Wachstumsmarkt. Als Marktführer im Bereich Powerline-Technologie, WLAN-Experte und wichtiger Partner internationaler Netzbetreiber werden wir von diesem Wachstum auch in Zukunft profitieren.“

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Kommentare 12 Antworten

    1. Aha, und was hat das mit der Impfung zu tun? Geimft oder auch nicht. Das sollte jeder selbst entscheiden.

      Sorry verstehe da Dein Argument nicht. ^^

  1. Ich erinnere mich noch an meine Probleme mit den Powerline Adaptern von Devolo. Zu der Zeit war es noch nicht landläufig bekannt, dass Powerline das Vectoring DSL stören kann. Nur auf konkrete Nachfrage beim Support habe ich dann eine inoffizielle Firmware für die Powerline-Adapter bekommen, wodurch die aber fast unbrauchbar wurden. Devolo hielt es nicht für nötig offen mit dem Problem umzugehen. Auch Changelogs hat Devolo nie veröffentlicht. Das ist auch der Grund, warum ich nie wieder zu Devolo Produkten gegriffen habe. Die Insolvenz hat also meiner Meinung nach noch andere Gründe, aber diese Einschätzung überlasse ich jedem selbst.

    1. gegen manche Produkte gab es wegen zu hohen EMV Aussendungen markteinschränkende Maßnahmen der Bundesnetzagentur. Gerade wegen Störung von DSL und insbesondere VDSL Strecken. Wenn Powerline dann würde ich eher etwas von AVM nehmen, am besten Powerline vermeiden.

    1. Der Fehler wurde im Artikel bereits beschrieben: Zu hohe Warenzuflüsse und damit extrem hohe Lagerbestände. Diese haben Liquidität gebunden und somit Devolo das Genick gebrochen.

  2. „…und wichtiger Partner internationaler Netzbetreiber..:“
    Bei der Telekom wurden sie mal Verkauft nun aber nicht mehr und wurden tlw. sogar kostenlos gen Speedhome WIFi ausgetauscht.

  3. Klar hat die Telekom den Verkauf eingestellt. Schließlich ist deren eigenes Produkt (VectoringDSL) je nach örtlichen Gegebenheiten nicht mehr nutzbar, wenn zugleich Powerline verwendet wird. Teilweise gilt das dann sogar für Nachbar-Wohnungen eines Powerline-Nutzers.

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