(Update) MacBook Pro 15 Zoll: Ein Erfahrungsbericht zum neuen Retina-Kracher

Vor etwas mehr als einer Woche habe ich mir das neue MacBook Pro mit 15 Zoll Retina-Display zugelegt. Nun will ich meine Erfahrungen mit euch teilen.

MacBook Pro 13 15 Zoll

Update am 4. November: Cyberport hat heute das 13 Zoll große Retina MacBook im Angebot und verkauft es 150 Euro günstiger. Statt 1299 Euro zahlt man nur 1149 Euro (zum Angebot) – Rabatte bei Apple-Produkten sind eher selten. Wer also mit einem Gerät liebäugelt, kann bei Cyberport derzeit Geld sparen.

Artikel vom 3. November: Keine Frage, so ein MacBook ist keine günstige Anschaffung. Es ist auch keine Anschaffung fürs Leben, aber auf jeden Fall ein Gerät, mit dem man (je nach Anforderung) in den kommenden drei bis vier Jahren locker auskommt, wenn nicht sogar noch länger. Ich habe mich für das Modell ME293D/A entschieden, das in der Standard-Konfiguration 1.999 Euro kostet. Wer es etwas preiswerter haben will, greift zum etwas kleineren Modell mit 13 Zoll Display, das bei 1.299 Euro startet. Noch etwas mehr Leistung gibt es im „großen“ MacBook Pro mit Retina-Display für 2.599 Euro, das war mir dann aber doch etwas zu viel. (Übersicht der Modelle im Apple Online Store)

Bevor ich mich um Kopf und Kragen schreibe, will ich noch einmal kurz betonen, dass es sich bei diesem Artikel nicht um einen Testbericht mit Benchmarks, Statistiken und einem Marathon aus Daten & Fakten handelt. Stattdessen möchte ich einen Erfahrungsbericht liefern und euch sagen, wie sich das MacBook Pro bei meiner täglichen Arbeit geschlagen hat. So solltet ihr euch viel besser vorstellen können, wie sich so ein MacBook in der Praxis schlägt.

MacBook Pro löst MacBook Air ab

Zuvor habe ich ein MacBook Air 13 Zoll aus 2011 genutzt. Mit einem Alter von zweieinhalb Jahren zählt das sicher nicht zum alten Eisen, zumal es mit SSD-Speicher und dem geringen Gewicht zu überzeugen wusste. Doch bei prozessorlastigen Arbeiten, wie etwa dem Konvertieren von Videos, hat man doch gemerkt, dass es an seine Grenzen kommt. Beim neuen MacBook Pro mit Retina-Display habe ich den Lüfter bisher noch nicht gehört – ob überhaupt einer verbaut ist?

Direkt nach dem Auspacken ging erstmal eine Stunde für das Aufspielen des Time Machine Backups drauf. Die nimmt man aber gerne in Kauf, wenn danach alles genau so eingestellt ist, wie man es vom alten MacBook kannte, alle Dateien und Verknüpfungen vorhanden sind und man nicht einmal die ganzen Passwörter neu speichern muss. Danach folgte der erste Wow-Effekt: Das Display.

MacBook Pro Display

Ein Retina-Display muss man einfach gesehen haben. Selbst wenn man denkt, dass der Bildschirm seines jetzigen Geräts doch eigentlich richtig gut ist, setzt Apple hier noch einen drauf. Nur direkte Sonneneinstrahlung, die ist Gift. Aber sonst? Richtig scharf. Es macht einfach riesigen Spaß, sich durch seine Bilder in iPhoto zu wischen und diese in besonders hoher Auflösung anzuschauen. Wie groß der Unterschied wirklich ist, merkt man dann, wenn man ein Programm öffnet, das noch nicht für das Retina-Display optimiert wurde – die Grafiken wirken pixelig, verwaschen, wobei hier die gleiche Qualität zu sehen ist, wie auf einem herkömmlichen Bildschirm.

Besonders angenehm ist die Retina-Grafik aber nicht nur bei Fotos, sondern auch bei Texten, mit denen ich ja täglich jongliere. Ich kann hier noch lange um den heißen Brei herum reden – was Retina angeht, hilft wohl nur ein eigener Blick.

Auch wenn ich in den letzten Jahren immer der Überzeugung war, dass 13 Zoll die ideale Größe für unterwegs ist, kann ich mit dem 15 Zoll Display sehr gut leben. Man hat einfach ein wenig mehr Platz, auch wenn die „reale“ Auflösung nicht viel größer ist. Im Vergleich zum alten MacBook Air erscheint aber alles einfach ein wenig größer, angenehmer. Und wer noch mehr Dinge auf einmal sehen will, der schraubt einfach in den Systemeinstellungen herum – ich persönlich bin allerdings bei den Standardeinstellungen geblieben.

Dauerlauf im Akku-Betrieb

MacBook Pro SeiteEines ist auf jeden Fall klar: Bei den Arbeiten, die ich tagtäglich mit dem MacBook Pro verrichte, haben Prozessor, Arbeitsspeicher und Grafik-Einheit wohl nur ein müdes Lächeln für mich übrig. Mit Office-Arbeiten, Mails schreiben und ein wenig im Internet surfen bringt man das Gerät mit Sicherheit nicht an seine Grenzen. Nicht einmal bei einem Film-Export über iMovie schien das MacBook Pro sich sonderlich anstrengen zu müssen, der Lüfter ist dabei bisher nämlich noch nie angesprungen – selbst wenn zusätzlich ein Thunderbolt-Display anschlossen war.

Mit der Performance bin ich genau so zufrieden wie mit der Akku-Laufzeit, die Apple unter dem vorinstallierten Betriebssystem mit 8 Stunden angibt. Auch wenn ich das MacBook tagsüber mal nicht an die Steckdose hänge, bin ich bisher nicht in die bedrohliche Situation gekommen, doch mal eine Steckdose aufsuchen zu müssen. Die Kollegen von Chip haben mal genauer nachgemessen und sind im Office-Betrieb auf sehr gute 11 Stunden gekommen. Bei einer Video-Wiedergabe im Vollbild-Modus kam man auf 5:14 Stunden – das reicht aber immer noch, um sich locker zwei, wenn nicht sogar drei Spielfilme am Stück ansehen zu können.

Ich könnte jetzt noch drei weitere Seiten Lobeshymnen verteilen, die Verarbeitung, die tolle Tastatur oder das Trackpad loben – damit verschone ich euch aber mal. Natürlich gibt es aber auch einige Kompromisse, die man eingehen muss. So besitzt das MacBook Pro zum Beispiel kein DVD-Laufwerk, bei manchen wird der SSD-Speicher mit seinen 256GB knapp werden (512GB oder 1TB bei Bestellung gegen Aufpreis wählbar). Ich persönlich kann mit diesen Kompromissen ohne Probleme leben.

Natürlich konnte ich in diesem Erfahrungsbericht nicht auf jedes einzelne Detail eingehen, sonst würde ich vermutlich auch noch bis Montag an diesen Zeilen sitzen. Falls es daher noch offene Fragen geben sollte oder ihr eine ganz spezielle Sache wissen möchtet, schreibt einfach einen Kommentar – eure Fragen kann ich dann hoffentlich ganz gezielt beantworten.

Wichtige Links zum neuen MacBook Pro

Kommentare 35 Antworten

  1. Eine für mich wichtige frage 🙂

    Wie sieht es aus mit der Grafik? Bei Spielen? Etc?

    Ja ich weiß ein macbook ist nicht zum zocken da aber dennoch ist wa wichtig 🙂

    1. Wenn du wirklich zocken willst, musst du das ganz große 15er nehmen, das hat eine dedizierte Grafikkarte. Mittlerweile gibt es über Steam und den Mac App Store ja eine ganz vernünftige Auswahl.

    2. Wenn du zocken willst, kauf dir n Windows Rechner mit ner guten Graka 😉

      Ps: damals hatten noch alle 15″ Modelle eine Nvidia 650 mobile, inzwischen ist’s nur noch beim ganz großen 15″ drin – irgendwie auch frech, aber dir Iris von Intel soll auch nicht schlecht sein

  2. Also ich finde die neuen Modelle von demher scheiße, dass man nichts mehr allein austauschen kann. Bei meinem aktuellen MBP habe ich den RAM und die SSD selbst ausgetauscht. Ich hoffe das kleine machts noch ein paar Jahre. Retina ist bestimmt geil, das fehlende Gewicht bestimmt auch, aber mein Akku hält nach 2 Jahren mit Mavericks auch immer noch fast zwei Spielfilme. Außerdem verwende ich das superdrive häufiger als man annimmt und bei den Retina Modellen fehlen einige Stecker, die man nur über Adapter bekommt. Ist meines Erachtens ziemliche geldmacherei

    1. Hi, ich hab das MBPr early 2013 und du liegst nicht so ganz falsch. Selbst für Netzwerk brauchst du einen Adapter, der zusätzlich gekauft werden muss. Davon abgesehen, finde ich aber, dassdas Gerät sich trotzdem lohnt, wobei mein MPBearly 2011 auch seine Vorteille hatte. Austausch der Innereien gehört auf alle Faelle dazu.

    2. Ich hab anfangs auch immer so gedacht, weil ich mein alte MB etliche Male zerlegt und aufgerüstet hab. Aber die neuen haben pcie Flash Speicher, und da wäre ein aufrüsten sowieso unmöglich, da man die Teile nicht bekommt.

      Ein optisches Laufwerk benutze ich seit fast 5 Jahren nicht mehr, das meiste bekommt man heutzutage eh als Download, insofern ist das kein k.o. Kriterium.

  3. du sagst dass der Umstieg von 13 auf 15 Zoll kein Problem war..
    meine Frage ist, für wen empfiehlst du 13 und für wen 15 zoll?

    ich bin da noch etwas unschlüssig, da ich nicht weiß ob es wirklich sinnvoll und möglich ist jeden Tag einen 15 Zoller in die Uni mitzuschleppen, allerdings habe ich die Befürchtung dass 13 Zoll für den Heimgebrauch zu klein sind!
    welcher glaubst du ist sinnvoller wenn man viel unterwegs ist?

    1. Ich persönlich hab ein 13″ MBP. Nehme dies hin und wieder mit zur Uni. Ich schreibe daran aber auch Zuhause Protokolle damit und für mich reicht das Display vollkommen aus!
      Bei dem MBP 15″ kann es dir durchaus passieren das dies dann größer ist als so mancher Tisch und dann nicht genug Platz hat. Den die ganze Vorlesung am Schoß zu halten stelle ich mir relativ ungemütlich vor ..

    2. Also ich würde kein 15″ mehr rumschleppen, es sei denn du brauchst wirklich die rechenpower und die graka. Wenn in deinen Gedanken nur der Bildschirm den Unterschied macht, dann kauf ein 13″ und für das Geld, das du sparst noch nen ordentliche Monitor dazu. Hab auch noch nen 24″ Dell Bildschirm und da reichen mir dann auch die 13″ für unterwegs oder in Vorlesungen.

          1. Wie ist es so bei euch mit dem Akku (langzeit Erfahrung).
            Habe auch vor ein MBP zu kaufen + externer Monitor + docking Station.
            Als Ersatz für den Desktop PC und halt ab und zu für unterwegs. 70% Zuhause 30% unterwegs.

          2. Also mein Akku hat noch 80% nach 2 Jahren und ich schleppe ihn täglich mit zur Arbeit und über Nacht an die Steckdose.

    3. Beruflich haben wir 15″ (leider!!) Lenovo als Standart – ist aber egal, es geht ja um den Form-Gewichtsfaktor…
      Das Wichtigste bei einem transportablen (eher: tatsächlich transportierten) Gerät ist das Gewicht. An Punkt 2 kommt die Größe. Alles weitere spielt eine untergeordnete bis gar keine Rolle.
      Wenn du das Ding die ganze Zeit rumschleppst, kommts auf jedes Gramm an. Alles andere spielt erst mal keine Geige. Da 13″ und 15″ 500gr auseinander liegen, wär für mich die Auswahl (im wahrsten Sinne des Wortes) leicht.
      Rechenpower haben beide mehr als genug. Die Auflösung ist auch beim 13″ Zoll gigantisch (ist halt bei voller Auflösung alles etwas kleiner. Solange die Augen das mitmachen, passt das aber…).
      Zu Hause dann ein großer Bildschirm (eine „klassische“ Docking Station gibts ja leider nicht) und erforderlichenfalls ein Superdrive (hab ich jedoch seit Jahren nicht mehr gebraucht).
      Mehr Rechenpower ist zwar immer „nice to have“, aber in der Praxis eigentlich nie erforderlich (und nach spätestens 1 Jahr ist auch die neueste Möhre eh Schnee von gestern – rein leistungsmäßig – nicht, dass man sie nicht mehr (be)nutzen könnte (ich hab noch ein altes, weißes Kunststoff MacBook und das läuft auch noch, wie ein Nähmaschinchen – das braucht halt beim Konvertieren von Filmen was länger, funktioniert aber auch 1a)).
      Stünde bei mir was Neues an, würde es definitiv das 13″.

  4. Hi besitze zwei GoPro’s ( kleine Action Cams mit FullHD) bisher habe ich immer mit Magix auf Windows gearbeitet. Aber seit iPad und iMovie überlege ich auf ein MBP15 umzusteigen. Welches MBP ist das letzte mit internem DVD Laufwerk und wo man selber noch RAM und Festplatte aufstocken kann? Versuche nämlich gerade eines gebraucht zu ergattern, aber komme mit dem early 2012 usw. Nich ganz klar. Danke für eure Hilfe.

    1. Auf jeden Fall sind die MacBooks mit Laufwerk ohne Retina. Müsste Anfang 2012 gewesen sein. Bei sowas am besten im Apple Refurb Store schauen, wobei da heute tote Hose war.

    2. ich empfehl dir für die Videobearbeitung ein MBP mit Retina (war selbst ganz entsetzt, als ich den Unterschied selbst erlebt hab, und feststellen musste, wie mein bisheriges „Topdisplay“ kurz deklassiert wurde) … und das fehlende DVD Laufwerk kompensierst über ein Externes (persönl. Empfehlung-> hol gleich den Samsung BlueRay-Brenner bei Gravis -> http://www.gravis.de/Notebooks-Desktops/Apple-MacBook-Pro/Samsung-Externer-Blu-ray-Brenner-SE-506BB-USB-2-0-weiss-inkl-Mac-Software.html )

  5. ich würde gerne auf retina umsteigen. mein early 2011 13″ ist zwar noch tiptop aber es reizt auch weniger gewicht schleppen zu müssen. kein ethernet ist für mich als servicetechniker, der eh schon 20 adapter dabei haben muss, ein absolutes nogo. hoffe auf die eher unwahrscheinliche rückkehr in zukünftigen modellen (sogar eine rs232 würde ich mir wünschen. die sucht man aber inzwischen bei allen mobilen verzweifelt.). inzwischen werde ich nochmal in eine ssd und 16gb ram investieren. superdrive fliegt raus, hdd kommt in den laufwerksschacht.

  6. Eigentlich dreist kein 15″ Retina mehr anzubieten. Damit wird’s leider nichts für mich, denn auch im Zug (gerade da) sind mir 13 schlicht zu klein.Gewicht ist für mich zweitrangig, im Rucksack merkt man das nicht wirklich, aber das Retina Display ist tatsächlich unverschämt teuer und ich wüsste nicht wofür Ichs brauchen sollte…

  7. Die neuen haben ja diese SSD Festplatte.
    Die sind ja schon recht klein.
    Wie groß ist denn Mavericks und Works installiert?
    Hab keinen Bock immer ne externe Hdd anzuschließen.

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