Nextbase 522GW: Tolle Dashcam mit guter Videoqualität im Test

Eigene Speicherkarte vorausgesetzt

Ich habe sehr lange eine doch in die Jahre gekommene Dashcam von Anker genutzt und bin vor ein paar Monaten dann endlich auf ein aktuelles Modelle von Nextbase umgestiegen. Heute möchte ich euch meine Erfahrungen mit der Nextbase 522GW mit auf den Weg geben, ein gutes Mittelklasse-Modell mit vielen Funktionen.

Warum ich eine Dashcam nutze? Um im Fall der Fälle einen Beweis zu haben. Es ist nicht unüblich, dass der Unfallgegner beziehungsweise Verursacher einfach falsche Angaben macht, die man mit einer Dashcam-Aufnahme widerlegen kann. Des Weiteren kann man so auch hoffentlich Fahrzeuge beziehungsweise Personen ermitteln, die Fahrerflucht begehen. Ohne irgendwelche Hinweise bleibt man nämlich definitiv auf seinen Kosten sitzen und muss einen abgefahrenen Spiegel selbst erneuern.


Nextbase 522GW: Der Einbau

Moderne Autos sind oftmals mit einem USB-C Anschluss direkt am Rückspiegel ausgestattet. Das ist natürlich praktisch, da man kein langes Kabel verlegen muss. Bei meinem kleinen Audi A1 gibt es dort leider keinen Anschluss, ich muss das Kabel entlang der Frontscheibe, über die Beifahrerseite bis zum Zigarettenanzünder führen. Ein passendes und ausreichend langes Kabel liegt bei, ich habe mich aber für eine andere Lösung entschieden.

Da ich am Zigarettenanzünder mehrere Geräte anschließen möchte, nutze ich einfach das Kabel der alten Kamera. Was ich bei Nextbase gar nicht verstehe: Warum kommt Mini-USB zum Einsatz? Das ist doch ein Anschluss aus der Steinzeit. Micro-USB hätte ich noch akzeptiert, aber Mini-USB? Gut, da ich ein Micro-USB-Kabel nutze, habe ich glücklicherweise einen passenden Adapter von Mini-USB auf Micro-USB. Am Zigarettenanzünder habe ich einen Adapter im Einsatz, der gleich mehrere USB-A und USB-C Ports liefert. Hier gibt es dann Strom für die Daschcam und für meine MagSafe-Autohalterung.

Im Lieferumfang sind verschiedene Halterungen mit dabei. Ich habe mich für die Halterung mit 3M-Kleber entschieden. Die Halterung wird also an der Windschutzscheibe befestigt, die Kamera selbst dann magnetisch gehalten – und das hält wirklich sehr gut. Der Mini-USB-Anschluss ist direkt in die Halterung integriert. Kleiner Nachteil: Das Kugelgelenk lässt sich nicht fixieren, hält aber auch bei ruppiger Fahrt ruhig. Nimmt man die Kamera ab, muss man aber erneut die richtige Position einstellen. Das kommt aber eher selten vor, daher ist das so schon in Ordnung.

Gut zu wissen: Eine MicroSD-Karte liegt nicht mit dabei. Hier müsst ihr selbst eine Karte stellen, die auch ausreichend schnell sein sollte. Neben genügend Speicherplatz sind hier die Bezeichnungen U3/V30 und A2 wichtig.

Nextbase 522GW: Gute Aufnahmen

Die Nextbase 522GW (G steht für den integrierten Beschleunigungssensor und W für integriertes WLAN) verfügt über ein 140 Grad Weitwinkelobjektiv mit f1.6 Blende und kann Videos in maximal 1440p aufnehmen. Das ist besser als Full-HD, aber nicht so gut wie 4K. Für den alltäglichen Gebrauch meiner Meinung nach aber die goldene Mitte. Wird das Auto gestartet, wird auch die Kamera mit Strom versorgt und startet automatisch die Aufnahme. In den Einstellungen könnt ihr festlegen, ob die Kamera mit 1440p und 30 FPS oder in 1080p mit maximal 60 FPS aufnehmen soll. Ebenso könnt ihr die GPS-Koordinaten, euer Nummernschild oder auch die Geschwindigkeit anzeigen lassen.

Die Videoqualität ist wirklich gut, am Tag sogar sehr gut. Wenn es dämmert und dunkel wird, ist das Bild etwas verwaschen, es lassen sich aber weiterhin Nummernschilder erkennen, wenn diese nicht zu weit weg sind. Plötzlich ändernde Lichtverhältnisse verpackt die Kamera gut. Fährt man zum Beispiel durch einen Tunnel wird alles automatisch angepasst und weder über- noch unterbelichtet.

Jede Aufnahme kann bis zu 3 Minuten lang sein. Ich habe das Limit auf 1 Minute gestellt, da der Download von Dateien so deutlich schneller funktioniert. Möchte man ein Video von der Kamera exportieren und zum Beispiel auf seinem Smartphone speichern, kann man über die myNextbase-App eine WLAN-Verbindung zur Kamera herstellen und den Download starten. Eine WLAN-Verbindung ist gut und schnell, allerdings ist der Download von Videos nicht immer stressfrei. Die Geschwindigkeit variiert sehr oft und kommt selten über 3 MB. Leider kommt es hier auch häufiger zu Verbindungsabbrüchen, obwohl ich weder die Kamera noch das Smartphone bewege. Hier wäre eine stabilere Verbindung und höhere Geschwindigkeiten wünschenswert. Möchte man mehrere Clips herunterladen, muss man sich ja schon fast ein Buch einpacken, um die Zeit zu überbrücken. Optional kann man natürlich auch die Karte aus der Dashcam entnehmen und dann Zuhause am Rechner die Videos übertragen – aber das ist deutlich aufwendiger.

Nextbase 522GW: Die MyNextbase Connect App

Die MyNextbase Connect App (App Store-Link) bietet Zugriff auf alle gespeicherten Dateien. Diese könnt ihr löschen oder eben herunterladen. Gleichzeitig könnt ihr die Firmware prüfen und Einstellungen vornehmen. Das finde ich praktisch, denn ich habe meine Dashcam so eng hinter dem Rückspiegel platziert, dass die Bedienung am Touch-Display nur schwer möglich ist. Per App könnt ihr alle Einstellungen auch bequem am iPhone tätigen.

‎MyNextbase Connect
‎MyNextbase Connect
Entwickler: NEXTBASE UK
Preis: Kostenlos

Emergency SOS setzt Abo voraus

Ein Extra ist die Emergency SOS Funktion. Wenn die Dashcam einen Unfall registriert, werden automatisch die Rettungsdienste alarmiert, die über die GPS-Koordinaten direkt zum Unfallort geleitet werden. Bevor die Dashcam automatisch den Unfall meldet, gibt es einen Countdown, den man manuell stoppen kann, sollte es sich um eine Fehlauslösung handeln. Ist man zum Beispiel bewusstlos, wird nach dem Countdown automatisch der Rettungsdienst informiert. Emergency SOS kostet 3,99 Euro monatlich, 39,99 Euro für 1 Jahr oder 79,99 Euro für 3 Jahre. Moderne Autos haben solche Funktionen schon von Werk aus mit dabei, Hersteller sind seit März 2018 verpflichtet den sogenannten eCall einzubauen.

Parkmodus gegen Fahrerflucht

Ist der Parkmodus aktiviert und die Kamera beziehungsweise der Beschleunigungssensor erkennt eine Erschütterung, schaltet die Kamera sich automatisch ein (wenn der Akku noch Saft hat) und nimmt ein 3 Minuten langes Videos auf. Hier hat man dann hoffentlich das Kennzeichen gesehen und bleibt letztendlich bei Fahrerflucht nicht auf den Kosten sitzen. In den Einstellungen könnt ihr die Sensitivität festlegen, ich empfehle hier Mittel. Bei Leicht reicht auch schon das Öffnen des Kofferraums aus und die Kamera nimmt auf – das muss nicht sein.

Nextbase 522GW: Mein Fazit

Nach mehreren Monaten kann ich sagen: Die Nextbase 522GW macht einen guten Job. Benötigt habe ich die Aufnahmen bisher zum Glück nicht, aber für den Notfall bin ich definitiv gut gerüstet. Die Videoqualität ist gut, schwächelt aber in dunklen Umgebungen. Der Mini-USB-Anschluss ist veraltet, hier sollte Nextbase wirklich mal umdenken, vor allem wenn man sich selbst als „weltweit führenden Anbieter von Dashcam-Technologie“ bezeichnet. Die App ist gut zu bedienen, der Download von Videos doch etwas hakelig.

Insgesamt bin ich zufrieden. Nextbase bietet einfach gute Dashcams an und die Nextbase 522GW ist für mich ein sehr gutes Mittelklasse-Modell. Bei Amazon wird die Dashcam aktuell für nur 182,95 Euro verkauft, das Set mit zusätzlicher Rückfahrtkamera liegt bei 219,95 Euro, wenn ihr den aktuellen 30 Euro Gutschein auf der Produktseite aktiviert. Auf YouTube könnt ihr euch zudem ein Test-Video in 1080p ansehen.

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Kommentare 11 Antworten

  1. Ich hätte gern eine Dashcam mit Verkehrszeichen Erkennung. Ja das gibt es, ist wohl teilweise nicht so zuverlässig. Hat jemand da Erfahrungen und Empfehlungen.

    1. Meine Karre hat das von hause aus drinnen. Das funktioniert perfekt. Bei den normalen Schildern ist das fehlerfrei. Kniffelig wird es bei den Zusatzschilder z. B. bei zeitlich Geschwindigkeitsbegrenzungen. Da klemmt es gerne mal. Im Urlaud war ich erstaunt wie gut Warnschilder am Straßenrand von Baustellen sauber erkennt wurden, trotz Schäden und schlecht Typo. Ich denke, dass wird für Nachrüstgeräte sehr teuer, wenn es so gut wie vom Hersteller verbaut sein soll.

  2. Ich denke schon länger über solch eine Dashcam nach aber die rechtliche Lage, der tatsächliche Nutzen und die Effektivität haben mich bisher abgehalten. Vor kurzem ist mir jemand beim Ausparken hinten drauf gefahren. Da hätte die Cam nix gesehen. Da muss man schon die Technik eines Tesla haben um seinen Wagen rundum abzuchecken. Ein echtes Totargument: Die Verkabelung. Die Bastelei geht absolut nicht.
    Und rechne ich mal alle Aktionen meiner über 30 jährigen Autofahrzeit in der Hauptstadt zusammen, hätte mir das tragen eines Regenmantels gegen von oben kommende Vogelkagge mehr gedracht. Von daher sehe das Ding als ein nettes Gimmick ohne echten Mehrwert.

    1. … solange nichts passiert ist dann auch jede Versicherung oder auch Datensicherung nur ein nettes Gimmick ohne Mehrwert. No risk – no fun 😁

    2. @meiler: Die rechtliche Lage ist nach dem BGH-Urteil deutlich entspannter. Die Rahmenbedingungen für eine Zulässigkeit der Aufnahmen wurden definiert. Solange Du nicht stundenlang filmst, sondern die Dashcam auf eine kurze Dauer (bspw. 3 Minuten) einstellst, sehe ich gute Chancen im Falle eines Unfalls. Schlimmstenfalls wird die Aufnahme als Beweis nicht zugelassen, das passiert aber nicht einfach so. Überhaupt, bei solchen Sachen ist die DSGVO ohnehin die kleinste Keule die man schwingen kann, und das sage ich als zertifizierter Datenschutzbeauftragter.

      Ich überlege auch die ganze Zeit, mir eine Dashcam zuzulegen, aber bisher hat mich die schlechte Videoqualität davon abgehalten. Ich warte, bis 4k verfügbar wird.

        1. @freddy: Danke schön. Die hatte ich schon vor einem Jahr auch schon entdeckt und jetzt weiß ich wieder, warum ich damals entnervt aufgegeben habe. Es ist mir nicht gelungen, ein Beispielvideo in 4k zu finden, um mal die Auflösung abschätzen zu können. Habe eben auch wieder auf YouTube gesucht, bin aber nicht fündig geworden. Kennst Du zufällig eins?
          Ich habe bei meinen Eltern auf dem Grundstück 6 Arlo Ultra installiert, eine davon auf einem Mast auf Höhe der Einfahrt, aber nach gefühlt 10-15 m Entfernung lassen sich die KFZ-Kennzeichen nicht mehr ablesen, trotz 4k. Ich befürchte, dass das mit einer Dashcam auch so wäre.

        2. @freddy: Nachtrag: Die Amazon-Rezensionen der 622 sind nach wie vor vernichtend. Auch das hatte mich vor einem Jahr vom Kauf abgehalten. Wie es scheint, ist die Software immer nich buggy und lässt die Kamera permanent einfrieren. Der Support von Nextbase wird durchweg kritisiert. Hm, das ist leider nicht so prickelnd. Bin ich wieder da wo ich vor einem Jahr war…

          1. @googie: Ja, auch das war meine Sorge, dass 30 fps zu langsam ist für die im Verkehr üblichen Geschwindigkeiten.
            Muss mal recherchieren ob es Dashcam-Kits für die GoPro gibt, die was taugen.

  3. Ich habe die an der Front- und Heckscheibe. Schon so manches Mal die Speicherkarte zur Beweissicherung ausgelesen – nur zur Sicherheit 😉

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