Noiseless: Neue Foto-App von MacPhun reduziert Bildrauschen mit neuartiger Technologie

Wer bei schlechten Lichtverhältnissen oder mit hoher ISO-Zahl fotografiert, bemerkt oft das typische Bildrauschen auf Fotos. Die neue Mac-App Noiseless widmet sich genau diesem Problem.

Noiseless MacNoiseless richtet sich an Fotografen unterschiedlichster Art, allen voran aber wohl Smartphone-Nutzer und Besitzer von kleinen Digitalkameras. Gerade bei diesen Geräten sind ab einem bestimmten Punkt die Grenzen der Leistungsfähigkeit erreicht, was sich insbesondere an Bildrauschen bei schlechten Lichtverhältnissen bemerkbar macht. Wer schon einmal versucht hat, mit einem iPhone in einer dunklen Ecke eines Restaurants bei Kerzenschein Fotos zu machen, oder mit der kleinen Digital-Knipse eine nächtliche Stadt-Ansicht abzulichten, wird das Problem auf den Bildern sicher kennen: Sie wirken körnig und wenig ansprechend.

Die Mac-App Noiseless (Mac App Store-Link) vom allseits bekannten Entwicklerstudio MacPhun versucht nun, mittels einer neuartigen, vom Team selbst als „revolutionär“ beschriebenen Technologie, sich dieses Problems anzunehmen. Die etwa 51 MB große Anwendung lässt sich seit kurzem zum Preis von 17,99 Euro aus dem deutschen Mac App Store herunterladen und benötigt zur Installation zudem OS X 10.8 oder neuer. Eine deutsche Lokalisierung besteht für die Foto-Anwendung bisher leider noch nicht, man muss also mit der englischen Sprache Vorlieb nehmen.

Viel Vorwissen muss man zur Nutzung von Noiseless allerdings nicht aufbringen: Die englischsprachige App erledigt dank einer „smarten Bildrausch-Erkennung“ das Entrauschen der importierten Fotos „vollkommen automatisch“. In einer Gegenüberstellung kann man sich in einer 50%-, 100%- oder 200%-Ansicht von der Arbeit des Programms direkt überzeugen und sieht, wie sich die in Noiseless bereit stehenden Presets für unterschiedliche Aufnahmebedingungen auf das eingepflegte Bild auswirken.

Rauschreduzierung in Noiseless geht zulasten der Bildschärfe

Meine Testbilder, an denen sich das Noiseless-Programm austoben durfte, wurden mit einer DSLR bei ISO 3.200 bei Tageslicht in einem schlecht beleuchteten Innenraum aufgenommen. Die App wählte eigenständig das Preset „Medium“, sah also keine Notwendigkeit, gleich die stärkste Rauschreduzierung anzuwenden. Und in der Tat zeigten die Vorschaubilder eine deutliche Reduzierung des Rauschverhaltens. Beim letztendlichen Vergleich jedoch fiel auf, was zu erwarten war: Die Rauschreduzierung von Noiseless geht auch zulasten der Schärfe und Detailgenauigkeit des Bildes. Zwar war das typische Korn im Bild verschwunden, insgesamt wirkte das bearbeitete Bild aber auch schwammiger und unschärfer. Die App scheint zudem den Kontrast des Fotos leicht anzuheben – zumindest auf meinen Testbildern waren die Farben etwas kräftiger und Schatten noch dunkler als auf dem Ausgangsbild.

Letztendlich bleibt es eine Entscheidung des Fotografen, ob er oder sie ein körniges Bild gegen einen partiellen Verlust der Schärfe einzutauschen bereit ist. Ich jedenfalls habe lieber leicht körnige, dafür aber scharfe Fotos, als schwammige Bilder ohne Korn. Bei Nachtaufnahmen mit extrem scharfen Bildrauschen allerdings kann Noiseless als Rettungsanker dienen, der das ansonsten unbrauchbare Foto in ein akzeptables Ergebnis umwandelt. Ein Pflichtdownload für Fotografen ist Noiseless aber trotzdem nicht.

Kommentare 2 Antworten

  1. Bei „revolutionäre neue Technologie“ werde ich gleich mal skeptisch und wie’s scheint, schieben sie die Bildschärfung dem Entrauschen gleich in einem Schwupps hinterher. Etwas, das man eigentlich immer macht, wenn man Bilder de-noised oder die Bildgröße ändert. Ansonsten halte ich es da genauso wie Mel: lieber etwas Korn zum Erhalt der Schärfe schadet nicht, tut nicht weh und aus einem größeren Abstand betrachtet sieht man das Korn auch gar nicht. Mal ganz abgesehen davon, dass Korn hinzufügen auch ein stilistisches Mittel ist.

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