StreamOn-Service: Bundesnetzagentur droht der Deutschen Telekom mit Strafe

Viel Wirbel gibt es aktuell um den Telekom-Dienst StreamOn.

streamon

Die Deutsche Telekom bietet Mobilfunkkunden mit dem eigenen Service StreamOn eine Möglichkeit, auch unterwegs deutschlandweit Musik und Videos zu streamen sowie Spiele zu spielen, ohne das eigene Datenvolumen zu belasten. Aktuell finden sich bereits über 200 Partner-Dienste in der StreamOn-Liste, darunter Spotify, YouTube, Netflix, Sky, Apple Music, Pokémon GO, Fortnite, Amazon Prime Video, Deezer, Napster, Fortnite und viele weitere. Der StreamOn-Dienst kann bei vielen Tarifen der Telekom kostenlos hinzugebucht werden.

Erst kürzlich wurde bekannt, dass der StreamOn-Service laut des Verwaltungsgerichts in Köln rechtswidrig ist. Die Bundesnetzagentur bemängelte bereits vor einem Jahr Teile dieses Telekom-Services. Es geht dabei nicht um das Angebot an sich, sondern um einzelne Bestandteile dieses Dienstes und ihre Ausgestaltung. So stört sich das Verwaltungsgericht unter anderem an der Tatsache, dass StreamOn trotz der neuen Roaming-Regelung nicht im europäischen Ausland verwendet werden kann, und auch an der Beschränkung des Streamingdienstes auf 1,7 MBit/s.

200.000 Euro Zwangsgeld für zwei Regelverstöße

Die Telekom ist bereits gegen diese Entscheidung vorgegangen und will alle rechtlichen Schritte verfolgen, um ihr eigenes Angebot weiter anbieten zu können. Nun greift aber erneut die Behörde der Bundesnetzagentur ein und mahnt mit erhobenem Finger nach einer Änderung bestimmter Aspekte von StreamOn, wie unter anderem Spiegel Online berichtet. So ist die Drosselung von Videoinhalten ein Thema: Bei StreamOn wird der Datenverbrauch von Diensten wie Netflix nicht auf das tariflich festgelegte Datenvolumen angerechnet. In einigen Tarifen werde aber die Qualität gedrosselt, so dass es sich unterwegs nur in geringer SD-Auflösung schauen ließe – was als Verstoß gegen die Netzneutralität zu werten ist. Auch das oben bereits erwähnte EU-Roaming ist Bestandteil der erneuten Kritik.

Die Aufforderung der Bundesnetzagentur wurde am 27. November 2018 eingereicht und geht mit der Androhung einer Strafe in Höhe von 200.000 Euro als sogenanntes Zwangsgeld einher, sollte die Deutsche Telekom keine entsprechenden Änderungen an ihrem StreamOn-Angebot vornehmen. Man darf also gespannt sein, wie sich diese knifflige Angelegenheit weiterentwickelt: Der Fall wird nun vor dem Oberlandesgericht in Münster verhandelt.

Nutzt ihr einen Vertrag der Telekom mit StreamOn? Würdet ihr aufgrund dieses Services zu einem Telekom-Tarif wechseln? Wäre der Wegfall für euch ein Grund, den Anbieter zu wechseln? Wie sehen eure Erfahrungen mit StreamOn aus? Wir sind gespannt auf eure Meinungen zu diesem Thema.

Kommentare 11 Antworten

  1. 200.000 TEuro. Nicht das ich das hätte, aber ein Hüsteln für ein Unternehmen wie die Telekom, die, sollte sich das Thema weiter so betreiben lassen können, dass am Ende in die Tarif miteinkalkuliert.
    Was ich nicht begreife: Entweder/Oder. Also entweder die Telekom darf das nicht machen oder nicht. Das kann man doch professionell prüfen lassen und dann ist entweder schnell Schluss (ein Traum wenn es so bei großen Firmen liefe) oder man ist fein raus, weil man ein Lücke gefunden hat.
    Hier gibt es etliche Fakten, die für ersteres sprechen. Warum darf man das dann?

  2. Diese ewige Reglementierungen nerven einfach nur. Wem hilft das? Den Kunden sicherlich nicht. Wer das Angebot der Telekom attraktiv findet, Bucht es für ein paar Euro mehr. Wer nicht, der nicht. Niemand hindert die Telekom Konkurrenz ähnliche Angebote zu installieren. Ich habe keinen Plan, wem unter dem Strich diese Netzneutralität wirklich helfen soll. Mir als Kunden sicherlich nicht, sollte der Service so nicht mehr angeboten werden dürfen

    1. Reglementierungen müssen sein um faire Bedingungen für alle Anbieter zu schaffen. Diese bringen Wettbewerb und cooleres Zeug für uns.

      Man kann es übertreiben, aber mit nur 3 Mobilfunkanbietern brauchen wir strikte Regeln. Die Preisvergleiche zu anderen Ländern kennst Du sicher.

      Netzneutralität stellt sicher, dass es keine Maut im Internet gibt. Das Internet ist für alle da. Klar lassen die mit StreamOn nicht gleich die Katze aus dem Sack. Aber der Frosch ist schon mal im Topf. D. h. Dir als Internetnutzer nützt es, wenn Du das mal weiter denkst.

      Viel schöner wäre es, wenn Buden wie die DTAG ihre Innovationskraft auf neue Dienste und Netzausbau lenken würde und nicht wie man die Access-Kuh (meist abgeschriebene Infrastruktur) noch mehr melken kann.

  3. Ich nutze es gern. Die Drosselung und das damit verbundene SD ist mir nie aufgefallen. Sollte es wegfallen, würde ich etwas vermissen und wahrscheinlich die Flat buchen. So war wahrscheinlich der rosa Plan – Gewohnheit schaffen… ?

  4. Was mich interessiert, hat jemand von denen, die hier lautstark ihren Unmut über dieses Telekomangebot kundtun StreamOn? Ich habe es, wollte es, will es und obwohl ich viel außerhalb Deutschlands unterwegs bin, vermiße ich nichts. Ich wusste worauf ich mich einlasse. Punkt!

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