Vergleichstest: Solar- oder nicht Solarakku, das ist hier die Frage

Vor nicht allzu langer Zeit berichteten wir euch schon vom Akkupack Just Mobile Gum Pro. Da einige Nutzer doch eher den Wunsch nach einem integrierten Zusatzakku hegten, gibt es nun einen entsprechenden Vergleichstest.

Ins Rennen gehen werden das A-Solar iPhone 4 Power Pack (Amazon-Link) für etwa 50 Euro sowie das Dexim Super-Juice Power Case (Amazon UK-Link / eBay-Link ), welches mit 55-60 Euro auch ungefähr im gleichen Preissegment liegt. Leider ist letzteres bislang in Deutschland noch nicht wirklich verbreitet, da es erst seit kurzem auf dem Markt ist, aber auf der Website des Herstellers werden einige deutsche Retail-Shops genannt. Die obigen Kauflinks führen zu den momentan von uns gefundenen günstigsten Kaufpreisen seriöser Anbieter der jeweiligen Akkupacks.

Nur Äußerlichkeiten?
Das schwarze A-Solar Power Pack kommt mit einer matten , daher gleichzeitig sehr griffigen schwarzen Oberfläche daher und wiegt trotz seines eingebauten Akkus sowie einer auf der Rückseite befindlichen Solarzelle nur etwa 80 Gramm. Zum Vergleich: das iPhone 4 wiegt als Ganzes 137 Gramm, also fast ein Drittel mehr als das A-Solar Pack. Auf der Innenseite befindet sich ein Dock Connector-Anschluss sowie ein genügend großer Durchlass für die 5MP-Kamera des iPhones. Zur Kontrolle des Akkustandes gibt es auf der Rückseite vier kleine LEDs sowie einen Button, der auch zum Ein- und Ausschalten des Ladevorgangs dient. Ein abnehmbarer Deckel zum Schutz für die Oberseite des iPhones komplettiert das A-Solar Akkupack.

Auch das Dexim bietet einen ähnlichen Komfort: zwar wird es in einem glänzenden Weiß ausgeliefert, aber wiegt ebenfalls weniger als das iPhone selbst, und zwar um die 95 Gramm. Trotz seines zusätzlichen Gewichts verfügt das Dexim Super-Juice Power Case nur über einen eingebauten Akku. Auch hier das übliche Spiel: praktische Durchlässe und Aussparungen an den richtigen Seiten sorgen für eine komplikationslose Nutzung des iPhones auch während es im Case verbleibt. Anders als beim A-Solar-Pack ist hier der obige Deckel fest mit dem Case verbaut und kann zum Entnehmen des Geräts hochgeschoben und nach hinten geklappt werden. Punkten kann das Dexim ganz besonders durch seinen ausklappbaren Standfuss auf der Rückseite, so dass man das iPhone bequem zum Filme gucken aufstellen kann. Auch die obligatorischen LEDs zum Akku- und Ladestatus befinden sich an selbiger Stelle.

Das Innenleben oder: Saft ist nicht gleich Saft
Der Akku des A-Solar Akkupacks verfügt über 1.600 mAh Leistung, das ist in etwa so viel, dass damit der iPhone-Akku einmal voll geladen werden kann. Aufgeladen wird der Akku entweder über ein beiliegendes Mini-USB-Kabel am PC/Mac oder an der Steckdose. In unserem Test dauerte das Laden über einen USB-Steckdosen-Adapter mehr als 3,5 Stunden, da nur mit maximal 500 mA aufgeladen wird. Während des Ladevorgangs des Packs leuchten die LEDs blau auf. Was hier besonders auffiel: ein unbeschwertes Aufladen über die integrierte Solarzelle war quasi unmöglich bis sinnlos, obwohl das Case etwa 2 Tage lang (!) auf einer Fensterbank in der teils prallen Sonne lag. Auch nicht besonders vertrauenserweckend war der Mini-USB-Anschluss, der während des Ladevorgangs an der Steckdose mehrmals seinen Kontakt zum Kabel verlor und sehr wackelig verbaut aussah.

Das Dexim Super-Juice Power Case bietet sogar noch mehr Leistung: ganze 2.000 mAh des eingebauten Lithium-Polymer-Akkus können hier zum Laden des iPhones verwendet werden. Auch hier erfolgt das Aufladen des Cases selbst über einen Mini-USB-Anschluss entweder über PC/Mac oder an der Steckdose. Nach ca. 3 Stunden ist der Akku voll geladen und kann dann zum Betanken des iPhones genutzt werden. Auch hier geben die drei blauen LEDs Auskunft über Akkuladung und –leistung.

Der iPhone-Lade-Marathon
Das A-Solar Power Pack wurde zugegebenermaßen einem ganz besonderen Härtetest unterzogen. Da ich für eine Fototour mit dem iPhone einen Zusatzakku dabeihaben wollte, nahm ich den zuvor voll geladenen A-Solar-Akku mit. Das iPhone hatte noch ca. 10% an Restakku. Das Anbringen des A-Solar Packs ging zügig und ohne große Probleme: iPhone reinschieben, Deckel draufklicken, fertig. Trotz der generell sehr guten Verarbeitung entstanden jedoch zwischen Deckel und Rückseite kleine Luftschlitze, die zwar nicht stören, aber auch nicht besonders toll aussehen (siehe Foto). Immerhin: sofort ertönt das „Bleep“ zum Zeichen, dass das Gerät aufgeladen wird. Durch seine 1 Ampere-Ausgangsleistung ging das Laden sehr schnell. Während einer Stunde machte ich ca. 20 Fotos und ließ das iPhone weiter durch das A-Solar Case laden. Doch schon bei kontinuierlichem Gebrauch und einem Akkustand von 60% war Schluss, das A-Solar Pack machte schlapp. Von 1.600 mAh hätte man eigentlich etwas mehr erwartet, aber sicher tat die Nutzung während des Ladevorgangs dem A-Solar Pack keinen Gefallen.

Im Dexim mit seinen 2.000 mAh schlummert mehr Leistung, soviel war von Anfang an klar. Während einer Zugfahrt nutzte ich das zuvor voll aufgeladene Case, um ein „Backup“ für den schwächelnden iPhone-Akku zu haben. Als das iPhone bei 1% dann von selbst aus ging, wurde das Dexim Case angebracht. Auch hier gab es mit der Installation keine Probleme – die Verarbeitung ist hochwertig, der obere Deckel schnappt zuverlässig zu, das iPhone sitzt sicher im weißen externen Gehäuse. Einziger Nachteil: an der Unterseite entsteht zwischen Gerät und Dock Connector eine kleiner Freiraum, in dem sich ggf. Staub ansammeln kann. Anders als beim A-Solar dauert beim Dexim Case der Ladevorgang etwas länger, da nur eine 500 mAh-Ausgangsleistung besteht. Nichts desto trotz war nach etwa 2 Stunden mein iPhone komplett auf 100% geladen und ich konnte es aus seinem Case entfernen. Die Restladung reichte einige Zeit später sogar noch, um ein weiteres Mal ca. 30% aufzuladen. Insgesamt bot das Dexim Case also etwa 130% an zusätzlicher Akkuleistung, was gerade auf längeren Reisen sicher hilfreich ist, weil man die Laufzeit des iPhones damit mehr als verdoppeln kann.

And the winner is…
Ganz klar kann in meinem Fall eine Empfehlung für das Dexim Super-Juice Power Case ausgesprochen werden. Zwar liegt das A-Solar Power Pack besser in der Hand, umschließt das iPhone ganzheitlicher und lädt das iPhone schneller auf, aber die höhere Akkuleistung, der ausklappbare Standfuss und vor allem die bislang noch nicht erwähnte bessere Tonqualität sprechen für sich. Denn: das A-Solar dämpft den Ton der iPhone-eigenen Lautsprecher so unvorteilhaft, dass Klingel- und Warntöne nur noch dumpf wahrgenommen werden – und das TROTZ Aussparungen am unteren Rand des Akkupacks. Auch die Solarfunktion des A-Solar-Produkts konnte nicht überzeugen, da keine nennenswerte Ladung über zwei ganze Tage verzeichnet werden konnte. Wahrscheinlich sind die Solarpaneele einfach zu klein.

Wer sich nicht mit einem speziell für das iPhone 4 passenden Akkucase anfreunden kann, dem sei das in einem anderen Test ebenfalls für gut befundene Just Mobile Gum Pro Akkupack (Testbericht) ans Herz gelegt. Mit einem Preis von etwa 40 Euro liegt es sogar noch unter den hier vorgestellten Cases.

Kommentare 35 Antworten

      1. Danke, Sven. Wenigstens irgendwer versteht meine Sprachspiele. 😉 (Der Artikel stammt nicht von Freddy, wie oben angegeben, sondern von mir, der Quotenfrau Mel. :-))

  1. Ich fände eine hülle mit Solarzellen fuer iPad interessant…
    Das geht bestimmt schneller mit dem aufladen der huelle. Gibt es sowas??

  2. Wer noch ne günstigere Alternative sucht, sollte sich mal das Callstel von Pearl anschauen.
    Kostet 30 Euro und hat ungefähr die gleiche
    Leistung wie das hier erstgenannte Produkt,
    Aber ohne Solarzellen.

    Guggst du hier.
    http://www.pearl.de/a-HZ1861-4025.shtml?query=iPhone 4 Akku

    Ich benutze es jetzt ca. einen Monat und bin zufrieden damit.
    Auch hier gibt’s ne 4 LED Akkustandsanzeige und ein ausklappbares Ständerchen.

    Was ich nicht ganz verstehe, warum man nach dem Laden das Cover wieder entfernt?

    Dafür ist es ja auch Cover um dem iPhone einen gewissen Schutz zu bieten.

    1. Mir persönlich war das Cover zu plump. Und wenn das iPhone voll geladen ist, warum soll ich dann das leere Akkucase drum lassen, wenn es nur zusätzliches Gewicht braucht?
      Für den Hausgebrauch nutze ich sonst immer eine Ledertasche von dekoop und das Case-Mate Barely There als Schutzhülle.

      1. Okay wenn einem das Gewicht einer halben Tafel Schokolade zuviel, macht man es halt ab.

        Klar wenn man auf richtig stylische Sachen steht sag einem das nicht zu.

        Mir geht es da eher um Funktion und ich muss nicht sehen wo ich nun die ganze Zeit das Ladeteil verstecke, denn ich trage keine Handtasche mit mir rum.

        Mich stören die 0,5cm nach hinten und die 0,8cm nach unten, die das Cover aufträgt, nicht.

        Und da mein Akku spätestens um 14:00 Uhr alle ist, einfach Knöpche gedrückt und ich komm bis zum Abend locker hin.

  3. Hab mal bei Arktis.de bei einem Cover gelesen dass das iPhone zuerst den Coverakku leer macht und erst dann an den internen rangeht geht das oder ist es eine verarsche?!?

    1. Klar macht das angelegte iPhone zuerst den Akku des Cases leer, und lädt sich mit dem dort befindlichen Saft auf. Sonst würde so ein Akkucover ja nichts bringen.
      Oder hab ich deine Frage falsch verstanden?

    2. Also ich denke es so Akku voll dann geht iPhone Akku etwas leer und wird von dem Cover wieder aufgeladenen und so weiter dadurch geht doch jedesmal ein Zyklus im Arsch 🙂

      Hmm und ich hab es so verstanden das Akku voll dann wird erstmal der vom Cover leer gesaugt und der vom iPhone nicht angerührt.

    3. Versteh den externen Akku einfach als USB-Ladekabel. Wenn dein iPhone-Akku bei 100% ist und nichts damit passiert, wird auch nicht über den externen Akku geladen.
      Hast du vielleicht 50% Restakku im iPhone, legst das Akkucase an und spielst damit rum (z.B. Spiele oder Fotografie etc.), wird sowohl aufgeladen als auch der Akkuverbrauch durch die Benutzung kompensiert. Natürlich bringt der externe Akku dann nicht so viel Leistung, weil er ja gleichzeitig das iPhone lädt und auch noch dafür sorgen muss, dass die verlorenen Akkuprozente durch die Benutzung ausgeglichen werden.

      Ich hab ja diesen Härtetest mit dem A-Solar-Case gemacht: Akku war komplett leer, ich hab das voll geladene A-Solar-Case angesteckt und bin dann damit auf eine Fototour gegangen. Obwohl das Ding ja 1.600 mAh Leistung hat, was eigentlich für eine volle iPhone-Ladung reichen sollte, wurde mein Akku, weil ich es während des Ladens ja intensiv genutzt habe, nur bis 60% geladen, dann war der externe A-Solar-Akku erschöpft.

      Ob das jetzt jedesmal mit einem „verlorenen“ Ladezyklus verglichen werden kann, bezweifle ich. Ist so, als wenn du dein iPhone über USB-Kabel und Steckdose auflädst, aber gleichzeitig damit spielst. Dann dauert der Ladevorgang ja auch etwas länger, weil gleichzeitig ja auch Akku durch deine Spieltätigkeit verbraucht wird.

  4. Prima Bericht! Dass die Solarnummer SO schlecht ist, hätte ich nicht gedacht – da bringt das Ganze, bis auf die erste Ladung, ja nicht wirklich was.

    Das andere werde ich mir mal näher ansehen. Wenn dann noch die Verarbeitungsqualität stimmt, bin ich wahrscheinlich begeistert, wobei man (herstellerseitig) da durchaus ein paar Ampere mehr fliessen lassen könnte, aber solange der Akku bei Benutzung geladen wird, passt das schon.

    1. Wie gesagt, bei mir lag die Rückseite des A-Solars ca. 48 Stunden lang auf der Fensterbank eines Raumes, an dem am Morgen bis zum späten Mittag die Sonne reinscheint. Laut vieler Beschreibungen soll ja nichtmal direkte Sonne vonnöten sein, sondern schon normales Tageslicht reichen. Entweder scheint in mein Fenster eine andere Sonne, oder dieses Solarpaneel ist nicht das Wahre. Kann es gerne nochmal testen in den nächsten Tagen, aber denke, dass da auch diesmal keine anderen Ergebnisse zutage kommen werden.

  5. Kauft Ihr eigentlich eure Testprodukte oder bekonmt Ihr die zur Verfügung gestellt? Das mag ja mit der Zeit ganz schön ins Geld gehen. Ebenso die Apps – ihr testet und berichtet ja nich nur über Gratiskram…

        1. Ich hab ja auch gesagt „VIELE der Apps und Produkte“, nicht ALLE. 🙂
          Und Arbeit ist es trotzdem noch genug – frag mal Freddy und Fabian. 😉

        2. Was schmälert das denn den Respekt? Ganz und gar nicht. Das Einzige, was eher darunter leiden kann ist die Objektivität der Tester. Aufwand und Mühen bleiben aber eher gleich – und dafür: Hut ab.

  6. Cool wäre ein brauchbarer Solar Akku auf jedenfall. Habe auch schon ewig rumgesucht. Ich bin mittlerweile bei dem HyperJuice Micro für mein iPhone 4 gelandet. Das Teil liefert mir zusätzliche 2,5 Akkuladungen und kann gemütlich über das normale iPhone Ladekabel mein iPhone laden. Ich brauche mir keinen Kopf mehr machen wenn ich mal ein paar Tage mein Ladegerät fürs iPhone vergessen habe wenn ich unterwegs bin. Diese Akkus kann ich absolut empfehlen, gibts bei http://www.hyperbatteries.de

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