Anker-Chef Steven Yang im Interview: „Ich kannte niemanden in der Produktionsbranche“

Das Unternehmen Anker dürfte auch bei unseren Lesern mittlerweile weitestgehend bekannt sein.

Anker Akku 2

Firmenchef Steven Yang hat nun in einem ausführlichen Interview mit dem englischsprachigen Magazin The Verge einiges zu Hintergründen der Marke, dem Erfolg seines Konzerns und den Alleinstellungsmerkmalen der Produkte erzählt. Auch wir haben in der Vergangenheit immer wieder gerne über Anker-Accessoires berichtet, darunter Power Banks, Ladekabel, Bluetooth-Lautsprecher und –Kopfhörer sowie Ladeadapter. Insbesondere das hervorragende Preis-Leistungs-Verhältnis der Produkte kommt auch bei unseren Nutzern immer wieder gut an.

Wie Steven Yang nun gegenüber The Verge berichtet, startete der Unternehmer mit seinem Anker-Projekt quasi aus heiterem Himmel, ohne großes Vorwissen über die Branche oder entsprechende Kontakte. „Ich war Zeit meines Lebens ein Software-Ingenieur bei Google“, so Yang. „Ich kannte niemanden in der Produktionsbranche für elektronische Produkte“.

Inspiriert von Erfolgen kleiner Zwei-Mann-Firmen auf Verkaufsportalen wie Amazon Marketplace versuchte auch Steven Yang sein Glück – und sprang ganz nebenbei auf einen gerade angesagten Zug auf. „Yang und sein Team gründeten eine Firma mit dem einzigen Ziel, besseres Dritt-Zubehör zu verkaufen“, berichtet The Verge. „Aber sie stolperten über eine lukrativere Realität: Handys, ehemals Nischen-Luxusartikel, sind jetzt allgegenwärtige Herzstücke unseres digitalen Lebens. Jedes dieser Geräte und alle Produkte, die mit ihnen verbunden werden, benötigen ihr eigenes Kabel und Stecker. Und jeden Tag macht der Akku eher schlapp, als es uns lieb ist.“

Anker startete mit Laptop-Ersatzakkus

Und obwohl sich Smartphones im Verlauf der Jahre technologisch weiterentwickeln, dünner werden, eine bessere Kamera verbaut bekommen – die Akkukapazität stagniert. Gewissermaßen basiert der Erfolg von Anker daher auf dieser Tatsache, ist doch das Unternehmen der Top-Seller für mobile Power Banks bei Amazon. Begonnen hat Steven Yang im Jahr 2011 allerdings mit der Produktion von Ersatzakkus für Laptops. „Damals gab es zwei Möglichkeiten: Zu einem hohen Preis direkt beim Hersteller zu kaufen oder einen Dritthersteller-Akku, der billig ist, aber schlecht produziert wird. Was will ich kaufen?“, fragt Yang. „Die Antwort ist: Keinen von ihnen.“

Anker Akku 1

Dank einer zuverlässigen Zulieferkette und der baldigen Erweiterung des eigenen Portfolios um kleinere Smartphone-Ersatzakkus, beispielsweise für das HTC Sensation, begann Anker, sich einen Namen am Markt zu machen. Ende 2012, nach einem langsamen Wechsel hin zu mobilen Power Banks, verkaufte Anker laut Steven Yang bereits 1.000 statt bisheriger 100 Produkte pro Tag. „Die Herausforderung bestand nicht darin, Produkte zu verkaufen, sondern Produkte herzustellen und zu garantieren, dass sie auch von hoher Qualität sind“, so Yang gegenüber The Verge. „Darum haben wir einen Großteil unserer Arbeit in Forschung und Produktentwicklung investiert.“

Ein Ergebnis dieser Forschung ist die PowerIQ-Technologie, die über einen integrierten Chip jedes angeschlossene Gerät erkennt und die maximal mögliche Stromzufuhr garantiert. Diese Technik soll helfen, die Ladezeit des Geräts deutlich zu minimieren. Eine neue Generation des PowerIQ-Chips ist laut The Verge-Artikel bereits geplant, und wird später in diesem Jahr in neuen, kleineren und leichteren Anker-Ladeprodukte zum Einsatz kommen.

Auch Apple sorgt indirekt für den Erfolg von Anker

Einen weiteren Erfolgsfaktor benennen die Anker-Verantwortlichen mit Design und Verpackung ihrer Produkte. Anker-Produkte verfügen über einen spezifischen „Neugeruch“, eine Mischung aus Verdunstung von chemischen Komponenten im Kunststoff und der Beschichtung des Geräts selbst. Auch die Verpackung, immer in kontrastigen Weiß mit hellblauen Akzenten, sowie die zwei Produktfarben Schwarz und Weiß, zählen zu strategisch wichtigen Entscheidungen. „Wenn unsere Kunden unsere Produkte erhalten, wollen wir sicherstellen, dass sie sie von einer zuverlässigen und vertrauenswürdigen Firma erhalten“, so Marken-Managerin Elisa Lu von Anker. Und ist man einmal nicht zufrieden, findet sich in so ziemlich jeder Anker-Box auch ein kleines Zettelchen mit den Fragen „Happy? Unhappy?“ – und regt dazu an, entweder den Kundensupport zu kontaktieren oder ein Review bei Amazon zu hinterlassen.

Anker Akku 3

Indirekt am Erfolg Ankers ist auch Apple beteiligt. Die hohen Gewinnspannen für Zubehörprodukte, selbst bei Kabeln, Kopfhörern und Ladegeräten, und die damit verbundenen hohen Kaufpreise lassen viele Kunden nach Alternativen suchen. Zudem bietet Anker in den eigenen Produkten einen Mehrwert, den beispielsweise Apple bei eigenem Zubehör nicht zu leisten imstande ist – beispielsweise Multi-Ladegeräte mit zwei oder mehr USB-Ports. Und das zu einem Preis, der oft nicht einmal die Hälfte von dem kostet, was der Konzern aus Cupertino verlangt.

Trotzdem sind noch immer viele Nutzer von hochpreisigen Markenprodukten überzeugt. Anker versucht nicht, diese zu missionieren, sondern weist, auch mit Hilfe von Rezensionen auf ihrer bevorzugten Verkaufsplattform Amazon, auf Vorteile der eigenen Produkte hin. „Verabschiede dich von Technikproblemen wie einschränkende leere Akkus oder zu wenig Ladeports“, so heißt es auf der Anker-Seite bei Amazon. „Sag Hallo zu einem einfacheren, smarteren Leben.“

Das gesamte Interview in englischer Sprache findet ihr auf der Website von The Verge.

Fotos: The Verge

Kommentare 3 Antworten

  1. Anker ist tatsächlich auch für mich zur Nr. 1 bei Zubehör für meine Apple Produkte geworden. Die Qualität steht dem Original in nichts nach und ist manchmal sogar noch besser, aber immer für einen deutlich geringeren Preis.

  2. Könnten doch auch zu appgefahren in’s Büro ziehen?
    Echt gut was Anker da anbietet und zeigt was preislich möglich ist, Equinux zb = deutlich teurere Produkte aber besser? Konnte ich nicht feststellen.

  3. Hallo zum Abend,

    mich hat die Autostarthilfe von Anker schon einmal „gerettet“,das Auto ist problemlos angesprungen nach leergezogener Batterie (Autoradio vergessen).
    Scheint ein vernünftiger Kompromiss zwischen Preis und Leistung, von mir eine Empfehlung,hab auch andere Akkus von 5-20 Ah von denen.
    appgefahren macht sich hier nicht zum Jubelperser..

    Grüsse aus Dortmund

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