Corona-Warn-App: Interessantes Verhältnis zwischen iOS- und Android-Nutzern

RKI teilt neue Kennzahlen mit

Das Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlicht in aller Regelmäßigkeit die Download-Zahlen der kostenlosen Corona-Warn-App (App Store-Link). Auch wenn Download- und Nutzerzahlen nicht gleichzusetzen sind, ist der Verlauf spannend anzusehen. Nun hat das RKI weitere Details zur App, die die Pandemie weiter eindämmen soll, mitgeteilt – und diese sind äußerst interessant.

Das RKI berichtet in einem PDF-Dokument unter anderem, dass die Corona-Warn-App mittlerweile 16,6 Millionen Mal (Stand: 4. August 2020) heruntergeladen worden ist. Das ist an sich nichts Überraschendes, wenn man sich den Verlauf der Download-Zahlen ansieht. Spannend ist aber, wie viele Downloads auf iOS-, und wie viele auf Android-Geräte entfallen. So wurden 7,8 Millionen Downloads auf Apple-Geräten getätigt, und 8,8 Millionen über Googles Play Store auf Android-Smartphones.


Mehr als 1.100 Anrufe pro Tag bei der App-Hotline

Dieses Verhältnis ist insofern spannend, da Googles Android-Betriebssystem in Deutschland einen Marktanteil von 71,8 Prozent hat, und Apples iOS nur 27,5 Prozent Marktanteile aufweist. Daraus lässt sich schließen: Apple-User installieren die Corona-Warn-App im Verhältnis deutlich häufiger auf ihren Geräten.

Das Robert-Koch-Institut hat zudem bekannt gegeben, wie viele Anrufe bisher bei der Corona-Warn-App-Hotline eingegangen sind. Hier liegt die Zahl bei 191.025 (Stand: 3. August 2020), was einem täglichen Aufkommen von 1.128 Anrufen entspricht. Seit dem 16. Juni 2020 sind zudem insgesamt 1.052 teleTANs ausgegeben worden. Die TANs sind notwendig, um positive Corona-Tests, die in die App eingepflegt werden sollen, zu verifizieren. Diese Anzahl heißt jedoch nicht zwingend, dass auch die gleiche Anzahl an positiven Tests in der App bestätigt worden sind.

Aufgrund des dezentralen Ansatzes der Corona-Warn-App ist es allerdings nicht möglich herauszufinden, wie viele Menschen über die App bereits über eine Risiko-Begegnung informiert worden sind. Die Daten der App werden verschlüsselt und nur auf dem Smartphone gespeichert, so dass weder das RKI, noch andere Unternehmen Zugriff auf diese haben.

‎Corona-Warn-App
‎Corona-Warn-App
Entwickler: Robert Koch-Institut
Preis: Kostenlos

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Kommentare 18 Antworten

  1. Das Verhältnis könnte man evtl. mit dem Alter der Nutzer erklären können? Vielleicht sind Android-Nutzer eher jünger (weil günstigere Geräte) und diese Gruppe eher nicht daran interessiert ist? Andererseits sind junge Menschen aber uU eher affin für App-Downloads?
    Ich als iOS-User habe die App, meine Frau mit Androide nicht, da bei ihrem Galaxy S10 die App nur mit eingeschaltetem GPRS funktioniert, ansonsten kommt eine Fehlermeldung. Könnte auch ein Grund sein.

    Schwierig, das erklären zu können.

    Alles nur Vermutungen meinerseits.

    1. Hehe bei mir in der Familie ist es andersherum. Die jüngeren setzen auf Apple wohin gegen die Älteren nicht an Technik interessierten auf Android setzen. 😛

      1. durch die extremen Einschränkungen ist eher das Iphone für Technik-Legastheniker und junge Menschen sind „Verbraucher“ keine „Entwickler“ darum ist da das Iphone zudem hipp durch massive Imagekampagnen, die erste Wahl unter den „App-Usern“
        Persönlich fühle ich mich seit dem Wechsel zu Android als hätte ich den (Apple)Zoo (oder Knast) verlassen und kann endlich alles so einstellen wie es mir gefällt.
        Bin aber für ein Iphone für meine Eltern weil man für Android technisches Verständnis mitbringen muss. Da sie beim Apfel nix verstellen können, könne sie nichts kaputt machen. Nichts nervt mehr als “ komm´ mal gucken…es geht was nicht“
        Wer jetzt sagt : siehste Android geht was nicht, der ist halt Geräte-Nutzer was ok ist aber hat keine der Gier in sich nach (Technik)lösungen.
        Den Spagat hat Steve Jobs gemacht. War gierig nach Innovationen aber Massen tauglich, (Technik für Dummies) nur so kann man Kasse machen 😉 nicht mit Freaks, die selbst Geräte nachbauen könnten

  2. Interessant wäre, wie viele Support-Anrufe von Android-Nutzern und wie viele von iOS-Anrufern kommen. Ich vermute, deutlich höherer Android-Anteil. Das gibt das pdf leider nicht her, sondern nur kumulierte Zahlen.

  3. Der Download sagt nichts über die Nutzer aus. Nur weil Person x in Unwissenheit die App geladen hat. Muss Person x diese App nicht mehr auf den Phone haben. Dazu selbst wenn man die 16 Millionen annimmt ist die Zahl lächerlich anhand der Anzahl der Bewohner😂.

  4. Vielleicht liegt das auch einfach an der Android-Update-Problematik. Vielleicht ist der Anteil an nicht aktuellen Betriebssystemen, die da App-untauglich sind, einfach deutlich höher als bei iOS, wo jedes 5 Jahre alte Gerät das theoretisch kann.

    Oder Android-Nutzer sind einfach asozialer.😜

    1. Das ist tatsächlich ein Problem. In meiner Bekanntschaft ist die App selbstverständlich auch auf allen Arbeitshandys verordnet worden.

      Diese waren aber von deren IT Abteilung extra als günstige Androidhandys (die aber wenigstens robust zu sein schienen) ausgewählt worden, welche nur selten zentrale Updates abkriegten. Playstore etc ist alles zentral gesperrt worden und sie mussten über einen internen Link verspätet die App laden. Diese funktioniert jedoch bis heute (!) nicht, da die notwendigen Systemupdates viel zu langsam freigeschaltet werden.

      Jeder einzelne hat dann aber privat ihr iPhone, wi alles brav funktioniert, und läuft halt mit zwei Geräten rum 🤷🏻‍♂️.

    2. Da alles ab Android 6.0 aufwärts funktioniert gehen durchaus 6 Jahre alte Geräte. Hier die Marktanteile:
      Pie (9) 10,4%
      Oreo (8.0 – 8.1) 28,3%
      Nougat (7.0 – 7.1) 19,2%
      Marshmallow (6.0) 16,9%

      Deine zweite Vermutung klingt mir daher wahrscheinlicher. Geiz ist nämlich geil und die Werbung beim kostenlosen Spotify stört solche Strategen ebenfalls nicht. Man erkennt sie auch gut am Mundschutz, welcher bei ihnen der unter der Nase hängt, muhahaha… 😉

  5. „In meiner Bekanntschaft ist die App selbstverständlich auch auf allen Arbeitshandys verordnet worden“.

    Das ist nicht selbstverständlich, sondern womöglich grober Unfug. Sowohl aus rechtlicher Sicht, wie auch aus Sicht der Effektivität.

    Rechtlich sind dadurch Freiheitsrechte betroffen, da von staatlicher Seite immer auf die Freiwilligkeit hingewiesen wird.

    Effektiv ist es nur, wenn die App dauerhaft überwachen kann, nicht nur zu Dienstzeiten. Wer sie also ablehnt, auf dem Diensthandy dazu gezwungen wird, und dessen Nutzung darum entsprechend anpasst, tritt das System eh in den Allerwertesten.

    https://t3n.de/news/corona-app-darf-arbeitgeber-anordnen-1278733/

    1. Aus rechtlicher Sicht es es absolut klar und korrekt. Die Weisungsrechte des Arbeitgebers haben nichts mit staatlichen Rahmenbedingungen zu tun. Genauso wenig wie die Hausrechte der Büros.

      Was der Arbeitnehmer in seiner Freizeit macht spielt in dem Fall keine Rolle, da dort davon ausgegangen werden kann, dass Arbeitsgeräte sowieso zu Hause gelassen werden.

      Privat ist die App für Menschen mit häufigem Kontakt zu Kollegen sowieso empfohlen – für beidseitigen Schutz. Eine Grundlage für Verfolgung bietet sie an keiner Stelle.

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