EU-Kommission reicht Beschwerde gegen Apples NFC-Blockierung für mobile Zahlungen ein

Drittanbieter dürfen NFC im iPhone nicht nutzen

Die NFC-Schnittstelle im iPhone dient nur einem Zweck: Man kann mit Apple Pay Zahlungen ausführen. Drittanbieter wird der Zugriff auf diese Standardtechnologie untersagt und aus diesem Grund sieht die Europäische Kommission keinen fairen Wettbewerb.

Margrethe Vestager, zuständige Exekutiv-Vizepräsidentin der Kommission:


Mobile Zahlungen gewinnen in der digitalen Wirtschaft immer mehr an Bedeutung. Für die Integration der europäischen Zahlungsverkehrsmärkte ist es wichtig, dass den Verbraucherinnen und Verbrauchern die Vorteile eines wettbewerbsbasierten und innovativen Marktumfelds zugutekommen. Uns liegen Anhaltspunkte dafür vor, dass Apple den Zugang Dritter zu Schlüsseltechnologien beschränkt hat, die für die Entwicklung konkurrierender mobiler Geldbörsen für Apple-Geräte benötigt werden. In unserer Mitteilung der Beschwerdepunkte stellen wir vorläufig fest, dass Apple den Wettbewerb zugunsten seiner eigenen Lösung Apple Pay beschränkt haben könnte. Ein solches Verhalten würde einen Verstoß gegen unsere Wettbewerbsvorschriften darstellen.

Die Kommission vertritt die vorläufige Auffassung, dass die beherrschende Stellung von Apple auf dem Markt für mobile Geldbörsen in seinem Betriebssystem iOS den Wettbewerb beschränkt, weil allein Apple Pay Zugang zur NFC-Technologie hat. Damit werden andere Wettbewerber aus dem Markt für mobile Geldbörsen auf iPhones ausgeschlossen, was die Innovationstätigkeit hemmt und die Auswahl für die Verbraucher verringert. Sollten sich die Bedenken der Kommission bestätigen, würde dies einen Verstoß gegen Artikel 102 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) darstellen, nach dem der Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung verboten ist.

Die Mitteilung der Beschwerdepunkte ist ein förmlicher Schritt bei Untersuchungen der Kommission im Falle mutmaßlicher Verstöße gegen die EU-Kartellvorschriften, mit dem sie die Parteien schriftlich über die gegen sie vorliegenden Beschwerdepunkte in Kenntnis setzt. Die Unternehmen können dann die Untersuchungsakte der Kommission einsehen, sich schriftlich dazu äußern und eine mündliche Anhörung beantragen, in der sie gegenüber Vertretern der Kommission und der nationalen Wettbewerbsbehörden zu dem Fall Stellung nehmen. Weder die Übermittlung einer Mitteilung der Beschwerdepunkte noch die Einleitung eines förmlichen Kartellverfahrens greift dem Untersuchungsergebnis vor.

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Kommentare 13 Antworten

  1. Die EU sollte sich lieber mal auf andere wichtigere Dinge konzentrieren als ihre Nase in Zeug zu stecken was wenigstens reibungslos funktioniert. Die mit ihren ständigen Verschlimmbesserungen sorgen nur dafür das manche Dinge am Ende gar nicht mehr funkionieren.

    1. ? 🤔

      Die EU möchte nur einen fairen Wettbewerb für uns Verbraucher. Was gut ist. 👍🏻

      Du kannst doch gerne weiterhin Apple-Pay verwenden. Das verbietet dir doch niemand. 👌🏻

      Wieso am Ende gar nichts mehr funktionieren soll, erschließt sich mir nicht ganz. 🤷🏼‍♂️

      1. Die Entscheidung des Bundeskartellamts, die Bundesligarechte auf mehrere Anbieter aufzusplitten, sollte auch zu einem faireren Wettbewerb für uns Verbraucher führen. Heute braucht man 4 Abos und zahlt ein Vielfaches mehr als früher, um alle Fußballspiele sehen zu können.

        Von daher finde ich schon, dass man solche Regulierungen durchaus mit etwas Skepsis auffassen darf. Nicht alles was auf den ersten Blick gut erscheint, ist es am Ende auch.

        1. Das man mehr zahlt als früher wäre mir neu. Als es noch nur unter Premiere zB war, hat man um die 55€ zahlen müssen. Und nun zahlt man ähnlich viel, allerdings mit dem Vorteil von Film und Serien Streaming und bei Prime auch von anderen Vorteilen. Also der Wettbewerb war auf jeden Fall gut und richtig.

      2. Die EU wie auch das Kartellamt setzen geltendes Recht durch. Wenn eingegriffen wird bedeutet dies also nur, dass sich Unternehmen nicht an die Gesetze gehalten haben. Gesetzgeber sind die Parlamente. Deswegen verstehe ich die Einwände nicht. Wir erwarten doch, dass dem Recht Geltung verschafft wird. Darauf beruht unsere Gesellschaft.

      3. Fairen Wettbewerb haben wir doch schon: Kauft euch einfach kein iPhone wenn ihr kein ApplePay wollt!
        By the way: Wie schaut’s mit Google Pay aus?!

  2. Wie schaut es denn mit Google pay aus?
    Funktioniert genauso wie Apple Pay.
    Aber auf Android kann ich auch andere Pay Apps nutzen. Zum Beispiel die Pay App der VR Banken.
    Da bleiben meine Daten nur bei meiner Bank, mir und natürlich was der Transaktionspartner braucht. Aber an Apple oder Google gehen da keine Daten.

    Weder die Bankdaten, noch das Wo, das Wann, und das Was.

  3. Selbst wenn Apple es erweitern würde, würden Sie sich wahrscheinlich die Doppelklickfunktion auf iPhone / Watch für sich beanspruchen und keiner würde den Alternativanbieter nutzen, wenn man dazu erst die App aufrufen müsste.
    Prinzipiell kann ja auch jeder Anbieter Apple Pay nutzen, in dem er seine Karten kompatibel macht.
    Ich persönlich würde auch eher mit meiner Meinung in Richtung offene Schnittstelle mit Rahmenbedingungen tendieren. Allerdings glaube ich, dass wir auf Grund des einfachen Handlings alle bei Apple Pay landen werden und dann verpufft das ganze Geschreie wieder. Man sieht ja auch in welche Richtung momentan die Karten gehen, nämlich in Richtung Debitkarten, die dann sowieso gehen sollten.
    Natürlich würden Alternativen entstehen, als Wettbewerb, aber das wurde auch schon vor Apple Pay versucht und verpuffte.
    Man sollte sich lieber mal fragen, warum sich sowas immer in Richtung USA entwickelt. Kreditkarte, PayPal, Apple Pay etc. und unsere europäischen Versuche immer scheitern. Das hat schon seinen Grund und das sollte der Anstoß des Wettbewerbs sein, statt immerzu zu jammern, dass man von den bösen Techs ausgegrenzt wird.
    Aber wie erwähnt bin ich tatsächlich für die Öffnung mit Regeln, aber nicht wegen der Ausgrenzung, weil ich eher ein Freund von guten Lösungen „für alle“ bin. Und wegen des Wettbewerbs sollte man eher an einer europäischen Lösung arbeiten, die zwangsläufig auf Grund der Größe in den Smartphones Einklang finden wird. Früher oder später 😉
    STR

    1. Das Giropay etc. nicht richtig ins laufen kommen liegt an der Dummheit/Feigheit/Angst vor der Konkurrenz der Banken untereinander. Und natürlich daran das sowas zuerst Geld kostet, bevor es welches einbringt.
      Das Paradebeispiel wie unterschiedlich die Banken denken: In den USA bekommt jemand die Kreditkarte wenn er Kredit braucht, In DE wenn er kreditwürdig ist. Das Ausfallrisiko lassen sich die CC-Unternehmen in den USA natürlich fürstlich verzinsen.
      Dt. Banken haben mehr Schiß als Vaterlandsliebe und werden darum jeden Tag weiter abgehängt.

  4. Wenn ich Apple wäre einfach den Zugriff auf NFC geben aber dafür keinen auf die Secure Enclave wo die Zahlungsdaten, der Karten die mit Apple Pay genutzt werden, gespeichert werden.
    EU hat seinen Willen und wer unsicheres Banking nutzen will kann das dann machen.

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