ReelDirector: Ernstzunehmende iMovie-Konkurrenz

Filmschnitt und -bearbeitung auf einem winzigen iPhone-Bildschirm? Spätestens seit auf einer Keynote Apple’s eigene App iMovie vorgestellt wurde, können die kreativen Videofilmer unter uns aufatmen. Wir haben uns für einen Test jetzt allerdings mit einem Konkurrenzprodukt beschäftigt: ReelDirector von Nexvio.

Das Entwicklerteam, welches schon so innovative Apps wie die 8mm Vintage Camera (App Store-Link) produzierte, hat seit einiger Zeit ihr Videoschnitt- und Bearbeitungsprogramm im App Store zur Verfügung gestellt. Die Universal-App für das iPhone und das iPad (App Store-Link) schlägt mit kleinen 1,59 Euro zu Buche und nimmt dank der knapp 10 MB an Größe auch kaum Speicherplatz in Anspruch.

Doch wie schlägt sich ReelDirector in der Praxis auf einem kleinen iPhone-Screen? Für unseren Test begab ich mich in den elterlichen Garten und nahm 3 kleine Videoclips in 720p-HD-Auflösung mit der Standard-Kamera-App des iPhone 4 auf, die ich dann zusammenzufügen und etwas aufzuhübschen gedachte.

Obwohl ich zuvor noch nie mit ReelDirector gearbeitet habe, erschließt sich einem das Menü sehr schnell. Zu Beginn eines neuen Filmprojektes werden generelle Einstellungen und Präferenzen abgefragt: man kann zwischen 28 verschiedenen Video-Übergängen, sogenannten Transitions, auswählen sowie einen kurzen Vorspann und/oder Abspann mit Texteinblendungen einbinden. Für die Texte lassen sich verschiedene Schriftarten und Hintergründe auswählen, auch die Position des Textes läßt sich bestimmen.

Nachdem man diese Voreinstellungen getroffen hat, kann man im Hauptbildschirm der App vorhandene Videoclips aus der Camera Roll des Geräts einfügen. In einem kleinen Untermenü lassen sich die einzelnen Clips mit weiterem Text versehen, schneiden, löschen sowie mit zusätzlichen Übergängen ausstatten.

Was besonders positiv hervorzuheben ist, ist die Tatsache, dass auch eigene Musik aus der iPod-Bibliothek hinzugefügt sowie über eine Browser-Adresse auch vom PC/Mac direkt in die App geladen werden kann – langsames Ein- und Ausblenden inklusive. Zusätzlich lassen sich Standbilder erstellen oder Fotos aus der Camera Roll des iPhones mit in die zu erstellenden Filme einbauen. Wer seinen Film gerne mit eigenen Kommentaren hinterlegen möchte, findet auch noch eine Aufnahmefunktion.

Ist dann das Projekt fertig und zufriedenstellend bearbeitet worden, kann es gerendert werden. Dieser Prozess dauerte bei meinem knapp 1-minütigen Mini-Filmchen ca. 8 Minuten und kann dank Multitasking auch im Hintergrund erfolgen. Sobald dieses Prozedere abgeschlossen ist, ertönt ein akustisches Signal. Wem die Filmdatei zu groß ist, kann sie über 3 verschiedene Kompressionsraten (high, medium und low quality) noch verkleinern.

Einziges klitzekleines Manko der App: sie ist nur auf Englisch verfügbar – aber die Bedienung der App sollte selbst mit Schulenglisch kein großes Problem darstellen. Wer sich einen Eindruck von der App und meinem kleinen Testfilm verschaffen möchte, kann sich das kleine Video für diesen Test bei YouTube ansehen.

Kommentare 34 Antworten

  1. Ich hab’s auf meinem 3GS und kann nur sagen: kaufst euch. Das Programm ist super. Und wer gerne sowas am iPhone macht sollte sich auch mal die anderen nexvio Apps ansehen.

    1. Ich hab generell nix gegen solche Apps, aber jetzt mal ehrlich: Wer schneidet seine Vids auf dem IDevice (auf dem IPad macht es noch Sinn, aber auf dem kleinen Bildschirm vom IPod/IPhone…)

      1. Es gibt ja schließlich auch Leute, die auf dem iPhone „Die Siedler“ oder ähnliches spielen. Und für richtig aufwändige, professionelle Filme würde auch ich mich an meinen Rechner setzen. 🙂 Für die kleinen Clips zwischendurch ist ReelDirector allerdings meiner Meinung nach optimal.

  2. ReelDirector ist schon sehr sehr lange im Store und viel besser als iMovie. Zum schneiden etc. Benutze ich ReelDirector, für die schöneren Effekte iMovie.
    Mich kotzt übrigens an, dass „nur in englisch“ hier negativ auffallen sollte. Inzwischen ist e doch echt Pflicht das zu lernen, und selbst wenn nicht, kann man die Funktionen einfach ausprobieren und sich so die App selbst etwas näher bringen!

    1. Es ist aber ja nunmal so, dass trotz des Pflichtfachs Englisch in der Schule viele, ja, auch gerade sehr junge oder ältere Menschen, eben nicht über ausreichende Kenntnisse in eben dieser Sprache verfügen.
      Ich gehe mit meinem Anglistik-Uniabschluss ja auch nicht einfach davon aus, dass jeder Shakespeares Hamlet auf Anhieb versteht – deswegen finde ich es immer noch wichtig zu erwähnen, dass es die App nicht in deutscher Sprache gibt.

      1. Versteh ich, aber das kann man ja nun wirklich nicht mit Hamlet gleichsetzen.
        Und das ist nun wirklich so simples englisch, wie „import Video“. Import, importieren und Video ist sogar das gleiche Wort. Hier braucht man ja keine grammatikalischen Kenntnisse sondern man kann sie sich ganz einfach ableiten..

    2. @Mel: 100% ACK ;0)
      Allen anderen: Für mich ist Englisch kein Problem (ich lese Comics und Bücher lieber in Englisch – wenn dies die Originalsprache ist, schau mir Filme und Serien in Englisch an etc.). Trotzdem möchte ich meine Apps lieber in Deutsch…
      Ein Spiel kann schon mal komplett in Englisch sein, OK, aber eine App mit der ich produktiv arbeite, wo ich vielleicht auch noch deutsche Texte eingebe oder deutsche Begriffe verwende (selbsterstellte Kategorien etc.), möchte ich in Deutsch. Da spielt Bequemlichkeit mit, ein Stück weit auch Ästhetik und der deutschsprachige Raum ist mit einer der größten wenn’s um Computer und Software geht, da „verlange“ ich einfach eine deutsche Version. Das ist ja keine Hexerei und kostet im Zeitalter des Internets auch nicht die Welt. Man könnte sagen, ich sehe es als eine Art Respekt dem (deutschen) Kunden gegenüber, eine entsprechende Version in seiner Sprache anzubieten.
      Und wenn viele internationale Firmen/Produzenten sich da nicht drum scheren, umso besser für unsere heimischen Programmierer… ;0)

  3. Ich benutze ReelDirector schon eine Weile und habe z.B. letztlich ein kleines Musikvideo vollständig auf meinem iphone erstellt.
    http://pmmdnet.posterous.com/in-the-jungle-videoclip

    Die Anwendung ist sicherlich nicht perfekt, aber für den Preis ein absoluter Tipp. Es macht einfach Spaß, gerade in der Königsdisziplin HD-Videobearbeitung die Arbeit von einem Handy erledigen zu lassen für die manch anderer vor kurzem noch einen wassergekühlten Mehrkernboliden benötigte.

    Negativ:
    – Stabilität. Abstürze kommen durchaus mal vor.
    – Rendering dauert u.U. immer noch sehr lange
    – keine wirkliche Echtzeitvorschau
    – Schnitt und Platzierung nur im Sekundenraster(!) Viel zu ungenau!
    – Kein Audio-Pasteboard

  4. Ich habs jetzt auf meinem iPod…

    Ich habn Diashowvideo mit nem Lied…
    Videodauer 1:08 Min… Rendert seit 1 Stunde… Ist jetzt bei ca. 60%… nicht wirklich schnell

    1. Mein Clip (siehe YouTube-Link) ist auch knapp 1 Minute lang und brauchte nur ca. 8 Minuten zum rendern. Ist die App vielleicht abgestürzt bei dir? Oder verwendest du eines der älteren iPhone/iPod Touch-Modelle?

      1. 3rd generation mit iOS 4.2.1

        Ich hab das rendern abgebrochen und nochmal neugestartet… Auf einmal gings innerhalb von 5 Minuten…

  5. Also Leute
    Gibts unter euch jemanden, der beide Apps hat (Reeldirector & iMovie)
    Wenn ja, welche ist empfehlenswerter?
    Danke 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright © 2019 appgefahren.de