Sooner: Der etwas andere Streamingdienst abseits von Netflix und Co.

Endlich auch mit Apple TV-App

Während der Coronavirus-Pandemie hatten Videostreaming-Dienste wie Netflix, Amazon Prime Video, Disney+ und mehr Hochkonjunktur. Irgendwann kommt aber der Punkt, an dem man die ständigen Mainstream-Serien und -Filme einfach nicht mehr sehen kann. Wirkliche Perlen zu finden, ist schwer zwischen den ganzen massiv beworbenen Eigenproduktionen der Dienste und Produktionen aus den großen Hollywood-Studios.

Wer das Gefühl hat, die großen Streamingdienste bieten einem nichts Ungewöhnliches und Neues mehr, hat seit einiger Zeit die Möglichkeit, sich Sooner (App Store-Link) genauer anzusehen. Der noch junge Videostreaming-Service aus Berlin besteht erst seit ein paar Jahren und bietet laut eigener Aussage „Unterhaltung jenseits der Stereotypen. Wir feiern die Vielfalt und engagieren uns für Inhalte, die jeden Aspekt unserer Gesellschaft repräsentieren.“ Ich hatte seit einiger Zeit die Möglichkeit, den Streamingdienst einmal ausführlicher zu entdecken, und möchte daher meine Eindrücke schildern. Vielleicht seid ja auch ihr mittlerweile gelangweilt von Netflix und Co.?


Inhaltlich dreht sich bei Sooner statt auf zigfach gesehenen Mainstream-Inhalten alles um exklusive Filme und Serien, Arthouse- und Indie-Inhalte, Dokumentationen, Klassiker, Konzerte und themenspezifischen Content – ein klein wenig wie ARTE als Streamingdienst. Insgesamt gibt es bei Sooner mehr als 3.000 Filme und Serien von Filmschaffenden aus ganz Europa. Neben alteingesessenen Namen wie Aki Kaurismäki und Ingmar Bergman finden sich dort auch neue und aufstrebende Gesichter, Kurzfilme, Theaterproduktionen und vieles mehr.

Inhalte meist in Originalsprache mit Untertiteln

Sooner setzt zum Entdecken und Finden von Videoinhalten neben einer allgemeinen Suche auch auf Genre-Kategorien wie „Crime“, „Drama“, „Komödie“, „Queer“ und mehr. Zudem gibt es regelmäßig themenspezifische Sammlungen von Filmen, Serien und Dokus: Aktuell wird beispielsweise eine Liste namens #SolidarityWithUkraine vorgestellt, in der sich Inhalte zum Thema Krieg und Flucht finden. Auch länderbezogene Sammlungen, beispielsweise für Inhalte aus Frankreich oder Benelux, finden sich dort. Wer sich gerne von Personen inspirieren lässt, kann sich die Channels bei Sooner anschauen. Hier finden sich kuratierte Listen von Menschen aus der Filmbranche, die ihre Lieblingsfilme vorstellen.

Die meisten Inhalte bei Sooner sind in ihrer Originalsprache gehalten, aber auch immer mit deutschen und/oder englischen Untertiteln versehen. Gerade Film- und Serieninteressierte, die gerne Inhalte in ihrer Originalsprache sehen und hören, finden hier ideale Voraussetzungen. In der Suche kann sogar explizit nach einer Sprache oder einem Land gesucht werden, beispielsweise „Isländisch“.

Erfreulich: App mittlerweile für viele Plattformen erhältlich

 

Um Sooner nutzen zu können, ist vorab der Download der entsprechenden Anwendung oder eine Anmeldung über die Website des Dienstes notwendig. An dieser Stelle hat sich bei Sooner in den letzten Monaten wirklich viel getan. War zum Start lediglich die Website sowie eine nur wenig performante iOS/iPadOS-App mit vielen kleinen Bugs vorhanden, hat man die Möglichkeiten nun deutlich erweitert und bietet auch entsprechende Apps für das Apple TV, Android TV, Fire TV, Smart TVs von Samsung und LG und Android-Geräte an. So sollte es immer und überall die Möglichkeit geben, die Sooner-Inhalte streamen zu können. Unter iOS/iPadOS ist zudem auch eine AirPlay-Möglichkeit mit an Bord, um so Videos auf einem größeren Bildschirm ansehen zu können.

Qualitativ erreicht man bei Sooner keine 4K-Auflösung, aber die FullHD-Ansicht reicht allemal aus, um einen Filmabend ohne Pixelmatsch verbringen zu müssen. Bei meinen bisher gestreamten Filmen, Serien und Dokus auf meinem Apple TV oder dem iPad Pro 11″ gab es zudem keine Probleme mit asynchronen Untertiteln oder Verbindungsabbrüchen. Bei der Wiedergabe der Videos kann zudem auch die Auflösung (bis 1080p) und die Wiedergabegeschwindigkeit festgelegt sowie Einstellungen für die Untertitel vorgenommen werden. Auf unterstützten Geräten wie dem iPad wird auch ein Bild-in-Bild-Modus angeboten.

iPad-App hinkt noch ein wenig hinterher

Gerade in der iPad-App gibt es aber bereits seit einiger Zeit ein lästiges Problem: Möchte man ein Video im Vollbild streamen, funktioniert der Button für den Vollbildmodus nicht. So hat man am unteren Bildschirmrand immer noch eine weiße Leiste sowie am oberen Rand die Statusleisten-Anzeige von Datum, Uhrzeit, Akkustand und mehr im Bild. Eine Lösung habe ich hier bisher nicht gefunden, auch mehrere Rezensionen im App Store berichten von diesem Problem. Ein Wechsel ins Hochformat während der Wiedergabe auf dem iPad bringt einen zudem direkt wieder ins Sooner-Menü. Auf dem iPhone mit der aktuellsten iOS 15-Version hingegen lassen sich Inhalte problemlos sowohl im Hoch- als auch im Querformat anzeigen, und das auch im wirklichen Vollbildmodus ohne weitere Einblendungen an den Bildschirmrändern. Abgesehen von diesen kleineren Bugs macht Sooner jedoch vor allem in der neuen Apple TV-App eine wirklich gute Figur.

Wer neugierig auf den Videostreaming-Dienst geworden ist, kann Sooner 14 Tage lang kostenlos ausprobieren und danach ein Abo abschließen. Letzteres lässt sich danach monatlich für 7,95 Euro verlängern. Bucht man gleich ein ganzes Jahr, zahlt man 59,95 Euro, was monatlich 4,95 Euro und einer Ersparnis von 38 Prozent gegenüber des regulären Monatsabos entspricht. Studierende können darüber hinaus einen Rabatt geltend machen, wenn sie sich entsprechend ausweisen können, und sparen so zusätzlich. Das Abo lässt sich zeitgleich auf mehreren Geräten nutzen. Einige Inhalte von Sooner erfordern zudem den Erwerb eines Tickets, das zur 72-stündigen Ausleihe ermächtigt, auch das Kaufen eines Films oder Doku ist auf der Plattform möglich. Dies betrifft allerdings nur wenige Inhalte und vor allem solche, die gerade bei größeren Filmfestivals vorgestellt wurden, Preise erhalten haben oder noch ganz neu und exklusiv bei Sooner vertrieben werden.

Ich persönlich habe bei Sooner schon so einige spannende Inhalte finden können, darunter die sehr empfehlenswerte norwegische Serie Kielergata („Kieler Street“), die ich in wenigen Tagen komplett geschaut habe. Auch wenn „über 3.000 Titel“ zunächst nicht nach sonderlich vielen Inhalten klingt, findet sich hier für jeden Geschmack etwas. Erfreulicherweise bietet Sooner genau das finden, was man bei Netflix, Amazon Prime Video und Co. schon seit längerem vermisst: Spannende, hochwertige, ungewöhnliche Unterhaltung mit gewissem Anspruch.

‎Sooner - Stream Beyond
‎Sooner - Stream Beyond
Entwickler: ContentScope
Preis: Kostenlos+

Anzeige

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Copyright © 2022 appgefahren.de