Arlo Pro 4 im Test: Smarte Kamera benötigt keinen Hub mehr

Direkte Verbindung über das heimische WLAN

Mittlerweile gibt es auf dem Markt ja etliche smarte Überwachungskameras, die oftmals schon für weniger als 30 Euro zu haben sind. Nach oben sind nahezu keine Grenzen gesetzt – und sicherlich gehört Arlo insbesondere mit seinen Pro-Modellen eher zur Premium-Fraktion. Das macht sich aber auch tatsächlich in der Bildqualität bemerkbar.

Zunächst aber wollen wir klären, was sich denn überhaupt getan hat. Die Arlo Pro 4 für den Innen- und Außenbereich ist eine Weiterentwicklung der Arlo Pro 3. Sie verfügt über den gleichen Funktionsumfang, benötigt jedoch keinen Hub mehr. Das bedeutet für euch: Die Verbindung mit dem Smart Home wird direkt per WLAN hergestellt.


Bei einer einzelnen Kamera macht sich das durchaus positiv im Preis bemerkbar, da man sich schlicht und ergreifend den Hub spart. Allerdings verzichtet man auch auf einige Funktionen: Die lokale Speicherung der Videos und die HomeKit-Option gibt es nur mit dem Arlo SmartHub. Diesen kann man aber auch problemlos später kaufen, um das System zu erweitern.

Arlo Pro 4 punktet mit einer sehr einfachen Einrichtung

Positiv zu bewerten ist auf jeden Fall, dass die Einrichtung ohne Hub um ein vielfaches einfacher ist und selbst für absolute Laien kein Problem darstellt. Mit einem Knopfdruck bringt man die Arlo Pro 4 in den Kopplungsmodus und kann sie dann nach einer zwingend notwendigen Registrierung spielend leicht mit der Arlo-App (App Store-Link) koppeln. Es muss lediglich das WLAN-Passwort angegeben und ein QR-Code auf dem Bildschirm mit der Kamera gescannt werden.

Auch danach ist die Arlo Pro 4 sehr flexibel: Sie ist absolut wetterfest und kann dank einer magnetischen und drehbaren Halterung nahezu überall angebracht werden. Das neue System umfasst einen wiederaufladbaren Akku mit einer Laufzeit von 3 bis 6 Monaten sowie ein magnetisches Ladekabel, durch das die Kamera auch direkt mit Strom versorgt werden kann. Es gibt zahlreiche praktische Add-ons wie ein Solarmodul, verlängerte Outdoor-Ladekabel und eine Doppelladestation zum gleichzeitigen Aufladen von zwei Akkus.

Bei der farbigen Nachtsicht gibt es nicht die volle Punktzahl

Die Bildqualität der Arlo Pro 4 ist aus meiner Sicht wirklich gut. Gerade im Vergleich mit günstigeren Modellen von Eve Systems oder Anker macht sich die höhere 2K-Auflösung mit HDR-Technik schon positiv bemerkbar. Insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen ist noch deutlich mehr zu erkennen.

Etwas enttäuscht bin ich nur vom Versprechen der farbigen Nachtsicht. Ich hatte eigentlich vor, die Kamera im Kinderzimmer einzusetzen, um schnell und einfach sehen zu können, was dort nachts so vor sich geht. Allerdings funktioniert die farbige Nachtsicht nur dann, wenn das integrierte Spotlight aktiviert wird – und das ist in einem Zimmer mit einem schlafenden Kind halt auch nicht so cool. Für mich ist das dann ehrlicherweise auch keine echte Nachtsicht mehr, wenn der Raum mit einem Spotlight taghell beleuchtet wird.

Im Anschluss könnt ihr noch einmal drei Fotos mit dem identischen Motiv sehen: Zunächst ein Bild bei normaler Raumhelligkeit, dann ein Bild im Dunkeln ohne Spotlight und zuletzt ein Bild mit farbiger Nachtsicht und aktiviertem Spotlight. Was es bei allen drei Bildern zu beachten gilt: Es handelt sich wohl nur um Screenshots der Videoaufzeichnung, was die Standbilder qualitativ deutlich schlechter erscheinen lässt, als das bewegte Bild.

Das müsst ihr über die Arlo-App wissen

Über die Arlo-App könnt ihr jederzeit auf den Live-Stream der Kamera zugreifen, die Aufzeichnung erfolgt aber nicht 24/7 – dann wäre die Akkulaufzeit von drei bis sechs Monaten wohl auch nicht annähernd möglich. Stattdessen wird immer dann aufgezeichnet, wenn die Kamera eine Bewegung oder auch ein Geräusch erkennt.

Natürlich lässt sich genau festlegen, wann die Kamera aufzeichnen und sich auch per Push-Mitteilung melden soll. Zeitpläne mit diversen Variablen sind genau so kein Problem wie das Festlegen von Aktivitätszonen. Was ich besonders gelungen finde: In der Push-Mitteilung wird gleich ein kleiner Video-Ausschnitt mitgeschickt, so dass man auf den ersten Blick erkennen kann, was die Aufzeichnung ausgelöst hat.

Was man aber schon vor dem Kauf bedenken sollte: Alle Funktionen gibt es leider nur mit einem zusätzlichen Arlo Secure Plan, der 2,99 Euro pro Monat kostet. Darin inbegriffen sind 30 Tage Cloud-Speicher und diverse Extra-Funktionen, wie beispielsweise die KI-gestützte Erkennungsfunktionen, wodurch die Kamera zwischen Menschen, Tieren, Fahrzeugen und Paketen unterscheiden kann.

‎Arlo
‎Arlo
Preis: Kostenlos

Sind die knapp 250 Euro gerechtfertigt?

Die Arlo Pro 4 ist die bisher beste Kamera von Arlo, die ohne Hub funktioniert. Bessere Bildqualität bekommt man nur bei der Arlo Ultra 2, wobei man hier deutlich mehr zahlt und auch zwingend den Arlo SmartHub benötigt.

Punkten kann die Arlo Pro 4 mit einer sehr einfachen Einrichtung und den vielseitigen Montage-Möglichkeiten, ganz egal ob mit oder ohne Kabel. Bedenken sollte man allerdings, dass man den vollständigen Funktionsumfang nur mit einem zusätzlichen Abonnement bekommt, welches man aber immerhin drei Monate gratis ausprobieren kann.

Arlo Pro 4

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Kommentare 6 Antworten

  1. Als nächstes kommt dann wahrscheinlich die Arlo Ultra 3, die dann ohne Hub funktioniert. Mittlerweile hat Arlo viel zu viele unterschiedliche Modelle im Portfolio, die sich teilweise nur marginal unterscheiden. Das schreckt mich als potentieller Käufer schon etwas ab.

    1. Das kann ich verstehen. Hat vor und Nachteile: Du hast eine große Auswahl und findest wahrscheinlich genau das was du willst. Könnte aber auch zu viel Auswahl sein und man blickt nicht mehr durch. Finde ich zum Beispiel bei den Eufy Kameras noch schlimmer.

  2. Wie kann man denn ohne Licht erwarten, Farben zu sehen? Im Artikel wirkt das wie eine Überraschung, das „farbige Nachtsicht“ einen Lightspot aktiviert. Infrarotlicht hat nun mal einen sehr engen Frequenzbereich, der überwiegend außerhalb des sichtbaren Lichtes liegt. Daher kann doch niemand mit ein wenig Physikwissen der 6. Klasse ohne sichtbares Licht Farben erwarten.

    Irgendwie fügt sich immer wieder alles zusammen hier bei euch…

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