Corona-Warn-App: Gesammelte Daten gehen nach iPhone-Umzug verloren

Risiko-Ermittlung startet von vorn

Es geht mal wieder um die Corona-Warn-App und im ganz speziellen um ein Thema, mit dem sich möglicherweise bereits einige von euch am Wochenende beschäftigt haben: Der Umzug auf ein neues iPhone. Immerhin hat Apple am Freitag die ersten Bestellungen des iPhone 12 und iPhone 12 Pro ausgeliefert.

Normalerweise ist der Umzug von einem alten auf ein neues iPhone kein großes Thema: Man schaltet das neue iPhone an und konfiguriert es mit Hilfe des alten Geräts. Das Backup wird aus der iCloud geladen oder direkt vom alten iPhone übertragen. Nach wenigen Stunden ist dann auf dem neuen iPhone fast alles so, wie es vorher auch war.


Okay, nicht ganz. Bei Banking-Apps muss das Gerät neu aktiviert werden, in manch anderen Apps muss man sich neu anmelden – und in der Corona-Warn-App muss man die Risiko-Ermittlung erneut manuell aktivieren. Ein kleiner, nicht ganz unerheblicher Punkt, denn wenn man die App nicht öffnet und in den iOS-Einstellungen die entsprechenden Haken nicht neu setzt, findet keine Datenaufzeichnung statt.

Das ist aber nicht das einzige Problem, dass es im Zusammenhang mit der Corona-Warn-App und dem Umzug auf ein neues iPhone gibt: Die bisher gesammelten Daten vom alten iPhone werden nicht auf das neue iPhone übertragen. Das heißt in der Praxis: Habe ich in der vergangenen Woche eine Risiko-Begegnung mit meinem iPhone 11 Pro Max gehabt, wird es ein Warnhinweis auch nur dort geben. Wer auf Nummer sicher gehen will, setzt sein altes Gerät also nicht sofort zurück.

Die Geschichte scheint aber zumindest kein Fehler der Programmierer, sondern eher eine Einschränkung des Betriebssystems zu sein. Glücklicherweise kommt so ein iPhone-Wechsel bzw. das komplette Zurücksetzen des Geräts ja nicht so häufig vor.

‎Corona-Warn-App
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Entwickler: Robert Koch-Institut
Preis: Kostenlos

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Kommentare 16 Antworten

  1. Scheint kein Fehler zu sein…. 🤷‍♂️
    Wenn alle Datenschutzbedenken vor der Programmierung haben, braucht man sich nicht wundern wenn Daten beim iPhone-Wechsel nicht übertragen werden… Denkt Mal mit.

    1. Genau so sehe ich das auch. Aber das traurige daran ist, dass die Datenschutzbedenken von Twitter, Facebook und Instagram Nutzern kamen und fleißig über WhatsApp meckerten.

    2. Das ist richtig. Und auch Datenschutz ist wichtig. Warum integriert Apple als Anbieter der API aber nicht eine Möglichkeit, die Daten auf Wunsch übertragen zu können? Kann ja eigentlich so schwer nicht sein und bei einer manuellen Bestätigung des Vorgangs wäre auch der Datenschutz kein Problem.

    1. Es wird immer der Zeitraum der vergangenen 14 Tage betrachtet. Sollte ein in diesen 14 Tagen statt gefundener Kontakt eine Covid-19 Erkrankung melden wirst du darüber informiert. Wenn durch den Wechsel des Handys die Begegnungen nicht mehr auf dem handy vorhanden sind, kannst du für diesen Zeitraum nicht mehr gewarnt werden.

  2. Wenn ich ein neues iPhone in Betrieb nehmen, wiederherstellen mit verschlüsselten Backup über iTunes (PC) beziehungsweise Mac Finder! Manche Sicherheitsrelevante Apps sowie Banking, müssen dann wieder neu aktiviert werden, ansonsten werden überall auch Passwörter zum Beispiel E-Mail von den anderen Anbietern mit übertragen!

  3. Wie sieht es denn bei parallelerer Nutzung von zwei versch iPhones aus?
    Demnach gibt es ja dann für jedes Gerät für sich eine eigene Corona-Risikobewertung?
    Mit ist klar,dass dienstliche und private SIM mit der eSIM in einem Gerät funktionieren würde.
    Will man aber vielleicht nicht…

  4. Bei mehreren Karten-/Navi-Apps musste ich das Kartenmaterial nach dem Gerätewechsel neu laden. Das hat nicht nur viel Daten, sondern auch einige Mühe gekostet, wenn etwa die Bereichsauswahlen und Einstellungen von Zoom-Stufen neu zu setzen waren. Es war stundenlange Arbeit!

  5. Nach meinem Kenntnisstand legt der Entwickler einer App fest, welche Daten der App im iOS Backup gesichert werden. Das sind auch die Daten, die bei dem Übertrag auf ein neues Gerät genutzt werden.
    Die Corona Warn App sollte, bei 20 Millionen Entwicklungskosten, die Tracing Daten wenigstens im verschlüsseltem iTunes Backup mit einschließen.

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