Die Welt: iPad statt Altpapier

14 Kommentare zu Die Welt: iPad statt Altpapier

Der Weg zum Briefkasten oder zur Haustür muss nicht mehr sein. Die Tageszeitung gibt es ja auch auf dem iPad.

Nach dem Aufstehen einen Kaffee trinken, dazu ein Brötchen essen und die Tageszeitung lesen. Das gehört für viele Deutsche zum ganz normalen Tagesablauf. Den Weg zur Haustür oder zum Briefkasten, möglicherweise im Winter wenn es richtig kalt ist, das muss nicht mehr unbedingt sein. Mit dem iPad und der App „Die Welt“ gibt es die aktuelle Tageszeitung auch im digitalen Format. Nur sollte man hier aufpassen, dass man hier keinen Kaffee verschüttet.


Die Welt war im Mai 2010 eine der ersten iPad-Applikationen aus dem deutschsprachigen Raum. Mittlerweile hat sie einige Updates erhalten und ist seit dem 13. Januar in der Version 2.0 verfügbar, die wir für unseren Test herangezogen haben. Nach dem ersten Download kann man das gesamte Angebot 30 Tage lang kostenlos testen, danach muss man per In-App-Kauf weitere Inhalte kaufen. Die Preise sind dabei, verglichen mit der Printausgabe, recht günstig – für einen Monat zahlt man im Schnitt 10 Euro (bis zum 28. Januar gibt es Sonderangebote, mehr dazu im App Store).

Sudoku und Wetter inklusive
Startet man die App, werden zunächst die aktuellen Daten des Tages nachgeladen. Das geschieht leider nicht im Hintergrund, sodass man – je nach Internetverbindung – einige Sekunden warten muss, bevor man den ersten Artikel lesen kann, allerdings nur einmal pro Ausgabe. Die verschiedenen Seiten sind wie eine Zeitung aufgeteilt, Artikel werden nach einem Klick jeweils in einem neuen Fenster geöffnet und können dort gelesen werden – leider werden sie nicht auf dem kompletten Bildschirm angezeigt, hier geht viel wertvoller Platz verloren.

Die Navigation durch die Zeitung klappt auf Anhieb wunderbar, dazu trägt auch eine kleine Hilfe bei, welche die grundlegenden Navigationsmöglichkeiten einfach veranschaulicht. Wichtig ist hier natürlich das Blättern von links nach rechts, um die Seiten zu wechseln, und das Wischen von oben nach unten, um zur Übersicht zu gelangen.

In der Übersicht kann man zudem schnell zwischen den verschiedenen Ressorts auswählen, so kommt man beispielsweise schnell zum Sportteil oder dem Lokalteil, der für sechs verschiedene Regionen Deutschlands verfügbar ist. An der inhaltlichen Qualität gibt es nichts zu bemängeln, das Welt-Niveau sollte ja hinlänglich bekannt sein. Wer kurze Boulevard-Meldungen sucht, ist hier allerdings an der falschen Stelle.

Für Interaktivität sorgen neben den Bilderserien der Wetterbericht und das Rätsel. Das Wetter wird inklusive Niederschlagsradar, Pollen- und UV-Informationen, sowie einer Ortssuche präsentiert. Auf der Rätselseite gibt es neben einem kleinen Cartoon ein tägliches Sudoku, das man unter anderem auf seine Richtigkeit überprüfen kann, wenn man alle Kästchen ausgefüllt hat.

Liebloser Querformat-Modus ohne Mehrwert
Positiv hervorzuheben ist, dass – abgesehen von einigen Bildern – alle Inhalte auch offline nutzbar sind. So kann man selbst sein Wifi-iPad auf dem Weg zur Arbeit in der Bahn herauskramen, um die Zeitung zu lesen – praktisch, denn das iPad nimmt deutlich weniger Platz in Anspruch, als eine ausgeklappte Zeitung.

Wer zunächst eifrig durch die digitalen Seiten wischt, kann interessante Artikel auch auf eine Pinnwand heften, um die Texte dort später zu lesen, ohne erneut suchen zu müssen. Gegenüber einer normalen Zeitung ist das ebenso ein Vorteil, wie die integrierte Anbindung zu Welt Online. Das Internet-Portal der Zeitung ist perfekt in das Design der App eingebunden und versorgt den Nutzer bei bestehender Internetverbindung mit minutenaktuellen Nachrichten. Pro Stunde wird man hier mit über einem Dutzend News versorgt – man wird einfach über alles informiert. Was in unserem Test allerdings nicht funktionierte, ist der Welt Online Newsflash per Push-Nachricht. Und selbst wenn das klappt: Hier fehlt ein Filter für die vielen Kategorien, um nicht ständig von den eintrudelnden Nachrichten erschlagen zu werden.

Eine weitere Tatsache, die uns in unserem Test erheblich gestört hat, ist die Schriftart im Querformat. Während im Portrait-Modus alles perfekt und richtig scharf zu lesen ist, stößt man auf verwaschene und schlechter lesbare Buchstaben, wenn man sein iPad quer hält. Anscheinend wird der Inhalt nur vergrößert dargestellt.

Ob das Gesamtpaket für rund 10 Euro im Monat überzeugen kann, überprüft am besten jeder Nutzer selbst – schließlich gibt es eine kostenlose Probezeit. Technisch gesehen kann sich die App, abgesehen von den beschriebenen Mängeln, aber durchaus sehen lassen.

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Kommentare 14 Antworten

  1. natürlich ist das App-Abo günstiger als die Welt auf Papier. Das hier ist ja auch „nur“ eine Aufbereitung der Inhalte von Welt.de. Die Zeitung bekommt man über iKiosk.

  2. DAS GLAUBE ICH JETZT NICHT!!!!!!!!!!!!!! Ich wünsche eine Erklärung! Warum ist das iPad gehackt? Gejailbreakt! Ihr habt Euch neulich negativ dazu geäußert und nun das!

    Bitte erklärt das!

    1. Wann haben wir etwas gegen den Jailbreak gesagt? Immer locker bleiben 😉

      Negativ geäußert haben wir uns lediglich über Programme, mit denen man illegal Apps herunterladen kann.

      1. Aber dennoch finde ich jailbreaken schlecht… Aber das ist richtig, dass Ihr nur gegen illegalen Download etwas habt. Andere Frage: Wie testet Ihr die Apps, wenn Ihr (wohl) kein iOS 4.2 habt (wurde ja ein sehr hoher Schutz eingebaut!)

  3. Achtung Abo Falle.

    bei dem Versuch ein Abo der Welt abzuschliessen wurde der Betrag abgebucht jedoch das Abo nicht freigeschalten.
    Der Apple Support verweiset auf die Welt, die jedoch auf schriftliche Anfragen niche reagiert. Da kann ich nur sage teurer Spass.

  4. Übt ihr euch jetzt in bezahlten Artikeln? Erst BILD, jetzt WELT!

    Inzwischen gibt es sehr viel bessere, weil inhaltsreichere und objektivere Tageszeitungen im Store.

    Die WELT bringt für teuer Geld nämlich nur wenig Inhalt aufs iPad.

    1. Irgendwie müssen wir uns auch finanzieren. Einen BILD-Testbericht gab es bei uns bisher nicht.

      Natürlich mag es andere Tageszeitungen geben, die besser sein mögen. Aber bei der Masse an Apps können wir uns nicht alles ansehen, dazu fehlt uns einfach die Zeit.

      Auch wenn Reviews bei uns gebucht werden, bleiben wir objektiv und neutral. Deswegen hat die Welt-App auch nur 3,5 und nicht mehr Sterne bekommen. Und glaub mir, es gab einige Passagen im Text, die wir ändern sollten, aber wir lassen uns nicht „hereinpfuschen“.

  5. Danke für die Rückmeldung. Vielleicht wäre es im Sinne der Transparenz möglich, eure Leser darauf hinzuweisen, dass sie einen bezahlten Artikel lesen.

    Immerhin ist man beim Schreiben ja wirtschaftlichen Zwängen unterworfen.

    Grüße
    Jürgen

    Warum ist mein Name „Jh“ plötzlich passwortgeschützt?

    1. Ich denke mal JH ist passwortgeschützt, weil du bei deinem letzten Beitrag ein Passwort eingetragen hast. Die @me.com Adresse des eingetragenen Benutzers sieht jedenfalls so aus, als würde sie von dir stammen. Wenn du das Passwort nicht mehr weißt, schreibe uns bitte eine Mail, dann lösche ich den Account wieder.

      Beim Schreiben eines jeden Artikels lassen wir uns übrigens nicht wirtschaftlichen Zwängen unterwerfen. Wir bewerten jede App nach den selben Punkten.

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