Hilfe in Zeiten des Coronavirus: Nachbarschafts-Plattformen vorgestellt

Menschen bieten ihre Hilfe an

Das grassierende Coronavirus ist vor allem für spezielle Risikogruppen, darunter ältere oder chronisch kranke Menschen, gefährlich. Logisch, dass diese Menschen besonders vorsichtig sind. Durch Schul- und Kita-Schließungen, Home Office und Co. sind zudem viele Familien mit einer neuen Betreuungssituation konfrontiert, und auch um die Haustiere von Infizierten oder in Quarantäne stehenden Personen muss sich gekümmert werden. 

In diesem Zuge entstehen aktuell zahlreiche Hilfsportale, die sich vor allem lokal organisieren und besonders Betroffene mit Erledigungen, Kinder- und Haustierbetreuung unter die Arme greifen wollen. Einige dieser Plattformen wollen wir euch daher in aller Kürze vorstellen – und freuen uns auch über weitere Einsendungen für lokale Hilfsangebote. Wenn ihr keiner Risikogruppe angehört, selbst nicht gefährdet seid und Zeit entbehren könnt, denkt einmal über ein eigenes Hilfsangebot nach – für viele Betroffene kann dies eine große Erleichterung darstellen.


Wirhelfen
Auf einer interaktiven Karte können bei Wirhelfen Hilfsangebote eingesehen werden. Das Portal ist erst am Montag online gegangen, bis Dienstag haben sich schon mehr als 1.000 Menschen dort registriert. Die Plattform bietet an, zwischen „Einkaufen gehen“, „Dinge teilen“ und „Kinderbetreuung“ auszuwählen und diese Angebote zu vermitteln. Das Portal soll laut eigener Aussage als „zentrale Anlaufstelle für das Hilfsangebot in Deutschland“ gelten – und das ohne Anmeldung und mit direktem Kontakt.

Nebenan.de
Mit mehr als 1,4 Millionen registrierten Nutzern in 400 Städten ist das Nachbarschafts-Portal sonst bisher mit Leihangeboten für die Dinge des täglichen Lebens, Fragen neuer Anwohner zu Freizeitaktivitäten, einem Marktplatz für zu verschenkende und verkaufende Dinge und lokalen Angeboten aufgefallen. Mit der Verbreitung des Coronavirus finden sich aber auch hier zahlreiche lokale Hilfsangebote. Am letzten Wochenende haben sich laut Aussage von Nebenan. de fünf Mal so viele Nutzer wie sonst üblich registriert. Die Plattform bietet auch das Ausdrucken von Zetteln für Hausflure und Co. an, damit nicht vernetzte Menschen analog auf Hilfsangebote hingewiesen werden. Der Download der App (App Store-Link) ist kostenlos und erfordert ein Nutzerkonto.

Helpunity
Die bundesweite Plattform Helpunity steht in den Startlöchern und koordiniert über eine Website und noch in dieser Woche startende App über laufende Hilfsprojekte. Auch Unternehmen können sich beteiligen und regional nach temporären MitarbeiterInnen suchen. Aktuell gibt es Infos zum Coronavirus und eine Übersicht zu digitalen Angeboten im Fitness- und Weiterbildungs-Bereich. Auch Livestreams und digitale Meetups sollen zur Verfügung gestellt werden. 

Coronaport
Auch Teenager werden aktiv, in diesem Fall in der Bundeshauptstadt Berlin: Der 15-jährige Noah Adler hat die Plattform Coronaport für seine Heimatstadt gestartet, in der sich Menschen in eine Liste eintragen lassen können, wenn sie Hilfe anbieten. Schon über 1.000 Berliner sind dabei und bieten unter anderem Einkaufshilfen, Kinderbetreuung oder persönliche Betreuung an. Noah Adler möchte mit dem Portal vor allem für schnelle und einfache Hilfe sorgen, vor allem für Risikogruppen, die nicht auf Freunde oder Verwandte zurückgreifen können.

Nachbarschaftshilfe.nrw
Die Bürgerplattform für Nordrhein-Westfalen entstand am letzten Wochenende von Noel Schäfer und will über lokale Gruppen ebenfalls Nachbarschaftshilfen koordinieren. Viel Bedarf gibt es bisher noch nicht, aber je nach Entwicklung der nächsten Wochen könnte sich dies schnell ändern. Auch verlässliche Informationsquellen werden in diesem Projekt aufgezeigt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Auch in vielen anderen Bundesländern und Städten finden sich immer mehr lokale Plattformen für Hilfsangebote. Unter anderem hat die Junge Union die Initiative Einkaufshelden gestartet, auch das Deutsche Rote Kreuz bietet einen Einkaufsservice für Senioren, Kranke und Menschen mit Behinderung an. In einigen Städten bündeln auch die Stadtverwaltungen Angebote dieser Art, so dass ein Besuch der lokalen Websites durchaus lohnt. 

‎nebenan.de
‎nebenan.de
Entwickler: Good Hood GmbH
Preis: Kostenlos

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Kommentare 8 Antworten

  1. Gemischte Gefühle. Spontan würde ich mich gerne anmelden, um den WIRKLICH Bedürftigen aus der Nachbarschaft zu helfen. Wegen Corona bin ich ohnehin im Homeoffice und muss für meine Frau und für mich bspw. ja auch Einkaufen gehen. Da bietet es sich an, für die Risikogruppen was mitzubringen.
    Allerdings gab es schon vor Corona Schmarotzer und Faule unter den Nachbarn, die die Hilfsbereitschaft anderer ausnutzen. Der nächste Rewe ist ca. 300 m weit, Edeka vielleicht 500 m. Für unsere eigenen Einkäufe nutze ich das Auto nicht, auch wenn das heißt, dass ich da öfter hingehe. Aber ich fahr doch nicht 300 m mit dem Auto! ? Die feinen Herrschaften allerdings, die gesund und 10 Jahre jünger sind, fragen uns alle paar Wochen ob wir sie nicht mit dem Auto hinkutschieren. ?

    1. @itom: Ich tue und lasse, was ich für vertretbar halte. Das habe ich auch schon vor deinem äußerst hilfreichen Rat. Desweiteren teile ich hier meine Gedanken zu dem Thema und lasse mir gerne andere Anregungen und Impulse geben. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die eigene Meinung und Vorstellung erstaunlich oft nicht das einzig wahre ist. Aber um zu dieser Erkenntnis zu gelangen ist Austausch mit anderen sowie die Fähigkeit zu Selbstreflektion erforderlich.

      Meine Erfahrung hat aber gezeigt, dass Leute, die außer einem kurzen dummen Spruch nichts beizutragen haben, ohnehin nichts (sinnvolles) tun, schon gar nicht für andere.

  2. Die ganze Nachbarschaftshilfen ähnliches wie eine mit einem gewissen? Angesehen. Das wird sehr deutlich wenn man sich die ganzen Talkshows und Diskussionen überall sich anschaut ob TV oder im Podcast wo is um Schutz geht soziale Distanz und ähnlichem. Verbot für die Großeltern Den Kindern nahe zu sein geschweige zu streicheln oder sonst irgendetwas Körper nass. Das ist ja meine eigene Familie mit meinen Enkeln wir haben beschlossen eine Distanz zu bewahren weilich zu den Risikogruppe zu gehören. Also ein klares Nein zu Nachbarschaft abzüglich Kinderbetreuung. Meine Enkel haben guten Kontakt zu den und dann Nachbarn überall aber wir haben beschlossen auch die anderen Eltern das jetzt tatsächlich etwas einzustellen so schwer es ist. Wir wissen noch so wenig über die weitere Ausbreitung das Geld in den nächsten Wochen erfahren genauer. Was aber natürlich gemacht werden kann ist der Einkauf für Nachbarn. Die telefonisch oder per Mail ihre Liste durchgeben .Dann geht man einkaufen und stellt die Einkaufstüten dann vor deren Tür. So und handhabe ich das übrigens auch mit den Lieferdiensten die ich hier habe das Ganze geschieht ohne Kontakt und inzwischen brauchen wir auch nicht mehr unterschreiben. Also bitte ,auch wenn es gut gemeint ist,Auch hier die allgemeinen Empfehlungen zu folgen das letzte was wir bräuchten wenn das alles nicht klappt wäre ein totaler Ausgangssperre wie in anderen Ländern. Und natürlich das die erwartete Verlangsamung in 2-4 Wochen nicht eintreten wird das für eine Katastrophe gesundheitlich wie auch wirtschaftlich

    1. Nachtrag sollte natürlich zuzüglich und nicht abzüglich Kinderbetreuung. Auch nach Jahren noch keine Korrektur möglich …☝️?

  3. Kinderbetreuung; genau das eben nicht. Der Sinn der sozialen physischen Isolation ist doch, dass jetzt nicht Menschen zusammen kommen, die so noch nie zusammen waren.
    Diese vielen privaten Kitagruppen, die jetzt entstehen sorgen dafür, dass jetzt Kinder zusammen sind, die es teilweise in dieser Zusammensetzung noch nie gab. So nach dem Motto, wir sorgen dafür, dass sich das Virus sehr gut verbreitet.
    Nachbarschaftshilfe klar. Einkaufen, Sachen vor der Tür stellen. Hund bei der Haustür abholen.
    Solange der Leichnam der Eltern / Großeltern nicht im Garten liegt, kapieren es einige einfach nicht.

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