Look Around: Apples neue Karten-Funktionen startet in neuen Städten

Los Angeles und New York City

Zusammen mit der ersten Beta von iOS 13 hat Apple sein neues Look Around Feature in der Karten-Anwendung gestartet. Zunächst konnte man sich im Stil von Google Street View in der Bay Area rund um San Francisco und Las Vegas umsehen, nun folgen zwei weitere US-Metropolen. Ab sofort ist Look Around auch in Los Angeles und New York City verfügbar.

Und Apple konzentriert sich dabei nicht nur auf den Stadtkern. In Los Angeles könnt ihr beispielsweise eine virtuelle Spritztour von Long Beach bis nach Pomona unternehmen, in New York City reicht das abgedeckte Gebiet von Manhattan und der Bronx bis nach Brooklyn und Queens.

Ob Look Around nach Deutschland kommt, ist ungewiss

Falls ihr Look Around einfach mal selbst ausprobieren wollt, sucht einfach mal nach einer der genannten Städte und tippt dann auf das Fernglas-Symbol in der oberen rechten Ecke des Bildschirms. Das Look Around Feature nutzt ihr am besten im Vollbildmodus. Was Apple besonders gut hinbekommen hat: Die flüssigen Übergänge, wenn man sich per Fingertipp über die Karte bewegt.

Look Around soll 2019 und 2020 weiter ausgebaut werden, wann und ob die Funktion nach Deutschland kommt, ist aber mehr als ungewiss. Zwar fährt Apple aktuell mit seinen Kamera-Autos durch Deutschland, die gesammelten Daten sollen aber nur für die Verbesserung des Kartenmaterials verwendet werden.

Ohnehin wäre Look Around hierzulande wohl wieder ein Fleckenteppich aus Gebäuden, die nach Anträgen der Besitzer unkenntlich gemacht werden. Und genau das finde ich mehr als enttäuschend, wenn man sich mal ansieht, wie grandios man sich mit dem Bildmaterial von Apple durch die virtuelle Welt bewegen kann.

Kommentare 7 Antworten

  1. @Fabian: „Und genau das finde ich mehr als enttäuschend, wenn man sich mal ansieht, wie grandios man sich mit dem Bildmaterial von Apple durch die virtuelle Welt bewegen kann.“

    Nun, ihr bei Appgefahren seid auch nicht gerade dafür bekannt, dass bei euch Datenschutz und Datensicherheit vor Komfort kommen, insofern ist das auch nicht weiter verwunderlich. 😉
    Ihr seid ja auch noch relativ jung. Unsere Junend interessiert sich bspw. auch herzlich wenig für Politik, Grundrechte oder Privatsphäre. Bequemlichkeit und sofortige Verfügbarkeit mit einem Klick geht vor.

    Ich sehe das so, dass das ein Reifeprozess im Leben ist. Irgendwann werdet auch ihr reifer und weiser sein und auch eure Vermögensverhältnisse werden sich noch ändern. Dann werdet auch ihr erkennen, dass es nicht optimal ist, wenn kommerzielle Anbieter ungefragt Informationen über euch und eure Eigentumsverhältnisse veröffentlichen.

    Ich kann zwar auch keine Burg mit Wassergraben drum herum mein Eigen nennen, aber zumindest bin ich seit ein paar Jahren so weit, dass ich Verständnis für diejenigen habe, die nichts oder nur sehr gezielt online etwas über sich preisgeben.

    1. Ich bin auch schon eines der Älteren Semester. Es ist aus meiner Sicht nichts dabei Fotos in einer Karten – App zu haben um zu sehen wie es dort aussieht. Heutzutage ist es mehr als normal sein Haus, seine Straße seinen Garten auf irgendwelchen Plattformen zu sehen.
      Selbstverständlich können diese auch ausgenutzt werden. Nur, wegen dieser Gefahr, sich in den Sand zu vergraben hilft nichts. In den meisten Straßen werden Einbrecher viel mehr einfach mal vorbeigehen und sich vor Ort ein Bild zu machen. Dies ist viel hilfreicher als auf Google oder Apple Karten nachzusehen.
      Und wegen diesen Idioten die es mit dem Recht nicht so ernst nehmen, lass ich mir doch das leben nicht vermiesen.

      Und was konkret ist an den Machern von Abgefahren zu kritisieren in Sachen Datenschutz? Gibt es da konkrete vorwürfe oder ist das nur so dahin gesagt.

      1. @Robert:
        Ich weiß ja nicht, was Dein beruflicher Hintergrund ist. Wenn Du Dich länger mit Informatik, der Analyse großer Datenmengen, Statistik, Finanzmathematik und/oder Datenschutz befasst, findest Du doch etwas dabei. Es geht nicht „nur“ um Fotos und es ist falsch, das Risiko auf „Einbrecher“ zu reduzieren. Es geht darum, dass diese Fotos mit Kartenmaterial und weiteren Metadaten (Adressdaten, Daten vom Einwohnermeldeamt, etc.) auf eine Art und Weise angereichert und verknüpft sind, dass sie flächendeckend und systematisch auswertbar sind. Das ist die Gefahr, die die meisten nicht sehen und daher massiv unterschätzen. Diese Informationen werden dafür genutzt, um (auch Dich) zu beurteilen. Aus dem Zustand Deiner Hausfassade und aus dem Auto was auf dem Foto vor Deinem Haus parkt wird geschlossen, wen Du wählst, welchen Familienstand Du hast, wie viele Kinder Du hast, wie hoch Dein Kontostand ist und wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass Du Deine Kredite bezahlst. Dabei ist es völlig unerheblich, ob das wirklich Dein Auto ist, das zum Zeitpunkt der Aufnahme dort parkte, oder ob Du bspw. als Mieter überhaupt einen Einfluss auf den Zustand der Hausfassade hast. Bei der Datenanalyse geht nicht um Dich persönlich, Robert. Das ist alles nur Statistik. Bei der Auswirkung dieser Analyse dafür um so mehr. Ob überhaupt und welche Dienstleistungen zu welchen Konditionen Dir daraufhin überhaupt angeboten werden, hängt davon ab, wie man Dich vorher (mehr oder weniger treffend) bewertet hat. Dadurch, dass Dir bestimmte Dinge oder Konditionen gar nicht erst anbietet, merkst Du gar nicht, wie es auch anders hätte laufen können. Das führt dazu, dass die Menschen „nichts dabei finden“, wenn da mal ein paar Bilder online sind. Weil sie das Ausmaß und die Zusammenhänge nicht kennen.
        Schon mal online etwas bestellt und im Vorfeld stand als Zahlungsweise „auf Rechnung“, aber nachdem Du was in den Warenkorb getan hast und tatsächlich bezahlen wolltest war „auf Rechnung“ plötzlich nicht mehr sichtbar?
        An den Machern von Appgefahren habe ich dieses Mal noch nicht mal konkret etwas kritisiert, sondern lediglich festgestellt, dass diese Einstellung zu Look Around nicht weiter verwunderlich ist. Sie ist gut erklärbar. Wenn Du hier etwas länger mitliest, wirst Du feststellen, dass es genau so ist. Konsum und schicke Gadgets werden hervorgehoben (was per se nichts schlimmes ist), die damit verbundenen Risiken jedoch vernachlässigt. Ich habe, als es meiner Meinung nach berechtigt war, die zu lasche Einstellung zum Thema Datenschutz bemängelt (Video-Türklingeln mit Upload der Videos eines jeden, der vor der Tür steht, in eine chinesische oder wer-weiß-was für eine Cloud; ). Auch habe ich beim Thema Recht auf freie Meinungsäußerung die ungenügende Verantwortung der Appgefahren-Betreiber gegenüber Grundrechten kritisiert, als hier mal wieder großzügig unliebsame Meinungen gelöscht wurden, siehe bspw. hier:
        appgefahren.de/appgefahren-news-ticker-am-8-juli-1-news-4-255380.html

    2. Es ist schön, dass du erstens zu beurteilen weißt, wie alt ich genau bin und wie reif ich bin. Es ist außerdem schön zu wissen, dass sich jugendliche Menschen, zu denen ich nicht zähle, sich herzlich wenig für Politik, Grundrechte und Privatsphäre interessieren. Wie genau kommt du zu diesem Schluss?

      Was hat ein Foto von einem Haus, das von öffentlichem Grund angefertigt wurde, mit fehlendem Datenschutz zu tun? Wenn ich ein Haus in Look Around sehe, habe ich die Adresse und weiß wie das Haus aussieht. Genau diese Daten habe ich auch, wenn ich vor Ort stehe und selbst auf das Haus blicke.

      In diesem Fall bekomme ich sogar noch mehr Daten: Ich kann auf dem Klingelschild sehen, wer (Name) in dem Haus wohnt. Ich kann theoretisch beobachten, wann die Person das Haus verlässt, wieder nach Hause bekommt, wer zu Besuch kommt, wie viele Pakete du bekommst und wann du abends ins Bett gehst.

      Und was ist dir lieber: Dass ich extra zu dir fahre, um den einzigartigen Baum zu fotografieren, der vor deiner Einfahrt steht? Möglicherweise mit dir und deiner Affäre im Hintergrund? Oder soll ich mir den Baum lieber bei Look Around anschauen, wo alle Gesichter automatisch verpixelt werden?

      Ehrlich: Dieser deutsche Hass-Hype rund um Street View, Look Around und Co geht mir tierisch auf den Sack.

      1. @Fabian:
        Dass Dir der Hass auf den Zeiger geht, merkt man. Ich schrieb nirgends, dass ich Streetview etc. hasse. Hingegen schrieb ich, dass ich Verständnis habe für diejenigen, die das nicht möchten. Um mich oder um Dich persönlich geht es hier nicht. Schade, dass Dein Beißreflex Deine Fähigkeit zu differenzieren und sachlich zu bleiben verhindert.

        Zu Deiner Frage, die ich jetzt mal bewusst von mir persönlich weglenke und verallgemeinere (weil es eben nicht um Einzelpersonen geht): Ja, es ist selbstverständlich ein riesengroßer Unterschied, ob jemand konkret zu einem Haus hinfahren muss um es abzufotografieren (und zu riskieren dabei beobachtet und selbst fotografiert zu werden) oder ob man die Häuser flächendeckend und systematisch bildlich erfasst und durchsuchbar macht, ohne dass man vor Ort anwesend sein muss. Eigentlich dachte ich, das sei einleuchtend, aber anscheinend muss man das für jeden einzeln wiederholen.
        Darüber hinaus sind auch die Bilder bei Streetview etc. mit weiteren Informationen verknüpft, sogar mehr als man auf dem Klingelschild lesen kann. Das alles haben wir hier schon mal diskutiert:
        appgefahren.de/apple-kamerafahrten-baylda-veroeffentlicht-weitere-details-257035.html
        Dir sei insbesondere auch die Lektüre von
        datenschutzzentrum.de/artikel/613-Datenschutzrechtliche-Bewertung-des-Projektes-Google-Street-View.html
        nahegelegt, da steht nämlich gut erklärt, wo das Problem darin liegt.

        1. Du machst es Dir sehr einfach, zeroG. Erst die appgefahren-Macher kritisieren und ihnen unterstellen, sie würden sich nur wenig für Politik interessieren, sich aber dann darauf zurückzuziehen, darum würde es gar nicht gehen, ist heuchlerisch.
          Schade, dass Du in deiner weiteren Antwort nicht auf Polemik verzichten möchtest. Es ist nunmal nicht jeder deiner Meinung.

          1. @JoeCool: Tut mir leid, ich weiß nicht was Du damit sagen möchtest. Ich habe in meiner Antwort an Fabian nirgendwo geschrieben, dass es nicht um Politik geht. Kannst Du Deine Antwort nochmal anders formulieren?

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