Mobile Connect: Die drei großen Provider führen Nutzer-Identifikation per Mobilfunknummer ein

Das digitale Leben soll für Mobilfunkkunden in Deutschland in Zukunft deutlich einfacher und sicherer werden – das versprechen die drei großen Provider mit Mobile Connect.


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Die Deutsche Telekom, Telefónica Deutschland (O2) und Vodafone Deutschland haben gemeinsam vereinbart, ihren Kunden eine einheitliche Lösung für eine simple und geschützte Anmeldung bei Internet-Diensten anzubieten – „und zwar ohne Eingabe von Username und Passwort“, wie es in einer Mitteilung von Vodafone heißt.

Die als Mobile Connect bezeichnete Identifikation wird über einen weltweit etablierten GSMA-Dienst ermöglicht, die in Deutschland von der Identitäts- und Datenplattform Verimi als Partner unterstützt wird. „Damit kann auch die persönliche Mobilfunknummer zur eindeutigen digitalen Identität beim Einkauf in Online-Shops, bei der Anmeldung in Internet-Portalen und zukünftig bei digitalen Behördengängen werden“, so Vodafone.

Laut Aussage von Alex Sinclair CTO von GSMA wird „Mobile Connect bereits weltweit in mehr als 30 Ländern benutzt“. Mit dieser neuen Methode der Identifikation benötigen die Kunden der drei großen Mobilfunkprovider demnächst nur noch ihre Mobilfunknummer und ihr Handy, um sich im Internet bei digitalen Diensten oder Websites anzumelden. Der Netzbetreiber übernimmt gegenüber dem Anbieter die Identifizierung des Kunden, denn er kann die Mobilfunknummer jederzeit eindeutig zuordnen. Ein Login per Passwort entfällt. Dieser Vorgang soll den Anmeldeprozess nicht nur einfacher, sondern auch sicherer machen.

Adresse und Bankdaten müssen nicht mehr eingegeben werden

Noch in diesem Jahr werden sich Mobilfunkkunden in Deutschland damit nicht mehr nur mit ihren Google- oder Facebook-Passwörtern auf vielen Online-Portalen anmelden können. Mit Angabe der Mobilfunknummer, zum Beispiel beim Verimi Login, wird eine SMS an das Handy des Kunden geschickt. Über den in der Textnachricht integrierten Link bestätigt er auf seinem Smartphone den Erhalt und erlaubt dem Netzbetreiber gleichzeitig die verschlüsselte Übermittlung einer pseudonymisierten Kundenreferenznummer an den Portalbetreiber. Damit kann der Betreiber den Kunden immer wieder zuordnen und gewährt auch ohne Passwort Zugang.

Mobile Connect soll mittelfristig den Nutzern auch einen zusätzlichen Service bieten. Wer in Online-Shops etwas bestellen will, braucht Daten wie Lieferadresse und Bankverbindung dann nicht mehr manuell einzugeben. Die Informationen liegen dem Netzbetreiber vor und können auf Wunsch auch gleich in die Bestellmaske des Internet-Shops übertragen werden. Die explizite Freigabe für den Austausch stellt sicher, dass der Kunde jederzeit die volle Kontrolle über seine persönlichen Daten behält. 

Wir sind gespannt, wie sich diese neue Möglichkeit der Online-Identifikation entwickelt, und wie sie von der deutschen Kundschaft auf- und angenommen werden wird. Könnt ihr euch vorstellen, eure Handynummer zur Verifikation beim Online-Shopping oder bei Behörden einzusetzen? Wir sind gespannt auf eure Meinungen zu diesem Thema.

Kommentare 19 Antworten

  1. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass sich das zumindest bei deutschen Behörden niemals durchsetzen wird.

    Zum Teil reicht denen ja nichtmal ein Scan zur Erteilung des SEPA Lastschriftmandates, sondern sie fordern das unterschriebene Original ab. Das hat meiner Meinung nach auch nicht unbedingt etwas mit zurückgeblieben zu tun, sondern vor allem mit Sicherheit.

    Ich kann mir aber gut vorstellen, dass vor allem die junge Generation (U18) auf soetwas nur gewartet hat und sorglos in solche Verfahren einwilligt. Was das für Probleme bringen kann stellen die dann erst fest, wenn sich ein vermeintlicher Freund in einem unachtsamen Moment das Handy schnappt…

  2. Wo ist denn da die Sicherheit? Besitz des Handys reicht demnach für beliebige Transaktionen!? Geklaut oder unbemerkt „ausgeliehen“ und zack? Nee, das taugt nix.

  3. Darum geht es nicht; die Identifizierung soll allein durch den Zugriff auf das Smartphone gegeben sein. Das ist ein systemisch unsicheres Verfahren, erst recht als Identifizierungsnachweis. Eine Totgeburt IMHO.

  4. Ich habe mir nicht umsonst eine neue Handynummer zugelegt und nur einem erlesenen Personenkreis gegeben. Warum sollte ich bei jedem x-beliebigen Anbieter meine Nummer hinterlegen…
    Ich fand es schlimm genug ständig mit Werbeanrufen belästigt zu werden.
    Nein danke!

  5. Und mein erster Gedanke; geil.

    Wird im „pessimistisch denkendem“ Deutschland dennoch ein Reinfall. Leider! Daher werden auch ApplePay und viele andere „Neuerungen“ hier in den nächsten Jahren nicht fruchten! Traurig..

    Für meinen Teil; ich würde es absolut begrüßen! Und mal ehrlich; das Handy ist wohl sicherer als ne „analoge“ Brieftasche! Was das mit Werbeanrufen zutun hat, is mir nen Rätsel (seit über 20 Jahren mobil und so gut wie KEINE Anrufe bekommen; ich warte stetig darauf ?). Bei dem neuen Dienst wäre dann sowieso kein Anruf mehr nötig ??.

  6. Ohje! Wenn ich das so lese, erinnert mich das gewaltig an die Unkenrufe beim Bau der Eisenbahn ? Das Potential jeder Neuerung mit deren Gefahr tot zu argumentieren, würde bedeuten, wir verbieten ab morgen sofort das Autofahren. Und erst recht, wenn man dabei an autonomes Fahren denkt.
    Mobile Banking müssen wir dann auch abschaffen. Ich könne die Nacht verbringen, weitere Beispiele anzuführen…
    Stay curious!

  7. Niemals. SMS können abgefangen werden. Hinz und Kunz hat dann meine Nr. Anonym is nicht mehr. Logging und geocatching des Providers. Pustekuchen. Nicht mit mir

  8. Guten Abend zusammen
    Ein klein wenig werden hier nach meiner Meinung Äpfel und Birnen verglichen:
    Wer sei Geld zukünftig wieder am Schaltet nach Vorlage des Personalausweises erhalten möchte?! möge vortreten.
    Alle anderen Verfahren – wir reden ja idRegel über einen bezahlten Service – haben irgendeinem Garanten im Hintergrund: Paypal, MasterCard, Applepay, und nun die Mobilfunkanbieter – Logik dahinter ist immer die gleiche …

    Anmeldung für andere Dienste?! Was bitte ist wirklich kostenlos?

    Liebes Team von appgefahren – erklärt doch mal den Menschen hier, was Werbung ist und warum eure Kauf-Empfehlungen immer schön zum gleichen Anbieter gehen – ich persönlich finde die darin enthaltene Scheinheiligkeit schwer erträglich.

  9. Moin Moin
    Eigentlich sind wir in diesem ganzen System eh nur ne Nummer. Das sollte man sich schon mal vor Augen halten, ob auf der Arbeit oder sobald man sich irgendwann ein Computer oder Handy zulegt.
    Will man sich was kaufen op per Internet oder mit Karte an der Kasse das läuft schon alles übers Netz.
    Ich kann mir ein Fahrticket schon über meine Handy Nr. kaufen und noch ein paar Sachen dazu was soll das Ganze wir sind schon mittendrin.
    Ob mit Punkten oder Apple Pay bzw. Kredit Karte.

    Jeder will verdienen der sowas anbietet.
    Aber die die Angst haben sollten die alte Methode dann wählen.
    Die anderen gehen halt mit dem Fortschritt weiter und haben es angenehmer ( hoffentlich )

  10. ich würde dieses Anmeldeverfahren liebend gern für Foren, Onlinegames, Audible, Onleihe, Ebay-Kleinanzeigen usw. nutzen

    sowas wie Amazon oder Ebay würde ich erst mal abwarten und weiter klassisch einloggen

    Onlinebanking, Paypal => nope !
    weiter wie bisher, ohne irgendwo gespeicherte/notierte Passwörter

  11. Ich bin ja auch für vieles neues offen. Bevor aber nicht geklärt ist, wer welche Daten, Bewegungsmuster etc. über mich anfertigen kann (und das ist ja wahrscheinlich das Ziel) würde ich solch einen Dienst eher meiden.
    Warum kommen die mit  Pay nicht in die Pushen? Meiner Meinung ist es keine finanzielle Frage sondern eher eine Frage der Benutzerdaten. Die Banken, Händler können keine Daten mehr abgreifen.
    Da lobe ich mir das  Ökosystem mit Schlüsselbund. Den verwalte ich selbst und muss mir nur 1 PW merken!

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