Notfallpass auf iPhone und Apple Watch: So richtet ihr ihn ein und greift darauf zu

Diese Infos können sogar Leben retten

Vor kurzem bin ich mehr oder weniger durch Zufall auf die unterschätzte Funktion des Notfallpasses auf meinem iPhone gestoßen. Klar wusste ich, dass es sie gibt, aber beim Ausschalten meines iPhone XR tauchte der Schieberegler dann im Screen zum Ausschalten auf. Grund genug also, noch einmal an dieser Stelle auf dieses nützliche und vielleicht sogar lebensrettende Feature hinzuweisen.

Denn: Wer auf eine verletzte oder bewusstlose Person trifft, ist zur Hilfe verpflichtet. Doch nicht immer wissen Ersthelfer und eintreffende Rettungssanitäter gleich, was von der betroffenen Person zu erwarten ist. Wie heißt die Person und wie alt ist sie, welche Blutgruppe hat sie, gibt es Unverträglichkeiten, Allergien und Medikamente, die eingenommen werden, müssen Angehörige verständigt werden, ist die Person Organspender? 

All diese Informationen lassen sich in Apples Notfallpass auf dem iPhone und der Apple Watch speichern und anzeigen. Für die erstmalige Einrichtung sollte man Apples Health-App auf dem iPhone öffnen und dann am unteren Bildschirmrand auf den Reiter „Notfallpass“ tippen. Dort können alle relevanten Daten vom Nutzer eingegeben werden, von Erkrankungen und Befunden, Allergien und Unverträglichkeiten, medizinischen Aufzeichnungen, Medikation, Blutgruppe, Geburtsdatum, Gewicht und Größe bis hin zu Organspenderinfo und Notfallkontakten. Auch ein kleines Profilbild kann hinterlegt werden.

Anzeige im Sperrbildschirm oder im Ausschalten-Screen

Der Notfallpass kann nach der Bearbeitung im Sperrbildschirm des iPhones angezeigt werden, ohne dass dieses entsperrt werden muss. So wird unter anderem im Sperrbildschirm unter „Notfall“ das Tastenfeld zum Absetzen eines Notrufes eingeblendet, aber auf dem linken unteren Bildschirmrand auch der Notfallpass mit den eingegebenen Daten. Einfacher geht es, wenn man versucht, das iPhone auszuschalten, bei meinem iPhone XR beispielsweise durch Drücken der Lautstärke- und Standby-Taste: Dann kann der Notfallpass ebenfalls über einen Schieberegler direkt aufgerufen werden. Auch auf der Apple Watch ist die Anzeige möglich, wenn man den Multifunktionsbutton unterhalb der digitalen Krone länger gedrückt hält. 

Der Notfallpass ist auf jeden Fall eine sehr gute Möglichkeit, um die wichtigen Gesundheitsdaten für einen Notfall immer parat zu haben. Apple betont übrigens, dass die dort gespeicherten Informationen nicht in die Health-App übernommen und auch nicht von anderen Apps genutzt werden können. Nichts desto trotz ist das Bewusstsein für eine solche Funktion von Apple-Geräten in der Öffentlichkeit wohl kaum vorhanden – oder habt ihr schon Rettungssanitäter gesehen, die auf den Notfallpass zugegriffen haben? Ihr wisst nun zumindest, wie ihr im Ernstfall die Hilfe unterstützen und selbst relevante Daten zur Verfügung stellen könnt.

Kommentare 24 Antworten

  1. Weil es nicht praktikabel ist. Es wird erste Hilfe geleistet, da bleibt keine Zeit, kommen die Sanitäter, haben die eh alles dabei, da helfen Infos nicht weiter…

  2. Wieso helfen da Infos nicht weiter? Was hat der Rettungsdienst denn dabei um zu wissen, welche Vorerkrankungen und Dauermedikation ein Pat. hat.
    Bei bewusstlosen Pat. kann das durchaus eine Hilfe sein.
    Allerdings wissen zu wenige davon, sowohl iPhone Benutzer, als auch Notfallsanitäter.

  3. Schön das du dich nochmal dieser Thematik annimmst es ist wirklich gut weil somit mehr Leute noch mal davon hören und wissen. Ich hab den Notfallpass bei meiner Freundin sofort eingerichtet nachdem sie den ersten Hirninfarkt hatte, momentane Medikation sowie Vorerkrankungen. Es gibt zu wenige die davon wissen Youtuber berichten Falsche Sachen, wie das man dadurch Organspender werde.
    Also Danke für die Aufklärung

  4. Sanitäter werden heute und in naher Zukunft nicht auf die Daten einen Notfallpasses eines Smartphones vertrauen. Wer garantiert, dass es auch wirklich das Geräte des Betroffenen ist?

    Aussagekräftig ist nur ein Pass mit Lichtbild und selbst dieser wird frühestens auf dem Weg ins Krankenhaus gefunden oder erst dort. Bis dahin greifen die üblichen Abläufe einer Erstversorgung.

  5. Garantie gibt das hinterlegte Lichtbild im
    Notfallpass und fehlt dies kann zumindest als Indiz Größe und Gewicht dienen oder man fragt einen der hinterlegten Kontakte ob es auch wirklich die verletzte Person ist …
    Man kann natürlich auch in den Kontakten einen als „ICE“hinterlegen, aber da kommt man idR bei einem gesperrten Gerät nicht ran, deswegen ist der Notfallpass einfach genial.

  6. Ich weiß von einer Krankenschwester, die auch beim Roten Kreuz arbeitet, dass der Notfallpass auf einem Smartphone keine Beachtung findet. Es kommt nicht mal in einer Routinebeschreibung vor. Zu unsicher, zu viel Zeitverlust etc. Nicht jeder hat ein iPhone und danach suchen ist nicht unbedingt eine brauchbare Handlung im Notfall. Das mag sich in Zukunft vl. ändern, aber aktuell kein Thema (zumindest hier, mag woanders ja anders sein). In der Theorie toll, in der Praxis nur schwer anwendbar.

  7. Ich denke es wird noch ein Weilchen dauern, bis der User sich völlig seinem digitalen Helfer hingibt. Warum soll ich einem Teil, dass ständig wegen Datenmissbrauch in den Medien vorkommt, meine wichtigsten Informationen anvertrauen? Und ohne ein plattformübergreifende Anwendung ist das so oder so witzlos.

    Patienten, die aktute Probleme haben, haben auch entsprechende Hinweise in Form von Ketten, Anhänger oder Ausweise bei sich – ich selbst auch. Ich werde die Infos keinesfalls ins iPhone eingeben, weil ich von einen Sanitäter nicht erwarte, dass er sich mit der endlosen Vielzahl an unterschiedlichen Smartphones auskennt – was nicht mal ein Verkäufer im E-Markt kann. Der Sani kennt aber eine Brieftasche, wo der Perso und ggf. andere Hinweise zu finden sind. Mein Ausweis kann bei einem Sturz nicht kaputt gehen und er ist so handlich, dass ich ihn immer dabei haben kann.

  8. Wieder eine nützliche Sache die vollkommen vernachlässigt wird und ganz untergeht,so lange die Menschen das Handy nur für Facebook nutzen oder Städte bauen.

      1. Es gibt auch eine Zeit nach der unmittelbaren ersten Hilfe. Da kann ein Blick in den Notfallpass nicht schaden, um eben einen Notfallkontakt anrufen zu können usw.

        Auch wenn sich die Helfer nicht auf die eingetragenen Daten verlassen können, geben die Daten vielleicht schon erste Hinweise, die dann ggf. schneller bestätigt werden können…

  9. Wenn ich verletzt und nicht ansprechbar auf der Straße liege kann sowieso jeder mein Phone über Face-ID/ Fingerabduck entsperren und sich Infos holen, die aber auch nichts mit meinem Unfall zu tun haben. 😉 – das war die schlechte Aussicht. 😖
    Prinzipiell ist es gut. Noch vor Ort bereits meine Blutgruppe zu wissen, hilft bei der schnellen Infusion schon beim Transport. Medikamentenunverträglichkeiten zu kennen, erspart tödliches Ende wegen Irrtum oder Wechselwirkungen. – das ist die echt gute Seite. 😇
    Wenn mehr, als 1 Sani + Notarzt vor Ort sind, gibt es überhaupt gar keine Ausrede, nicht zeitgleich zur Erstversorgung nach nem Phone zu suchen. Simultan zur Notbehandlung kann Einer von Allen den Gesundheitsstatus checken! Und wenn man nur den hinterlegten Ansprechpartner im Notfall anruft, der ebenfalls wichtige Auskünfte zur behandelnden Person erteilen kann.

    Allerdings ist es wie überall. Wer „Angst“ vor Technik hat, wird diese nicht nutzen. Beispiele dafür kennt jeder selbst. Und wenn am Phone lieber aufgelegt wird, statt um Rückruf zu bitten oder wenigstens die Info zu texten. 🤗
    Bedanke mich auch, dass das mal wieder ins Bewusstsein gerückt wurde.

  10. Was vielleicht auch noch erwähnt werden sollte: Wenn man über das iPhone einen Notruf über die SOS-Funktion absetzt bekommen deine Notfallkontakte die in Health hinterlegt sind eine Nachricht mit deinem Standort UND der Notfallpass wird automatisch angezeigt. Dann fällt das auch „digital ungeschultem“ Rettungspersonal auf.

  11. Wenn wir schon beim Thema Notfall sind, könnte man noch auf die dazugehörige Funktion des iPhone bzw. der Apple Watch hinweisen. Man kann schließlich auch mal selbst Probleme bekommen.

    Also merken: um mit dem iPhone einen Notruf auszulösen einfach die Seitentaste und eine der Lautstärketasten gedrückt halten, oder die Seitentaste 5x hintereinander drücken (in meinem Fall iPhone 8).
    Bei der Apple Watch lange auf die Seitentaste drücken.
    Gegebenenfalls die Funktionsweise für das eigene iPhone bzw. die Apple Watch prüfen.

  12. Direkt bei der Rettung wird es keinen Einsatz finden. Dafür reicht die Zeit nicht – selbst wenn man darüber bescheid weiß – denn wir reden hier über wahrscheinlich bewusstlose Personen, die die Angaben nicht selbst machen können.

    Später bei der Auswahl der Medikamente, kann es durchaus Leben retten. Wenn auch mit einer sehr geringen Wahrscheinlichkeit, dass es jemand auf diese Weise kontrolliert. Es ist aber etwas besser als nichts – schon allein wegen der Notfallkontakte.
    ______

    Ansonsten müssen solche Informationen standardisiert in ein Gesundheitsimplantat rein und ab unter die Haut eines jeden Menschen. Nur so lassen sich unnötige Tode vermeiden.

    1. Theoretisch sollte sowas mit der Einführung der elektronischen „Gesunheitskarte“ seit 1995 (!!!) rein, die unser Gesundheitssystem einfach nicht zum laufen kriegt. 😂 😂 😂 Da ist man mit seinem Phone tatsächlich besser und sicherer dran.
      Ich hab überhaupt keine gute Merke für Daten. Solche Fragen, wie: letztes Mal Röntgen, letzter Krankenhausaufenthalt, welche Unfälle/ Krankheiten/ welches Krankenaus/ Reha usw. bisher und wann machen meist das mit mir -> 😳 (Schnee von Gestern und raus aus dem Kopf) Damit ist mir schon mal ziemlich geholfen. 😉

      1. Die sekundären Infos können ja problemlos anonymisiert in eine Datenbank rein (siehe die IBM elektronische Gesundheitsakte der TK). Deutschland sollte sich aber zusammenraffen und endlich mal übergreifende Lösungen schaffen – darin liegt die Schwäche des Systems.

        Wichtige Notfallinfos sollten aber lokal vorhanden sein – zB in Form eines Implantats. Dieser kann dann auch die Autorisierung für die Gesundheitsakte beinhalten.
        Tatsächlich tragen bei weitem nicht alle ihre Gesundheitskarten mit sich und danach zu suchen, ist im Notfall eine zu kostbare Zeitverschwendung.
        Sollte man jedoch ein Implantat verlieren…hat man wahrscheinlich andere Probleme 🤷🏻‍♂️.

  13. Darüberhinaus kann man über eine hinterlegte Telefonnummer oder E-Mail-Adresse auch den Besitzer eines verlorengegangenen iPhones ausfindig machen, vorausgesetzt der Finder möchte es zurückgeben.
    Da es aber die wenigsten wissen, guckt da meist niemand nach 😉

    1. Wenn der Besitzer sein Smartphone wiederhaben will, wird er ja normalerweise sowieso eine Motherboardsperre verhängen und einen Kontaktweg auf den Bildschirm anzeigen. 🙂

  14. Für Notfälle zu Hause gibt es eine Box, die im Kühlschrank deponiert wird mit allen wichtigen Daten. Dazu ein Aufkleber an der Wohnungstür/Haustür, der darauf hinweist.

  15. Gut, dass darauf hingewiesen wird. Wir nutzen sie jedenfalls. Wer sagt denn, dass nicht noch jemand dabei ist, der Bescheid weiss und die Informationen weitergeben kann, Partner, Kinder, Freunde, Bekannte…, die nicht all‘ diese Informationen hätten.

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