Panono Explorer Edition: 360-Grad-Kamera zum Hochwerfen im Test

Noch nie waren echte 360-Grad-Aufnahmen so einfach wie mit der Panono Explorer Edition. Wir haben die besondere Kamera für euch ausprobiert.

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Ein Panorama mit dem iPhone zu erstellen, das ist mittlerweile zum Kinderspiel geworden. Aber wie sieht es eigentlich mit einem echten 360-Grad-Panorama aus? Dazu ist dann doch spezielles Zubehör notwendig, wie beispielsweise die Panono Explorer Edition, die gleichzeitig mit 36 kleinen Kameras Fotos aufnimmt und diese dann zu einem großen Gesamtbild zusammenfügt. Wir haben diese besondere Kamera, die natürlich über eine App-Anbindung an iPhone und iPad verfügt, für euch ausprobiert.

Zunächst einmal die schlechte Nachricht: Die Panono Explorer Edition ist wirklich kein günstiger Spaß, denn immerhin kostet die Kamera ohne Zubehör 1.499 Euro. Und wer dann noch Stick, Case und Adapter mit bestellt, muss noch einmal 50 bis 100 Euro zusätzlich investieren. Günstiger wird die aktuell auf 1.000 Stück limitierte Kamera, die auch bei Media Markt erhältlich ist, wohl erst im kommenden Jahr. „2016 wird es keine Consumer-Kamera von Panono geben“, hat das Unternehmen erst unlängst erklärt.

36 Kameras der Panono Explorer Edition sorgen für 108 Megapixel

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Aber was genau bekommt man für aktuell 1.499 Euro? Die Panono Explorer Edition verfügt über 36 Kameras und erzeugt damit Gesamtbilder mit einer Auflösung von 108 Megapixeln. Diese werden in der Cloud gesichert und können dort jederzeit abgerufen werden, auf Wunsch sogar als einzelne Bilddatei oder als Archiv mit sämtlichen Einzelbildern als Rohdaten. Das besondere Highlight der Panono Explorer Edition ist wohl ohne Zweifel die einfache Bedienung.

So ist die Verbindung zum iPhone oder iPad mit Hilfe der dazugehörigen App (App Store-Link) schnell hergestellt: Die Kamera erstellt ein eigenes WLAN und kann die aufgenommenen Fotos direkt auf das iOS-Gerät übertragen. Dort kann man bei aktiver Verbindung zudem einige Einstellungen vornehmen, wie beispielsweise die Belichtungseinstellungen samt ISO und Weißabgleich, sowie einige spezielle Funktionen wie HDR oder Anti-Shake.

Panono App

Ebenso einfach ist die Aufnahme eines Fotos, wobei man hier ebenfalls mehrere Möglichkeiten hat. Nachdem die Panono Explorer Edition angeschaltet ist, muss man lediglich den Knopf auf der Kamera drücken, den Auslöser über die App oder am Panono Stick betätigen oder die Kamera in die Luft werfen.

Insbesondere die letztgenannte Möglichkeit der Bildaufnahme macht besonders viel Spaß, wobei man die Panono Explorer Edition auf jeden Fall wieder auffangen sollte – sie ist noch nicht sturzfest. Ebenso muss man zwingend darauf achten, die Kamera möglichst ohne Rotation in die Luft zu werfen, damit am höchsten Punkt auch ein gutes Bild aufgenommen wird. Ist der Anti-Rotations-Schutz über die App aktiviert, quittiert die Kamera zu viel Drehung mit einem Signalton und es wird kein Bild aufgenommen.

Interner Speicher bietet Platz für bis zu 600 Aufnahmen

Alle Fotos werden zunächst im 16 GB großen Speicher der Kamera aufgenommen, das reicht für rund 600 Bilder. Um die fertigen 360-Grad-Aufnahmen zu erstellen, kommen iPhone und iPad ins Spiel: Sobald die Panono Explorer Edition per WLAN verbunden ist, werden zunächst Vorschau-Panoramen mit noch deutlich erkennbaren Rändern angezeigt. Diese können dann von der Kamera auf das iPhone oder iPad geladen werden, um von dort auf die Panono-Server übertragen zu werden. Dort wird dann das finale Panorama in rund zehn Minuten perfekt zusammengeschnitten und kann danach abgerufen werden. Da hier durchaus große Datenmengen von 50 bis 100 MB übertragen werden, sollte man den Upload bevorzugt im WLAN durchführen.

Schade ist die Tatsache, dass die Fotos nicht direkt von der Kamera in die Cloud geladen werden, sondern immer der Umweg über das iPhone und iPad erfolgen muss. Zudem ist eine direkte Zusammenstellung des Panoramas aufgrund der erforderlichen Rechenleistung auch nur über die Server von Panono möglich und nicht direkt auf dem Gerät des Nutzers. Auch wenn man die fertigen Bilder später anschauen möchte, muss man über eine aktive Internetverbindung verfügen.

Panono Panorama

Immerhin: Ruft man seinen Account über die Panono-Webseite auf, kann man alle hochgeladenen 360-Grad-Fotos nicht nur dort ansehen und Links mit Freunden teilen, sondern die Bilddateien auch als JPG herunterladen, um sie beispielsweise auf Facebook zu veröffentlichen. Alternativ können die gesamten Rohdaten als Paketdatei heruntergeladen und mit dem Panono UPF Converter in 36 einzelne JPG-Bilder für eine manuelle Weiterbearbeitung umgewandelt werden. Auf der Webseite hat man zudem die Möglichkeit Panorama-Bilder zu begradigen – wenn man die Kamera für die Aufnahme hochgeworfen hat, ist das quasi zwingend erforderlich.

So sehen die 360-Grad-Aufnahmen der Panono Explorer Edition aus

Die Bildqualität und der 360-Grad-Effekt der Panono Explorer Edition sind ohne Zweifel beeindruckend. Insbesondere Außenaufnahmen bei guter Helligkeit sehen wirklich klasse aus, bei der Verwendung mit einem Stativ sind sogar HDR-Aufnahmen möglich. Allerdings: Zoomt man stark in ein Bild hinein, wird Bildrauschen sichtbar. Ebenso gerät die Kamera in Probleme, wenn Objekte zu nah an der Linse sind. Dann nämlich entstehen unschöne Ränder, die in sehr geringen Ausmaß auch bei Innenaufnahmen zu beobachten waren. Als kleine Faustregel gilt: Der Abstand zwischen Kamera und dem nächsten Objekt sollte mindestens eine Armlänge betragen.

Zu einem echten Fazit mit Punkten und einer finalen Wertung möchte ich mich bei der Panono Explorer Edition momentan aber nicht festlegen. Warum? Weil die Kamera noch in einer sehr frühen Phase ist und es auf dem Markt quasi keine gleichwertige Konkurrenz gibt. Das lässt sich der Hersteller aktuell natürlich noch teuer bezahlen, denn 1.499 Euro sind für eine letztlich dann doch sehr beschränkte Kamera sehr viel. Denn am Ende bietet die Panono Explorer Edition wirklich nur eine Funktion: 360-Grad-Aufnahmen anfertigen. Wobei man fairerweise sagen muss, dass sie diese Disziplin mit absoluter Bravur meistert.

Wirklich spannend wird es dann aber wohl erst im kommenden Jahr, wenn die bereits lange versprochene Panono Consumer Version auf den Markt kommt. Diese wird nicht nur sturzfest sein und ist damit für den echten Alltag tauglich, sondern wird auch deutlich weniger kosten – anvisiert ist ein Preis von 599 Euro. Das wäre dann tatsächlich ein Kurs, bei dem man als normaler Endverbraucher über ein so tolles Spielzeug nachdenken kann.

Bis dahin würden wir uns in Sachen App noch einige Verbesserungen wünschen: Beispielsweise ein direkter Upload der Bilder in die Cloud, ohne ständig das WLAN wechseln zu müssen. Oder eine Möglichkeit, die Fotos sogar direkt auf dem iPhone zusammensetzen oder zumindest später auch ohne aktive Internetverbindung ansehen zu können.

Kommentare 22 Antworten

  1. Habe die Kamera mal im Fernsehen gesehen, war ganz begeistert. Mal sehen was sich im nächsten Jahr diesbezüglich so tut, vielleicht kann man ja dann mal über eine Anschaffung nachdenken. Dann sind ja auch noch die ein oder anderen kleinen Unstimmigkeiten behoben. Schön, wenn man noch Träume hat ?

  2. Für den Betrag bekommt man schon diverse Quadrocopter, mit denen man ja auch Panoramaaufnahmen machen kann und nebenbei tolle Videos….also in meinen Augen für den Preis völlig indiskutabel.

    1. Preis ok. Aber was musst du für deinen copter alles mitschleppen ? Außerdem ist das ja gar nicht vergleichbar. Für mal eben schnell auf ner Hochzeit ein Panoramafoto…..deinen copter kannste inner Kirche nicht fliegen lassen ?

  3. Dann soll sich mal jeder überlegen, wieviele dieser letztendlich doch relativ langweiligen Bilder er machen würde. Der Effekt dürfte sehr schnell verbraucht sein. Und dafür dann >600€. Aber sicher….

    1. Ich finde es nicht langweilig. Würde ne Menge Bilder machen. Meine Spiegelreflexkamera ist auch nur im Urlaub im Einsatz und billig war die auch nicht. Aber die Fotos sind es dann doch wert.

  4. Ein Bier zuviel, ein schräger Wurf, Kamera beim zähnefletschenden Hund in Nachbars Garten und schon gibt es unbeabsichtigte 16GB 360 Grad Aufnahmen aus Brehms Tierleben. Ansonsten eine sehr schöne Idee.

  5. Tolle Bilder aber der Preis ist einfach wie beschrieben absolut nicht für den Consumer.

    Aber sowas in der Art klebt wohl auf den Google Mobilen die durch die Straßen schaukeln.

  6. Nette Spielerei sich die Bilder mit dem iPad anzuschauen und im Kreis zu drehen, aber die Qualität vom letzten Bild (Garten) ist ja nun nicht das Gelbe vom Ei.

  7. Wenn es doch wenigstens Bewegtbild wäre… Fotos dieser Art sind nun wirklich keine Revolution mehr. So keine Chance, auch nicht für 600€

  8. Danke NEIN. Nicht für diesen Preis. https://shop.panono.com/#/de

    Bilder werden auch nicht schön. Bildqualität ist Stand wie vor einigen Jahren, so ähnlich wie bei Handyfotos. Schöne Pano´s nur bei SONNE (wenn überhaubt). Innenaufnahmen werden total verwaschen. Relativ gute Aufnahmen bekommt man nur mit STATIV (Dreibein Stativ + SONNE Außenaufnahmen)

    Negativ: Keine Software, alles nur online. Siehe hier: https://support.panono.com/hc/de

    Positiv: Schnelle Panoramen können vor Ort erstellt werden. Momentaufnahmen, Personen, u.s.w.

    Für €2140.81 EUR wünsche ich mir Aufnahmen, die für diesen Preis auch zu erwarten wären: 4K Qualität.

    Der Preis ist völlig übertrieben.

    Fazit: Lieber erstelle ich mit meiner privaten Kamera (z.b. 24 Megapixel und Stativ) meine eigenen Fotos (ca. 140 – 160 Fotos) und später mit einem sehr guten Panorama Programm, die Nachbearbeitung. Habe hier die volle Kontrolle über meine Fotos.

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