Simquadrat ausprobiert: Kostenlose Telefonnummer per eSIM

Ideal für alle neueren iPhone-Modelle

Während es auf dem Mobilfunkmarkt schon seit Jahrzehnten Handys und Smartphones gibt, die zwei SIM-Karten gleichzeitig aufnehmen können, hat man als Apple-Nutzer lange das Nachsehen gehabt. Ein zweiter SIM-Slot? Für die Designer bei Apple anscheinend ein absolutes No-Go, denn entsprechende Wünsche der Nutzer dürfte es seit jeher gegeben haben.


Zumindest ein wenig hat man diese Wünsche dann aber doch erhört. Im vergangenen Jahr hat Apple im iPhone XS, iPhone XS Max und dem günstigen iPhone XR erstmals eine eSIM-Schnittstelle integriert, auch in den neuen iPhone-11-Modellen ist die Technik zu finden. Was genau uns bei einer eSIM erwartet, erklärt Apple recht einfach auf einer Support-Seite:

Eine eSIM ist eine digitale SIM, die es dir ermöglicht, einen Mobilfunktarif von deinem Mobilfunkanbieter zu aktivieren, ohne auf eine physische Nano-SIM-Karte angewiesen zu sein.

In der Vergangenheit haben wir euch schon verschiedene Apps vorgestellt, mit denen man reine Datentarife auf die eSIM buchen kann. Das ist beispielsweise im Ausland praktisch, wenn man außerhalb der EU online gehen möchte, ohne vor Ort eine SIM-Karte zu kaufen. Bereits im Vorfeld kann man sich die Tarife anschauen und das gewünschte Datenpaket dann einfach per App freischalten.

Auf eine App verzichtet man bei Simquadrat zwar, das Angebot des Düsseldorfer VOIP-Spezialisten Sipgate kann sich aber trotzdem sehen lassen. Als einer der ersten Anbieter stellt man seinen Kunden eine eSIM mit Prepaid-Tarif bereit. Eine 1 GB LTE Flat im Netz von o2 kostet beispielsweise 4,95 Euro pro Monat, für den gleichen Preis gibt es eine Telefon-Flatrate in alle Netze. Für 9,95 Euro bekommt man sogar eine Sprach-Flat in alle EU-Länder, das ist für Nutzer interessant, die häufiger ausländische Rufnummern wählen. Im Kosten-Vergleich können sich die Tarife übrigens durchaus sehen lassen, wie ein Blick auf den Preisvergleich mit klassischen SIM-Tarifen von Mobilcom-Debitel zeigt.

Simquadrat kann auch ohne fixe Kosten genutzt werden

Ich habe für mich persönlich aber noch eine ganz andere Einsatzmöglichkeit für die Simquadrat eSIM entdeckt. Immerhin kann man den Prepaid-Tarif auch ganz ohne gebuchte Flatrates und somit ohne monatliche Fixkosten benutzen. In diesem Fall zahlt man für ausgehende Tarife 9 Cent pro Minute, mir geht es hier aber um etwas ganz anderes: Die Erreichbarkeit unter einer weiteren Rufnummer.

Praktisch ist das zum Beispiel, wenn man nicht seine private Rufnummer preisgeben möchte. Bei mir war das in den letzten Wochen beispielsweise mehrfach bei eBay Kleinanzeigen der Fall. Ebenfalls praktisch: Dass es sich um eine echte eSIM handelt, funktionieren auch SMS. Und auch hier habe ich die neue Rufnummer von Simquadrat bereits mehrfach genutzt, um mich bei Online-Diensten zu registrieren. Und wenn man keine Lust auf Störenfriede hat, deaktiviert man die eSIM einfach in den iOS-Einstellungen.

Die Anmeldung bei Simquadrat selbst ist übrigens keine große Hürde und problemlos über die Webseite des Anbieters möglich. Wichtig zu wissen ist auf jeden Fall: Es handelt sich um eine echte deutsche Rufnummer. Wenig überraschend muss man daher auch seinen Identität bestätigen, was dank Video-Ident aber keine große Herausforderung ist. In meinem Praxis-Test konnte ich die eSIM in weniger als 15 Minuten aktivieren und kurze Zeit später auch aktiv nutzen.

Was ich mir von Simquadrat noch wünschen würde: Eine App oder zumindest eine Überarbeitung der mobilen Webseite. Diese ist zwar für die Anzeige auf dem iPhone optimiert, spätestens wenn ein Flatrate gebucht werden soll, wird es dann aber doch etwas unübersichtlich. Man kommt durchaus damit klar, bei einem so modernen Produkt darf es dann aber durchaus noch etwas besser sein.

Mit Satellite bietet Sipgate bereits ähnliche Möglichkeiten

Falls ihr kein iPhone XS, iPhone XR oder iPhone 11 im Einsatz habt und nicht auf einen freien eSIM-Platz zurückgreifen könnt, gibt es von Sipgate übrigens noch eine andere Lösung: Satellite (App Store-Link). Bei dieser App setzt man voll auf VOIP und bekommt neben der zusätzlichen Rufnummer sogar 100 Frei-Minuten für Telefonate in über 50 Länder. Allerdings lassen sich bei Satellite keine Daten-Pakete buchen und auch SMS können nicht empfangen werden. Zumindest letzteres Features befindet sich aber schon im Beta-Test und dürfte wohl nächstes Jahr für alle Nutzer kostenlos zur Verfügung stehen. Wenn euch eine reine Telefon-Funktion ausreicht, ist Satellite auf jeden Fall einen Blick wert. Wer mehr möchte, findet bei Simquadrat vielleicht das passende Angebot.

Kommentare 12 Antworten

  1. Habe das Problem, dass ich ständig sms zu bzw. von einer britischen Nr. in Rechnung gestellt bekomme (soll wohl mit Apple und iMessage/Facetime Verifizierung zu tun haben). Sipgate würde wohl an der Klärung des Problems arbeiten. Hat jemand auch noch das Problem?

    1. Das“ Problem“ ist Jahre alt und kommt so eigentlich nie vor… hab noch keinen erlebt den die iMessage Aktivierung Geld gekostet hat, was ich auch nicht mehr nachvollziehen kann ist wenn einer noch eine sms schreiben muss das diejenigen dann immer kosten haben… sorry aber was habt ihr für komische alte Verträge.. 😊😊

    2. Das Problem gab es bereits vor einigen Jahren bei Sipgate….. die Klärung des Problems wird wohl noch Jahre andauern. Teddy2201 hat Deine Frage wohl nicht ganz verstanden oder kennt seinen eigenen „komischen Vertag“ nicht (siege EU-Verordnung SMS Gebühren). Ich konnte damals die automatischen SMS nach England auch nicht verhindern, Sipgate ist auch daran gescheitert. Hier liegt ein Fehler der Zertifizierung vor, welche etliche SMS nach England erzeugen. Dies kommt wohl nur bei Dual Sim und Sipgate vor. Mir blieb nichts anderes übrig als iMessage/Facetime auf dem Iphone zu deaktivieren!

      1. @hansi
        Zitat: Dies kommt wohl nur bei Dual Sim und Sipgate vor.

        Antwort:
        Bei mir ist das bei 1und1 passiert mit ohne Dual-SIM. War nur ein guenstiger Tarif mit 6,99 Oiroh Kosten.

    3. Ja, das sind die Kosten die entstehen, wenn man eine SIM wechselt und imessage sich bei Apple in Irland per SMS (in vielen Vertraegen kostenpflichtig) „neu“ anmeldet. Ja nervt wie die Sau und ich habe auch nach Jahren nicht verstanden, wieso Apple diesen Pruefvorgang nicht online loest und statt dessen die Nutzer mit ihren verursachten Gebuehren zur Kasse gebeten werden 🙁

      Der Vorgang findet auch nicht nur 1x pro SIM und ios Geraet statt, sondern bei jedem Wechsel … wenn also die SIM kurz in einem anderen Geraet benoetigt wird … zack sind wieder 0,30 Oiroh verbrannt.

      1. Bei vodafone kostet es mittlerweile nur noch 7 Cent. Das schlimme bei dieser Aktivierung: Wenn mal wieder Störungen auftreten, fallen diese Gebühren bei aktiviertem iMessage im Hintergrund ständig an und wenn man in der Vodafone App nicht regelmäßig reinschaut, hat man ne Überraschung auf der Rechnung. 1&1 hat diese Gebühr nie an mich weitergegeben.

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