Als wir im vergangenen Jahr in San Francisco zu Gast waren, mussten wir uns definitiv die Augen reiben: Dort fahren Taxis ohne Person hinter dem Lenkrad durch die Gegend. Per App bestellen, vom Roboter fahren lassen und günstig ans Ziel kommen. So einfach der Plan, der nun auch in Deutschland umgesetzt werden soll.
Es war ja bereits ein offenes Geheimnis, dass Waymo nach München kommen wird. Nun hat das Unternehmen genau das offiziell bestätigt. Bereits in wenigen Wochen wird man die ersten Autos in der Landeshauptstadt sehen, unverkennbar an ihrem großen Aufbau mit Sensoren und Kameras. Autonome Fahrten wird es vorerst allerdings nicht geben, zunächst wird man die Stadt manuell erkunden.
„Wir verfolgen einen konsequenten, schrittweisen Ansatz, der mit einer hochauflösenden Kartierung des lokalen Straßennetzes und Testfahrten mit geschulten Spezialisten für autonomes Fahren am Steuer beginnt“, heißt es in einer Pressemitteilung. „Diese Testphase soll sicherstellen, dass sich der Waymo Driver nahtlos an die besonderen Fahrbedingungen in München anpasst, bevor wir gegen Ende 2027 den kommerziellen Fahrdienst für die Öffentlichkeit starten wollen.“
Waymo soll sicherer fahren als der Mensch
Ich finde das tatsächlich eine spannende Sache – und das gleich aus verschiedenen Gesichtspunkten. Wie werden die klassischen Taxifahrer die Geschichte aufnehmen? Immerhin gab es schon nach dem Uber-Start in Deutschland etliche Diskussionen. Und wie reagiert die Öffentlichkeit? Beispielsweise im Hinblick auf Datenschutz? Zumindest rund um das Thema Sicherheit lässt uns Waymo bereits jetzt wissen: „Daten aus über 350 Millionen Kilometern vollautonomer Fahrten zeigen, dass wir die Verkehrssicherheit in den Gemeinden, in denen wir heute tätig sind, verbessern: Im Vergleich zu menschlichen Fahrern gibt es 16-mal weniger Unfälle mit schweren Verletzungen sowie 14-mal weniger Unfälle mit verletzten Fußgängern und 6-mal weniger Unfälle mit verletzten Radfahrern.“
Am Ende kommt es wohl auf zwei Dinge an: Wie lange muss man auf ein Waymo warten, wenn man es bestellt, und wie teuer ist die Fahrt am Ende im Vergleich zu anderen Optionen?

Ein weiterer Schritt Richtung Skynet 😜
Mich begeistert sowas und ich würde es definitiv ausprobieren. Aber wir sind in Deutschland… Die Diskussionen und Ablehnung, die daraus entstehen werden, sind jetzt schon absehbar. 🙄
Exakt. Kannst du an einigen Kommentaren hier bereits lesen. Traurig aber wahr.
Sehe da eigentlich nur dass untern Diskutiert wird dass sie es spannend findet wie die Teile mit den Kampffahrradpendlern umgehen wird und da bin ich auch gespannt drauf.
Was ich in München für Vollbremsungen machen muss da ein Radfahrer einfach mir die Vorfahrt nimmt, über Rot fährt oder Spontan meint doch mal abzubiegen ohne Handzeichen geht auf keine Kuhhaut mehr. Bei meiner Standardstrecke weis ich schon ganz genau an welcher Kreuzung zu 100% ein Radfahrer über Rot fahren wird oder mir die Vorfahrt nehmen wird.
Und da will ich noch nicht mal Anfangen mit den ganzen Kindern die auf den Mietrollern zu 2-3 rumfahren und sich auch an keine Verkehrsregeln halten.
Das man nicht täglich was im Radio hört, dass es wieder einen schweren Unfall gab mit einen Radfahrer oder e-Scooter wundert mich direkt immer wieder.
Da bin ich aber gespannt ob Waymo die spannende Fahrweise des ein oder anderen Fahrradfahrers eingeordnet bekommt.
Aber vielleicht wurde extra Gürtel diese Erkennung die KI mit fehlgeschlagenen Kamikazeflügen trainiert.
Seien wir gespannt. In SF waren die Waymos schon 2024 erstaunlich selbstbewusst und regeltreu unterwegs. Aber gerade letzteres ist ja für so manchen (nicht nur) Radfahrer in D ein Problem.
Da gibt es Videos auf YouTube zu. Waymo händelt das erstaunlich gut, wenn da gleich mehrere Fahrradfahrer entgegenkommen und auch noch von hinten einer kommt und am Fahrzeug vorbei zieht. Es gibt aber auch Videos, wo beispielsweise das Fahrzeug ohne Ende im Kreis fährt, um einen Parkplatz zu finden, und den Fahrgast nicht aussteigen lässt. Da müsste dann der Support eingreifen. Was Gefahrensituationen mit anderen Verkehrsteilnehmern angeht, kann Technik zwar auch Fehler machen aber der Mensch macht eher Fehler. Wäre das System völlig unberechenbar und fehleranfällig, würde man es schlicht nicht zulassen. Trotzdem wird man sich hierzulande ganz bestimmt und typisch erstmal dagegen sträuben.
@iWanderer: Ich bin ein Radfahrer aus München und da ich noch nie ein Auto besessen habe, fahre ich alles mit dem Rad und zu jeder Jahreszeit, auch in die Arbeit und wieder heim. Ich muss Dir zu 100% zustimmen! Ich scheine der einzige Vollpfosten in München zu sein, der an einer roten Ampel anhält und dann von allen anderen Radfahrern hinter mir überholt wird, Handzeichen gibt und einen Blinker im Helm hat und beides nutze, LKWs an der Kreuzung beim Rechtsabbiegen grundsätzlich vorlasse, weil ich keine Lust habe unter denen begraben zu werden und es leicht ist, einmal auf die Vorfahrt zu verzichten. Leichter jedenfalls als tot zu sein. War da noch was? Rechts vor links! Kennt kein Radfahrer und wenn man aus einer Querstraße einbiegt, müssen die auch nicht nach links schauen, ob da ein Radfahrer oder Autofahrer gerade unterwegs ist. Die glauben sie sind alleine auf der Welt. Die Scooterfahrer sind die schllimmste Spezies und da ich im Gesundheitswesen arbeite, weiß ich zu berichten, dass im Sommer unsere Intensivstationen voll sind mit denen. Ich schimpfe ihnen an der roten Ampel hinterher und ich kann die Autofahrer gut verstehen, dass sie sauer sind auf uns. Aber ich halte die Fahne hoch für die Tatsache, dass es auch andere gibt, die sich an die Verkehrsregeln halten, allerdings sind das sehr wenige. Dir weiterhin gute und vor allem unfallfreie Fahrt in Müchen! Servus!
Vorbildlich, müsste mehr Radpendler geben wie dich. 👍👍👍
Ich bin definitiv kein Pendler aufn Rad, sondern ein reiner Freizeitfahrer aber auch ich halte mich dann an die ganzen Regeln, wäre auch Blöd wenn nicht da bei mir ein Shotgun Sitz verbaut ist und ich mit meinen kleinen rumfahre. Geht da also nicht nur um mein Leben sondern schlicht auch um das Leben meines Sohnes.
Und leider sehe ich bei meinen Freizeit Touren auch genügend Lasträder, vollbeladen mit Kindern, wo die Eltern meinen sie müssten eine Tour de France Etappe gewinnen und knallen über Kreuzungen drüber ohne zuschauen und meinen Ampeln wären nur eine Empfehlung…
Ich habe auch schon Mamis auf solchen Rikschas zum Transport der Kinder gesehen, radelnd und dabei das Smartphone in der Hand bedienend. Ich habe den Eindruck, dass die Menschen heutzutage die komplette Welt ausblenden, sobald sie auf ein Display schauen. Besonders eindrucksvoll demonstriert von Fußgängern, die mit dem Phone vor den Augen auf Radwegen entlang laufen oder diese ohne zu schauen kreuzen. Klingeln nutzt auch schon lange nichts mehr, weil sie auch noch In–Ears oder Over–Ears wohl im Noise Cancellation Mode tragen. Ich habe mir angewohnt sie einfach anzubrüllen, denn Hupen sind ja nicht erlaubt.
Ich habe zwar ein Auto, fahre aber dennoch sehr viel mit dem Fahrrad. Und ich kann dich dahingehend beruhigen, dass es mit meiner Frau, mir und dir wohl sogar schon 3 Fahrradfahrer sind, die verkehrsregelkonform auf Münchens Straßen unterwegs sind.
Aber die schiere Menge an Vollpfosten, die sich insb. im nördlichen Innenstadtbereich rumtreiben, ist atemberaubend.
In München ist eh schon ein Verkehrschaos da brauchen wir die dort auch noch. Das wird lustig.
Radfahrer die keine Rücksicht nehmen, Strassen die gesperrt verengt oder heute so und morgen so geführt sind. Das wird der Hit.
Wieder fallen Arbeitsplätze weg, wieder Künstliche Intelligenz die keine Steuern und keine Sozialabgaben zahlt. Stattdessen Arbeitslose Taxi- und Uber Fahrer. Man brauchst dann auch keine Taxi Zentrale mehr das macht dann die APP.
Das die Taxisfahrer Arbeitslos werden, hat man ihnen schon zu Einführung von Uber gesagt. Sehe trotzdem jeden Tag mehr als genügend Taxis in München und wenn man mit den Fahrern redet haben sie nur anfangs einen kleinen Einschnitt bemerkt aber sehr viele Kunden (die wirklich Regelmäßig mit Taxi fahren) sind wieder zurück gekommen.
Das Geschimpfe über Radfahrende und neuerdings auch über die Scooterteilnehmer ist so alt wie der Verkehr selbst. Und täglich grüßt die Infrastruktur.
In Deutschland fehlt es an eigenen Spuren für die Radfahrgemeinde. als Beispiele seien hier Münster, Freiburg oder gar die Niederlande (Rotterdam etc.) genannt. Die Unfallzahlen würden sich mehr als halbieren…
In zehn Jahren werden die arbeitslosen Fahrer der Taxen den Autos hinterher schauen und selbstfahrende Wagen zum Transport anfordern. Die Zeiten ändern sich und mit ihnen die Arbeitsplätze.
Ja, Waymo ist eine Unterfirma des Metakonzerns. Ich vermisste den Hinweis im Text und weiß, dass es nicht so wichtig ist.
Sie können gerne eigene Spuren haben, dann wird sich das Chaos definitiv reduzieren und die Unfälle. Dann wird aber auch eine Fahrradstreuer eigentlich Pflicht, denn diese Straßen müssen auch gepflegt werden und warum sollte dass dann nur die Autofahrer über die Kfz-Steuer bedienen.
Autos beanspruchen die Straßen in weit größerem Ausmaß als Radler. Sonst wären auch Fußgänger hier zur Zahlung aufgefordert. Zudem würde die Kfz- Steuer hier alleine nicht ausreichen.
Das erklärt den Unterschied.
Stimmt zwar, nur wird für einen Fußgänger nicht eine Ursprüngliche Straße einfach zum Gehweg gemacht. Hinzukommt dass ein Fußgänger auch irgendwo wohnen muss und bei den Grundsteuer sind meistens Grundbesitzabgaben mit dabei. Die sind für Straßen und Gehwege. Die zahlt zwar der Eigentümer aber können auch auf die Mieter umgelagert werden sofern es im Mietvertrag entsprechend vermerkt ist und selbst wenn es nicht gehen würde, würde jeder Vermieter einfach die Miete entsprechend leicht anheben so dass diese kosten wieder der Mieterzahlt.
Heißt der Fußgänger zahlt dafür, der Radfahrer so zwar eigentlich auch aber für die wird eben Teilweise vorhanden Straßen zu reinen Fahrradstraßen umgebaut oder sogar komplett neue Radwege (wenn es von Ort zu Ort geht und man sie von der Landstraße haben will).
Muahahaha, ich bin seeeehr gespannt, wie so ein Robotaxi irgendwann mal in Berlin klarkommen würde. Im Vergleich zum Straßenverkehr in München scheint es, anhand der Kommentare hier, nicht allzuviel Unterschied zu geben, stelle aber die These auf, dass es in Berlin zuweilen noch chaotischer zugeht.
Schon immer wieder erstaunlich zu sehen, wenn sich z.B. Lasträder mit nem Lastkraftwagen oder Auto anlegen: Ego vor Lebenswillen.
Aber auch andere Autofahrer sind immer wieder eine Herausforderung. Würde mich wundern, wenn so ein Robotaxi überhaupt von der Stelle kommen würde.