Es ist nicht übertrieben dargestellt, wenn ich sage, dass der App Store bereits randvoll mit zig verschiedenen Kamera-Apps gefüllt ist. Ob für Semi-Profis, für Filter-Enthusiasten oder Foto-Fans, die manuelle Einstellungen bevorzugen – der App Store hält in dieser Hinsicht einige Kamera-Apps bereit.
Nichtsdestotrotz hat sich das Team von Not Boring Software aus Seattle in den USA dazu entschlossen, eine weitere Kamera-App in den App Store zu bringen, (Not Boring) Camera (App Store-Link). Der Titel ist schon einmal gut gewählt und dürfte so einige User neugierig machen. Der kostenlose Download der rund 113 MB großen Anwendung für iPhones und iPads kann ab iOS/iPadOS 18.0 oder neuer angestoßen werden. Nach der Installation lässt sich die App in englischer Sprache verwenden. Die Finanzierung erfolgt über ein optionales Abo, das 17,99 Euro/Jahr kostet. Alternativ gibt es auch einen Einmalkauf für 69,99 Euro.
„Verliebe dich in die Fotografie – vom Gefühl einer gut gestalteten Kamera bis hin zu den schönen Unvollkommenheiten, die dem Leben Struktur verleihen“, heißt es vom Entwicklerteam zur eigenen Kamera-App. (Not Boring) Camera lässt sich beim ersten Start der App selbst mit einigen zur Verfügung stehenden Farbvarianten individuell gestalten und benötigt im Anschluss den üblichen Zugriff auf die Kamera und die Fotobibliothek.
Eine der Besonderheiten von (Not Boring) Camera ist eine integrierte RAW-Verarbeitung, die Fotos „schneller ohne KI-Verarbeitung für natürliche Körnung, schärfere Bilder, filmähnliche Belichtungen und ohne seltsame Artefakte“ erfassen will. Die App speichert Bilder, sofern gewünscht, als Digitalnegativdatei (DNG) für die Verarbeitung in anderen Tools wie Darkroom, Lightroom oder Photoshop. Darüber hinaus wird auch eine Aufnahme in Apples ProRAW und eine Basisverarbeitung unterstützt.
Import von eigenen LUTs möglich
Um für ein echtes Kamera-Gefühl zu sorgen, kann man nicht nur das Kamera-Gehäuse manuell farblich anpassen. Laut Entwicklerteam verfügt (Not Boring) Camera über die erste vollständig in 3D gestaltete Kameraoberfläche mit dynamischer Beleuchtung, Sounds und benutzerdefinierten Haptikfunktionen. Sie sollen „das Gefühl vermitteln, eine echte Kamera in der Hand zu halten“
Zudem ist die nicht langweilige Kamera die erste Kamera-App, die Color Grading mit 3D-LUTs („Lookup Tables“) ermöglicht. Diese kommen oft in High-End-Workflows zum Einsatz, um realistische Filmsimulationen und kinoreife Looks zu erzielen. Nutzer und Nutzerinnen können hier die Voreinstellungen der Kamera verwenden, LUTs von Lieblingskünstlern hinzufügen, oder auch eigene erstellen und importieren. Vierteljährlich sollen vom Entwicklerteam neue Stile und künstlerische Kollaborationen veröffentlicht werden.
Zu den weiteren Features gehört auch eine HDR-Funktion, um den Dynamikumfang von den eigenen Aufnahmen erhöhen und zusätzliche Details in den Lichtern und Farbtiefe erhalten zu können. Neben einem Automatikmodus stellt (Not Boring) Camera auch einen manuellen Modus bereit, um die Belichtung, Verschlusszeit, ISO, den Weißabgleich und den Fokus mit Tools wie Fokus-Peaking, Histogramm und Zebrastreifen vollständig steuern zu können.
In der Premium-Version von (Not Boring) Camera, die per Abo oder Einmalkauf freischaltbar ist, lassen sich unter anderem auch Widgets für den Sperr- oder Startbildschirm sowie weitere vorhandene LUTs einsetzen. Für eine ansonsten simple Kamera-App, die einen analogen Touch verbreiten will, sind die Abo- und Einmalkauf-Preise allerdings deutlich übertrieben. Auf der Website von Not Boring Software gibt es weitere Infos zur Kamera- und weiteren Apps des Studios.


Wenn da mal nicht die Hipstamatic Pate fürs UI–Design stand…
Das habe ich mir bei der Einrichtung der App auch gedacht… 😉