App Tracking Transparency: Werbetreibende wenden sich Android zu

Preise für iOS-Werbung sind gefallen

Apple hat mit iOS 14.5 ein neues App Tracking Transparency (ATT)-Feature eingeführt, das es Nutzern und Nutzerinnen erlaubt, spezifische personalisierte Werbung von Werbetreibenden unter iOS deaktivieren bzw. ablehnen zu können. Ein Bericht der Post-IDFA Alliance zeigte bereits zwei Wochen nach der Einführung der neuen Betriebssystem-Version, dass Werbetreibende angefangen haben, mehr Geld auf der Android-Plattform auszugeben.

Ein nun erschienener Artikel des Wall Street Journals bestätigt diese Entwicklung: Die Preise für iOS-Werbung fallen weiter, während solche für Android-User und -Userinnen im Preis gestiegen sind. Im Artikel heißt es:


„Digitale Werbetreibende sagen, dass sie einen Großteil der granularen Daten verloren haben, die mobile Werbung auf iOS-Geräten effektiv machten und ihre Preise rechtfertigten. In den letzten Monaten haben Werbekunden ihre Ausgaben für iOS-Werbung viel weniger zielgerichtet eingesetzt, als dies früher möglich war, sagen Vermarkter und Ad-Tech-Unternehmen. Der Mangel an Nutzerdaten für die leistungsstarken Ad-Targeting-Tools von Facebook Inc. reduziert deren Effektivität und Attraktivität bei einigen Werbetreibenden, sagen Werbeagenturen.“

 

Die Digital-Werbeagentur Tinuiti Inc. berichtet beispielsweise, dass ihre Facebook-Kunden im Jahresvergleich für Android im Mai 46 Prozent ausgaben, während es im Juni 64 Prozent waren. Das Wachstum für iOS verlangsamte sich hingegen von 42 Prozent im Mai auf 25 Prozent im Juni. Die Preise für Android-Werbung sind laut Werbeforscher Andy Taylor zudem „etwa 30 Prozent teurer als Werbung für iOS“.

Facebook, einer der Hauptprofiteure von personalisierter Werbung, hat auf diesen Umstand reagiert und Werbetreibenden in einer E-Mail in Aussicht gestellt, auch bald kontextbezogene Werbung anzubieten. Diese berücksichtigt dann Faktoren wie die Tageszeit und angezeigte Inhalte der App, um weiterhin relevante Werbeanzeigen zu schalten. Mit der Einführung des App Tracking Transparency-Features in iOS 14.5 hat ein enormer Anteil an iOS-Nutzern und -Nutzerinnen personalisiertes App-Tracking deaktiviert, wie unter anderem eine Statistik von Flurry Analytics im Mai dieses Jahres aufzeigte.

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Kommentare 19 Antworten

  1. Eine sehr zu begrüßende Entwicklung ?. Facebook nutze ich eh so gut wie nicht mehr, da kann wegen mir irgendein neuer Algorithmus wüten und innerhalb iOS brauch ich keine personalisierte Werbung. Wenn ich was brauche, suche ich bei Idealo oder ähnlichen und gut ist. Da brauch ich die ganzen Datenwerbekraken nicht…

  2. Ich finde es auch gut! Habe selbst überall, wo bisher die Meldung aufploppte das Apptracking abgelehnt! Allerdings befürchte ich, das bestimmte Apps in Zukunft einfach sagen: Wollt ihr meine Werbung nicht, bekommt ihr halt die App nicht mehr! Bei der ein oder anderen App mit Sicherheit begrüßenswert, um andere jedoch wäre es jedoch schade! Vielleicht ist es an der Zeit das von den Werbetreibenenden mal auf neue Konzepte umgedacht wird… ?‍♂️

      1. Ich habe auch alles abgelehnt. Ich lehne auch auf jeder Webseite alles ab was ich kann, selbst wenn es permanent wieder verlangt wird.
        Wenn es mir eine App oder Seite wert ist, bezahle ich. Ich denke wenn das weiter geht, wird man endlich Mehrwert bieten müssen, welcher die Kunden überzeugt und zum Zahlen animiert.
        Wenn keiner dafür zahlen will, muss man fragen, ob das Angebot überhaupt notwendig/gewollt ist oder nur zur Gratisnutzung taugt.

  3. Soll eben die Android Plattform mit Werbung zugemüllt werden. Jeder Penny der dem Zuckerdings bei Apple fehlt ist ein Erfolg. Ich kaufe mir kein Handy um mich mit dieser Dreckswerbung zumüllen zu lassen.

    1. Die Werbung hört sich deswegen nicht auf. Sie ist nur nicht „personalisiert“. Zugefüllt wirst Du trotzdem.
      Angesehen davon kann man den nicht-personalisierten Werbequatsch, ganz sachlich betrachtet, mehr als Müll bezeichnen als den personalisierten. Nicht, dass ich ein Freund davon bin, aber rein qualitativ ist personalisierte Werbung hochwertiger, daher auch teurer. Und wenn das Geld zu Android wandert, dann bekommst Du halt aus deren Sicht schlicht mehr Müll.
      Datenschutz-technisch natürlich besser, Werbung bekommst Du trotzdem.
      Und glaub mir, wenn irgendeinem Entwickler das Geld wegbricht wegen schlechte Werbeeinnahmen, dann erhöht das schlicht die Abos.
      Tja, jetzt kann man sich überlegen welche Entwicklung die bessere ist. Ich vermute mal, Apple hat durchaus ein großes Interesse, Werbung durch Abos zu ersetzen. ?

      1. Werbung ist per se Mist, egal ob personalisiert oder nicht.
        Häufig genug gibt es die Möglichkeit, die Werbung durch eine kleine Einmalzahlung zu entfernen oder – sehr zum Nachteil der Entwickler – auf beiden Plattformen Apps bzw. Systemeinstellungen, die Werbung generell unterdrücken. Ich habe sowohl das eine als auch das andere genutzt.
        Was definitiv mit mir nicht zu machen ist, sind App-Abos. Diese Apps fliegen ganz einfach vom Gerät.

        1. Da stimme ich Dir ja zu, also zu dem Punkt, dass Werbung per se Mist ist. Aber diese Ansicht spiegelt auch nicht jede Meinung wieder. Werbung muss nicht für alle vollkommen Mist sein. Das ist aber nicht der Punkt.
          Der wesentliche Punkt ist, dass es ein Irrglaube ist, dass die Werbung zu Android wandert. Die Werbung bleibt bei iOS, sie ist schlicht nicht personalisiert. Und wenn die Einnahmen sinken, wird es zeitlich sicher auf Abos herauslaufen.
          Und unabhängig wie man personalisierte und nicht personalisierte Werbung findet, qualitativ hochwertiger und teuerer ist die personalisierte Werbung. Das ist auch am Inhalt des Artikels sichtbar.
          Also sind manche Kommentare hier inhaltlich nicht richtig. Die Werbung wird nicht weniger, nur weil weniger Werbung fließt.
          Zwei Folgen: Mehr Abos oder sogar noch aggressivere Werbung, also mehr Fullscreen oder häufigerer Werbung.
          Ob alle Apps von jedem Gerät fliegen ?

          1. Korrektur zu einem Satz:
            Die Werbung wird nicht weniger, nur weil weniger „Geld“ fließt.

          2. Es kommt bei den Abos – also ob die Apps runter fliegen – sicherlich auch auf den Preis an. 3 bis 5 Euro/Jahr sind für ausgewählte Apps bestimmt kein Problem. Bei z. B. 44 Euro für Fantastical oder über 50 Euro für PDF Expert können mich die Entwickler aber echt mal gerne haben. (Auch wenn es hier nicht um die Werbung geht.)

          3. Aber Du merkst schon an Deiner Reaktion, dass die Bereitschaft, eventuell Geld auszugeben, steigt. Und in dem Moment wo das passiert ist der eigentliche Gewinner… tada Apple. Revolutionär wie Apple das Thema verkauft.

            Nur Abos sind für Entwickler „aufwändiger“. Das bedarf einer Kundenbindung / Kundengewinnung. Werbung ist meist einfacher, um Geld zu verdienen.
            Aber egal. Wer nachher ne win/win Situation hat wird sich zeigen. AppleMail auf jeden Fall dabei 🙂
            Ich begrüße lediglich, dass ich die Wahl habe, es selbst zu entscheiden mit welcher Werbung ich zugeballert werde und muss mal schauen wie ich wann wie reagiere.

  4. Ich bezog das mit der Bereitschaft jetzt nicht so sehr auf mich. Tatsächlich wüsste ich im Moment keine App, auf die ich nicht verzichten könnte bzw. für die es keine Alternative gäbe. Ich habe, weil ich Werbung wirklich verabscheue, öfters einen Einmalbetrag zwecks Werbefreiheit gezahlt. Ein Abo um die Werbung zu entfernen? Im Leben nicht! Dann gibt es einen Permanentblocker!

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