Apple Pay: Wie funktioniert der neue Dienst eigentlich?

Gestern ist Apple Pay in den USA gestartet. Aber wie funktioniert der neue Bezahldienst und wann kommt er nach Deutschland?

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Es klingt so einfach: Man steht in einem Geschäft an der Kasse und statt das Kleingeld oder die Kreditkarte aus dem Portemonnaie zu kramen, hält man einfach sein iPhone 6 oder iPhone 6 Plus an die Kasse und bestätigt die Zahlung mit dem Fingerabdruck. Einkaufen im Apple Online Store? Ebenfalls ganz einfach per Fingerabdruck möglich. Doch was so einfach klingt, ist ein hochkomplexes System. Verträge, Kooperationen, Absprachen zwischen Apple, Banken und diversen Ketten wie McDonalds, Subway oder anderen großen Handelspartnern.


Bis man hier in Deutschland auch im kleinen „Tante Emma“-Laden um die Ecke mit seinem iPhone bezahlen kann, werden vermutlich noch etliche Jahre vergehen. Einen Termin für einen Deutschland-Start von Apple Pay hat das Unternehmen in Cupertino noch nicht bekannt gegeben. Aber immerhin haben erste potenzielle Partner, wie etwa die Sparkasse, bereits ihr Interesse bekundet. Insbesondere bei internationalen Unternehmen wie etwa McDonald’s oder weit verbreiteten Apps wie AirBnB oder Groupon könnte es am Ende aber doch schneller gehen, als man denkt.

Einrichten lässt sich Apple Pay prinzipiell auch schon in Deutschland. Dazu muss man in den iOS-Einstellungen eines iPhone 6 oder iPhone 6 Plus mit aktuellem Betriebssystem die Region auf „United States“ ändern und kann danach das Setup von Apple Pay durchlaufen. In den Touch ID Einstellungen kann Apple Pay aktiviert werden, danach können im Passbook neue Kredit- und Debitkarten hinzugefügt werden. Unterstützt werden aktuell:

  • American Express
  • Bank of America
  • Capital One Bank
  • Chase (nur Visa)
  • Citi
  • Merrill Lynch (nur Kreditkarte)
  • U.S. Trust
  • Wells Fargo

Solltet ihr tatsächlich über eine solche Kreditkarte verfügen und die Einrichtung erfolgreich komplettieren, könnt ihr direkt Shoppen gehen. Zumindest wenn ihr in den USA seid, dort wird Apple Pay zum Start in folgenden Geschäften akzeptiert: Bloomingdales, DuaneReade, Macy’s, McDonalds, Staples, Subway, Walgreens und Whole Foods. Auch die Apple Store Applikation wurde für den Einsatz mit Apple Pay vorbereitet. Weitere zukünftige Partner und Apps, die Apple Pay unterstützen wollen, haben wir am Ende des Artikels für euch zusammengefasst.

Mit dem iPad gestaltet sich das Bezahlen mit Apple Pay übrigens noch schwierig. Die neuen Modelle, die diese Woche in den Handel gekommen, unterstützen das neue Bezahlsystem zwar, allerdings liefert Apple das iPad ohne die normalerweise notwendige Passbook-Applikation aus. Stattdessen muss man sich die App des jeweiligen Geschäfts auf das iPad laden, um Apple Pay dort nutzen zu können.

Und wie genau läuft eine Transaktion mit Apple Pay nun ab? Die Einzelhandelskette Walgreens demonstriert die neue Technik in einem 45 Sekunden langen Video. Der eigentliche Bezahlvorgang via Apple Pay nimmt dabei nur wenige Sekunden in Anspruch.

So funktioniert Apple Pay an der Kasse

Diese Geschäfte planen mit Apple Pay

  • Aeropostale
  • Apple Store
  • Babies R Us
  • BJ’s Wholesale Club
  • Bloomingdales
  • Champs
  • Chevron
  • DuaneReade
  • Foot Locker
  • FootAction
  • Macy’s Nike
  • McDonald’s
  • Office Depot
  • Panera Bread
  • Petco
  • Radioshack
  • Six:02
  • Sports Authority
  • Subway
  • Texaco
  • Toys R Us
  • Walgreens
  • Wegmans
  • Whole Food Market

Diese Apps wollen Apple Pay unterstützen

  • AirBnB
  • Apple Online Store
  • Chairish
  • Disney Store
  • Fancy
  • Groupon
  • Hotel Tonight
  • Houzz
  • Instacart
  • Lyft
  • MLB.com
  • OpenTable
  • Panera Bread
  • Spring
  • Staples
  • Target
  • Tickets.com
  • Uber

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Kommentare 25 Antworten

  1. Also ich nutze schon heute das iPhone sehr gerne zum Bezahlen. Der Komfort ist super! Ich verstehe nur nicht, wieso Apple da solche Verträge abschließen muss. Ich dachte immer, das klappt auch ohne, solange das Terminal NFC unterstützt…

    1. Wie zahlst du mit dem iPhone? Du gibst also das Gerät ab? 😉

      Ernsthaft:
      Das iPhone hat kein NFC, sondern nur die Technik. Seit Montag hat es in der USA Apple Pay, was zum Kontaktieren mit der Kasse NFC nutzt, aber eine offene Schnittstelle zu NFC gibt es (zum Glück und leider – je nach Blickwinkel) nicht.
      Apple Pay ist ein von Apple entwickeltes System, was gegenüber dem Android NFC eine deutlich bessere Authentifizierung verlangt. Und genau ein kompatibles System muss bei der Kasse eingerichtet sein. Dabei spielt NFC überhaupt keine Rolle. NFC ist nur ein technischer Aspekt, der Austauschbar ist, aber da wohl mehrere Kassen schon NFC unterstützen, ist damit vermutlich die Einrichtung des Systems einfacher. Das Wort NFC wird typischerweise oft mit Technik und der Implementation der Schnittstelle mit NFC verwechselt.

  2. Das ist die Zukunft. Allerdings müssen auch die Geschäfte mitziehen. Am Ende bringt es mir nichts, wenn „nur“ die Hälfte der Geschäfte Apple Pay unterstützen und ich muss noch immer mein Kleingeld und Karten mitschleppen. Parkautomaten und Automaten generell werden hoffentlich auch noch folgen.

    1. Dann muss der IKunde eben nur dort einkaufen , wo Apple pay angeboten wird! Und da Apple Kunden meist mehr ausgeben als andere, werden die Einzelhändler dann ganz schnell merken , dass es besser für die ist, Apple pay anzubieten! 😉

      1. Apple-Kunden geben mehr Geld aus? Die Studie will ich mal sehen. Und außerdem kann man jemanden auch von seinen Ideen überzeugen, man muss nicht direkt „drohen“, dass man woanders einkauft. Und wirtschaftlich ist das erst recht nicht.

        1. Wirtschaftlich ist das wohl (0,15 Prozent die an Apple gehen sind extrem wenig, aber für Apple wird es in ein paar Jahren die Masse machen).
          Und das Apple User mehr Geld ausgeben weil sie generell wohlhabender sind, ist allgemein bekannt. Deshalb sind sie auch für Werber eine interessante Zielgruppe . Ich spreche hier von Mehrheiten, Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.

    1. Aber das iPhone hast du eh immer auf Tasche, und die Karte musst du extra mitnehmen, wenn du etwas kaufen willst. Wenn du Apple Pay nutzt bräuchtest du nur das iPhone, das du sowieso immer dabei hast! Nur blöd, wenn der Akku mal leer sein sollte 😀

    2. Es geht nicht primär um die Geschwindigkeit dabei, sondern darum, dass du deine Kreditkarte, deinen Namen, deine Sicherheitsnummer nicht mehr herausgeben musst.
      Denn all diese Dinge sieht der Händler heute noch, wenn du mit Kk bezahlst. Und er kann sie abkupfern und nochmal nutzen. Das fällt weg bei ApplePay

      1. Danke – bin ich froh, das es Menschen gibt, die sich zu einem Thema informiert haben, bevor sie darüber schreiben !
        Denn es macht wirklich Sinn wenn man das Thema kennt zu dem man sich äußert!

        Danke nochmals !

        (NICHT ironisch gemeint !!!)

        1. Es gibt dazu Infos von Apple selbst (ich kenne es bislang nur in Englisch), aber auch bereits einen Wikipedia-Eintrag (deutsch), der das grobe Konzept beschreibt. Wer sich dafür interessiert, ist dort für den Anfang sicher gut aufgehoben. Die eigene Hausbank kommt dann sicher mit weiteren Infos (evtl. Auf Nachfrage), sobald sie bei ApplePay mitmacht…

          1. Ich sehe gerade, der Wikipedia-Artikel verlinkt schön zu den weiteren Quellen, u.a. Auch bei Apple. Viel Spaß beim „schlau-machen“ 😉

          2. Danke für die Info’s …
            Nur zu hoffen, das es die Leute die sich zum Thema äußern es auch lesen 😉

        1. Klar, ich habe eine – und trotzdem erhält der Händler immer meine kompletten Daten, und wenn er die Karte umdreht (Unterschrift Check) hat er auch die zugehörige Sicherheitsnummer …

          Das dies bei Apple Pay nicht so ist, ist der größte Nutzen!

    3. Die Sicherheit und letzten Endes bestimmt auch die Haftungsfrage. Wenn dann was falsch läuft gibt’s kein Geld zurück. Ist ja schließlich so sicher und so 😉

  3. Ich sehe schon alle mosern wenn man beim Bezahlen erst mal sein Account-Passwort eingeben muss, so wie es mir im App Store auch ständig passiert. Eine App per TouchID gekauft ist hier eher die Ausnahme…

    1. Wenn man sein iDevice nicht ständig aus unerklärlichen Gründen Neustarten würde, würde TouchID auch nicht als nach dem Passwort Fragen.
      Dies nur mal so am Rande erwähnt.

      1. Wenn man längere Zeit nichts gekauft hat muss man das Passwort auch wieder eingeben. Ist mir auch schon paar mal passiert. Aber im Grunde kein wirkliches Problem;) evtl. ein 1. Welt Problem xD

  4. @Fabian:
    Bitte schreibe auch bezüglich Datenschutz, wie die Technik funktioniert.

    Kleine Informationen vorab:
    Zum Einrichten: Man scant Kreditkarte ein und verifiziert es mit der Bank. Die Bank meldet sich im System zugehörig und legt dann eindeutig das Gerät zur Kreditkarte fest. Die Kreditkartendaten werden also nicht auf dem Telefon gespeichert wegen dieser unique ID.
    Beim Kauf: Dem Händler wird eine spezielle eindeutige Nummer gegeben, die zum Kauf beim Händler berechtigt. Zum nächsten Kauf gibt es aber eine neue eindeutige Nummer.
    Damit erfährt der Händler wie mit Bargeld nicht den Namen, die Kreditkartennummer und die verwendete Bank. Dass Verkäufer dann auch nicht zufällig den Sicherheitscode sehen, ist ein weiterer Aspekt.
    Klar, Apple hat versprochen nicht aufzuzeichnen von wem wieviel Geld wohin geflossen ist. Sie versprachen bei Touch ID auch, dass die nötigen Fingerabdruckdaten das Gerät nicht verlassen können. Laut Jailbreak von iOS 7 hat sich gezeigt, dass Apple das Versprochene vermutlich nicht bricht.

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