Facebook: Bundeskartellamt verbietet Zusammenführung von Nutzerdaten aus mehreren Quellen

Das Bundeskartellamt hat dem Unternehmen Facebook und seinem sozialen Netzwerk jüngst verboten, Nutzerdaten aus verschiedenen Quellen zusammenzuführen. Laut den Geschäftsbedingungen von Facebook ist es dem Konzern erlaubt, auch außerhalb der Facebook-Plattform Daten von Usern im Internet oder in anderen Apps zu sammeln, um diese dann dem Facebook-Konto zuzuordnen. Dies gilt unter anderem für die Facebook-eigenen Dienste wie WhatsApp und Instagram. 

Diese Handlung sieht das Bundeskartellamt als verboten an und begründet dies mit den Worten:

„Künftig dürfen die zum Facebook-Konzern gehörenden Dienste wie WhatsApp und Instagram die Daten zwar weiterhin sammeln. Eine Zuordnung der Daten zum Nutzerkonto bei Facebook ist aber nur noch mit freiwilliger Einwilligung des Nutzers möglich. Wenn die Einwilligung nicht erteilt wird, müssen die Daten bei den anderen Diensten verbleiben und dürfen nicht kombiniert mit den Facebook-Daten verarbeitet werden. Eine Sammlung und Zuordnung von Daten von Drittwebseiten zum Facebook-Nutzerkonto ist in der Zukunft ebenfalls nur noch dann möglich, wenn der Nutzer freiwillig in die Zuordnung zum Facebook-Nutzerkonto einwilligt.“

Bisher ist die Entscheidung des Bundeskartellamts noch nicht rechtskräftig. Binnen eines Monats kann Facebook nun noch eine Beschwerde beim zuständigen Oberlandesgericht Düsseldorf einlegen, das dann über den Sachverhalt entscheiden würde. Sonderlich begeistert ist das große soziale Netzwerk und der Konzern, der dahinter steht, logischerweise über diese Entscheidung nicht. In einem Statement von Facebook heißt es dazu: 

„Popularität ist keine Dominanz. Das Bundeskartellamt hat in einer eigenen Umfrage festgestellt, dass über 40% der Social Media-Nutzer in Deutschland nicht einmal Facebook nutzen. Wir stehen in Deutschland in einem harten Wettbewerb, doch das Bundeskartellamt findet es irrelevant, dass unsere Apps direkt mit YouTube, Snapchat, Twitter und anderen konkurrieren.“

Facebook begründet die Zusammenführung von Nutzerdaten unter anderem mit sicherheitsrelevanten Aspekten. Die gesamte Pressemitteilung des Bundeskartellamts mit allen Details kann unter diesem Link als PDF-Datei eingesehen werden.

Kommentare 11 Antworten

    1. Stimmt. Schnell sind Behörden hierzulande nur wenn es um das zu zahlende Ticket unter dem Wischerblatt geht. Aber mal im Ernst, das ist absolut skandalös was Facebook so meint einfach machen zu können. Normalerweise müsste man diesen ganzen Facebook, Whatsapp Kram einfach abschaffen. Ich finde es unglaublich was aus dieser einstmals guten Idee geworden ist. Leider haben viel zu wenig Leute Threema.

    1. Das hast du eventuell falsch verstanden. Genau das wurde ihnen untersagt.
      Und sie dürfen dich auch nicht von der Nutzung eines Dienstes ausschließen, wenn du deine Einwilligung zur gemeinsamen Nutzung verweigerst.
      Sie müssen eine echte Wahl bieten und ein „Nein“ akzeptieren.

      1. Es gibt noch Google, welcher Dienste Anbietet. Möchtest Du etwas nutzen, wo Google dabei ist musst du zustimmen, sonst bleibst Du aus vor….. aber das weiß ja jeder!

        1. Susecom4my, das stimmt zwar, hat aber genau gar nichts mit der Feststellung des Bundeskartellamtes zu tun. Es geht ja nicht darum, dass jemand einen Dienst nutzt. Es geht darum, dass dieser Dienst Daten, die er über ANDERE Services erhält, mit deinem Account verknüpft (ohne dein Einverständnis).
          Einfaches Beispiel (hoffe ich); angenommen, Facebook böte (per bezahltem Vertrag) einen Like-Button im Kommentarbereich von Amazon an. Alleine das Vorhandensein ermöglicht es FB, die Daten der Seite zu nutzen, weiß also, welche Artikel du dir anschaust, bei welchen du auf den kaufen-Button drückst, wie lange du dir etwas anschaust, auf welche Kommentare du wie reagierst, u.s.w.
          Diese Daten nutzt FB dann, um passende Inhalte für dich auszuwählen und in deiner Timeline einzublenden. FB bestimmt damit, welche Inhalte du zu sehen bekommst und welche nicht. Das nennt man „Filterblase“, und es ist nachgewiesen, dass auf solche Art die letzten US-Wählen beeinflusst wurden.
          Noch ein Beispiel? Angenommen, du hättest einen bestimmten Fetisch und interessierst dich für entsprechende „Ausrüstung“ auf einer passenden Webseite. Da die Webseite auch über Werbung finanziert wird, gelangt Fb auch hier wieder an alle Daten auf der Webseite (dass das so einfach geht, kannst du dir in entsprechenden Foren mal selber anlesen).
          Nun blendet FB in den Timelines deiner Freunde ein, dass „susecom4my“ sich auch für diesen“buttplug“ (sorry, aber ich habe es bewusst etwas härter gewählt, um es mal etwas zu verdeutlichen, wohin das führen kann) interessiert. Na, wie toll wäre das?

          Genau um diese Berwendung „fremder“ Daten geht es. Und auch, wenn jeder weiß, das,WA,und Instagram zum FB-Konzern gehören, muss man KEINESWEGS akzeptieren, dass alle deren Daten gemischt verwendet werden. Und schon gar nicht die Daten aller anderen Quellen, an die FB ebenfalls inzwischen leicht herankommt.

          1. Danke für deine Ausführung zu FB …gut das ich kein FB/Instagram nutze, aber eben mehrere Google Dienste und NEIN, ich kann nicht nein sagen (heute früh gab es wieder so eine Zustimmung, zum Sammeln und zusammenführen wenn ich Google Suche nutze), habe den Suchanbieter gewechselt und Browser geschlossen.

      2. Wenn die Klausel in der AGB versieht: „…akzeptieren Sie die AGB, akzeptieren Sie das übergreifende Sammeln…“.

        Das wäre also dann etwa keine ausdrückliche Zustimmung, es muss ja immerhin bejaht werden?

        1. Freakymoron, verrate uns doch mal bitte, ob du überhaupt irgendetwas liest!
          Nochmal in Großbuchstaben, nur für dich;
          SIE DÜRFEN ES NICHT PAUSCHAL IN DEN AGB VORAUSSETZEN!
          Sie müssen es als Option anbieten, der du widersprechen kannst, ohne dass du dadurch von der Nutzung des Dienstes ausgeschlossen wirst. War das jetzt deutlich genug?

          Bitte informiere dich, bevor du anfängst, mit falschen Fakten zu diskutieren! Sowas nervt einfach nur.

          1. Ne, ich lese absolut nix, mach das mit purer Absicht. Nerve gerne irgendwelche Obstheinis…
            Irgendwie höre ich hier nur „mimimimi“

            Komm, kümmer dich um deine Obstbäume…

            Kannst mich auch gerne noch lauter anbrüllen – habe nie in irgendeinem Text irgendwas von Fakten in den Mund genommen. Da schieb ich mir lieber frisches Obst zwischen die Kiemen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright © 2019 appgefahren.de