FitBit Charge HR: Neues Fitnessband mit Herzfrequenzsensor und fünftägiger Laufzeit

Man könnte meinen, der Markt für Fitness-Bänder wäre mittlerweile gesättigt. Das Unternehmen FitBit hat mit seinem FitBit Charge HR nun allerdings ein neues Produkt am Markt eingeführt.

FitBit Charge HR 4

Die Auswahl an Fitnessbändern ist im Laufe der Zeit rasant angestiegen, es gibt für nahezu jedes Bedürfnis und jeden Geldbeutel das passende Produkt. Wer in diesem harten Konkurrenzkampf bestehen will, muss sich mit innovativen Features von der Masse abheben. Im neuen FitBit Charge HR setzt man dabei auf einen Herzfrequenzsensor, der direkt im Armband verbaut ist und daher die Nutzung eines zusätzlichen Brustgurtes überflüssig macht.


Erhältlich ist das FitBit Charge HR aktuell in zwei Farben und Größen, S und L in Schwarz oder Pflaume, unter anderem bei Amazon zu Preisen ab 138,79 Euro, je nach gewählter Farb- und Größenvariante. Eine Prime-Option wird derzeit leider nicht angeboten, auch die weiteren vom Hersteller angepriesenen Farben wie ein Marineblau und ein knalliges Orange werden sicherlich in den kommenden Wochen noch folgen.

  • FitBit Charge HR in Schwarz und Pflaume ab 138,79 Euro (Amazon-Link)

Die Funktionen vom FitBit Charge HR lesen sich auf den ersten Blick eindrucksvoll: Neben den typischen Aktivitäts-Features wie Kalorien-, Schritt-, Stockwerke- und Kilometerzähler zeichnet das Fitnessband auch automatisch die Schlafgewohnheiten mit Tiefschlaf- und Leichtschlafphasen auf, verbindet sich per Bluetooth 4.0 mit einem kompatiblen Smartphone, kann Workouts aufzeichnen, synchronisiert die aufgezeichneten Werte drahtlos mit der FitBit-App, zeigt die Uhrzeit, Anrufer-IDs oder Fitness-Werte auf einem kleinen OLED-Display an, kann über die integrierten Sensoren die Herzfrequenz am Handgelenk messen und verfügt über einen eingebauten Vibrations-Motor, der auch für einen stillen Alarm zum Wecken genutzt werden kann.

Herzfrequenzmessung des FitBit Charge HR ist überraschend genau

FitBit AppDie Einrichtung des Fitnessbands, das zusammen mit einem etwa 15 cm langen USB-Ladekabel geliefert wird und binnen ca. 2 Stunden voll aufgeladen ist, kann nach dem Auspacken direkt über die FitBit-App (App Store-Link), die kostenlos im App Store erhältlich ist, erfolgen. Dort lässt sich das Fitnessband dann in den Geräteeinstellungen hinzufügen und weiter konfigurieren. So gibt es beispielsweise verschiedene Optionen für die Uhrenanzeige auf dem kleinen OLED-Display. Dauerhaft mit dem iPhone verbunden sein muss das FitBit Charge HR übrigens nicht – das Band kann detaillierte Informationen von insgesamt sieben Tagen speichern, ehe man es wieder synchronisieren muss, um keine Werte zu verlieren. Die Erkennung des Fitnessbands bei geöffneter App funktionierte mit meinem schwarzen Testmodell in Größe S auf jeden Fall zuverlässig, lediglich die Synchronisation der Daten dauert bei längerer App-Abstinenz doch relativ lange.

Im Gegensatz zu Pulsgurten, die direkt an der Brust die Herzfrequenz aufzeichnen, wird immer von ungenauen Werten bei der Messung am Handgelenk gesprochen. Ich habe dieser These auf den Grund gehen wollen und das FitBit Charge HR daher bei gleichzeitiger Nutzung eines Wahoo-Pulsgurtes mitsamt angebundener Runkeeper-Fitness-App bei mehreren Spinning-Trainings genutzt. Die dabei ausgegebenen Werte waren überraschend übereinstimmend und wichen meist nur um ein bis zwei Herzschläge voneinander ab. Auch die Angleichung an ein niedrigeres Herzfrequenzniveau, beispielsweise bei zwischenzeitlichen Erholungs-Passagen, geschah schnell und fast im Gleichschritt mit dem angelegten Pulsgurt und der App.

Ein Manko des FitBit Charge HR lässt sich allerdings ebenfalls beim Sporteln ausmachen: Das Band misst zwar über die Sensoren dauerhaft die Herzfrequenz, zeigt sie aber nicht ständig auf dem kleinen Display an. So heißt es, immer wieder den kleinen seitlichen Button zu betätigen, um die Anzeige zu aktivieren. Bei einigen Tests im direkten Sonnenlicht reichte die Helligkeit des OLED-Displays zudem nicht aus, um eine gute Sichtbarkeit zu garantieren.

Das Fitnessband eignet sich nicht zum Duschen oder Schwimmen gehen

Auch für Wassersportarten oder das Duschen nach dem Workout ist das FitBit Charge HR nicht geeignet: Die Hersteller geben auf ihrer Website an, dass das Band „schweiß-, regen- und spritzwasserresistent“ ist, „jedoch nicht zum Schwimmen oder Duschen geeignet“ ist. Hier sehe ich ein großes Manko: Wenn auch keine komplette Wasserdichtigkeit gegeben ist, zumindest eine Nutzung unter der Dusche oder ein kurzes Eintauchen ins Wasser hätte ich von einem Produkt in dieser Preisklasse erwartet. Bedingt durch den Uhren-artigen Verschluss ist das Abnehmen und Anlegen des Fitnessbandes zudem des öfteren eine mühselige Angelegenheit, da sich das flexibel-weiche Gummi des Armbandes gerne widerspenstig zeigt.

Pluspunkte sammelt das FitBit Charge HR allerdings dafür beim Tragekomfort: Obwohl die elektronische Einheit samt Display sowie die Breite des Bandes mit 2,1 cm relativ dick aufträgt und das Armband aufgrund der Herzfrequenzsensoren möglichst eng am Handgelenk aufliegen soll, war das Fitnessband im Alltag kaum am Körper zu spüren. Probleme gibt es lediglich, wenn man Kleidung mit engen Bündchen an- oder auszieht: Hier sollte man Vorsicht walten lassen, um das Fitnessband nicht versehentlich abzureißen oder auszuleiern.

Im Gegensatz zu einigen Amazon-Rezensenten funktionierte auch in meinem Fall das automatische Schlaf-Tracking mehr oder weniger komplikationslos. Während einige Betroffene während der Nacht mit Abstürzen oder total falschen Werten zu kämpfen hatten, erkannte mein FitBit Charge HR meine Ruhephasen relativ eindeutig – allerdings konnte das Gerät naturgemäß nicht zwischen „im Bett liegen und lesen“ und „im Bett liegen und schlafen“ unterscheiden. Wahrscheinlich wird durch den eingebauten Gyrosensor im Fitnessband eine Änderung der Position erkannt, die dann zur Schlafaufzeichnung führt – Wunder im Sinne von minutengenauer Schlafaufzeichnung sollte man von dieser Funktion allerdings nicht erwarten.

Das Fazit für das FitBit Charge HR fällt daher insgesamt zufriedenstellend aus, eine Bestnote kann man unter den gegebenen Voraussetzungen allerdings nicht vergeben. Wünschenswert wäre eine dauerhafte Anzeige von Uhrzeit oder Fitnesswerten sowie eine gesteigerte Resistenz gegenüber Umwelteinflüssen, vor allem hinsichtlich der Wasserfestigkeit. Beim Tragekomfort, der Zuverlässigkeit der Synchronisation sowie den Möglichkeiten des aktiven Trackings spielt das FitBit Charge HR allerdings wiederum ganz vorne mit.

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Kommentare 13 Antworten

  1. Und wie läuft das messen der Aktivitäten? Ist das zuverlässig, obwohl das ganze am Handgelenk misst?
    Im Vergleich der Withings Pulse misst am Handgelenk ziemlich ungenau, wenn man rhetorisch was auf dem Kasten hat oder sitzend/stehend viel mit den Händen zu tun hat bei der Arbeit.

  2. Neu? Das Ding gibt’s doch schon seit ein paar Monaten.
    Ich habe noch den Charge ohne HR, allerdings würde ich heute zum Surge greifen.
    Vorteil, er hat GPS und ich muss das iPhone nicht bei jedem Lauf mit nehmen, außerdem werden auch SMS signalisiert.

    1. Genau das hab ich auch gedacht. Seit nem halben Jahr überlege ich mir genau das zu kaufen, weil Apple watch zu teuer, withings nicht wasserdicht/Fest ist und fitbit nur in schwarz verfügbar war. Jetzt neu ist nämlich die erweiterte Farbpalette 🙂 und der günstigere Preis anscheinend, normal Kost die nämlich 150€

  3. Kann nur vom MISFIT reden und das Teil zählt bestimmte Handbewegungen mit wie zB beim Zähneputzen mit einer Handzahnbürste, was die Sache ungenau macht. Habe das Gerät ausgemustert.

    Mein Fitbit One macht diese Fehler nicht u. zählt recht gleichbleibend.
    Zum Vergleich läuft auf dem 5S die App Schrittzähler++ “ von Aug. 14 bis heute 2024km mit dem Eierfon „.

  4. Ich hatte den Charge HR für 3 Monate.
    Das Teil kam im Februar bei Amazon raus.
    War aber nur als Übergang gedacht. Wollte eigentlich den Surge kaufen, aber als ich sah, wie dick das Teil ist, bin ich davon abgekommen und bin zum vivoactive gewechselt. Damit bin ich als Hobbyjogger absolut zufrieden. Vor allem die Laufzeit. Auf Pulsmessung kann ich verzichten.

  5. Hallo Mel. Klar sagt der Hersteller die Uhr ist nicht für duschen und schwimmen. Laut Datenblatt ist sie bis 50m wasserdicht. Man will sich aber ein Hintertürchen offen lassen wegen der Gewährleistung im Falle Wasser dringt doch ein. Apple macht das bei der iWatch genauso.

    Willst du alle Daten ablesen? Dann muss er/sie die Surge von Fitbit kaufen. Hier geht das.

    1. Spritzwasser-Dichte bis zu 5 ATM ist nicht(!) gleich mit 50m Eintauchtiefe. Ein entsprechendes ISO/IP Siegel hat das Gerät nicht erhalten. In der Spezifikation steht 1ATM und damit nur über Wasser nutzbar (um einiges empfindlicher als die auch so schon schwache Versiegelung der Apple Watch).

    2. Sorry hab das mit dem Surge verwechselte: Orginal fitbit:
      Die Surge wurde unter Bedingungen von bis zu 5 ATM getestet. Das heißt, sie kann Schweiß, Regen und Spritzwasser unbeschadet überstehen. Sie ist jedoch nicht zum Schwimmen geeignet. Du solltest die Surge auch vor dem Duschen abnehmen, da es – wie bei allen tragbaren Geräten – für deine Haut am besten ist, wenn das Armband trocken und sauber bleibt.

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