Litely: Minimalistischer Foto-Editor mit überteuerten In-App-Filter-Packs

Und schon wieder eine Empfehlung von Apple in der Rubrik „Die besten neuen Apps“ – dieses Mal ist es Litely.

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Die Universal-App ist in der Rubrik „Foto und Video“ zuhause und kann zunächst gratis aus dem deutschen App Store geladen werden. Für den Download der auch in deutscher Sprache nutzbaren Applikation (App Store-Link) sollte man etwa 15 MB an Speicherplatz auf iPhone, iPod Touch oder iPad freihalten, und zudem mindestens über iOS 7.0 oder neuer auf dem Gerät verfügen.

Die Entwickler von Litely LLC beschreiben ihr Werk, das bereits seit Anfang April im deutschen Store zu finden ist, mit zwei einfachen, kurzen Sätzen, „Dezente Farbtöne. Gelungene Fotos.“. Mit Litely soll es auf einfachste Art und Weise möglich sein, eigene Fotos mit einem neuen, aber unauffälligen Farbhauch auszustatten. 

In der Gratis-Version der App stehen dazu bereits insgesamt neun verschiedene Filter, die witzige Namen wie „Schottenkaro“ oder „Heidekraut“ tragen, bereit. Wirklich ausdrucksstark sind diese Effekte allerdings in der Tat nicht, das Wort „dezent“ in der App-Beschreibung trifft es daher ganz gut. Tippt man mit zwei Fingern gleichzeitig auf den Screen, wird eine Vorher-Nachher-Ansicht eingeblendet, mittels der man gut erkennen kann, welche Änderungen der jeweilige Filter am Bild vorgenommen hat.

Weitere Bearbeitungsmöglichkeiten in Litely lassen sich am unteren Bildschirmrand über eine Auswahl von Symbolen aktivieren. Neben klassischen Schiebereglern für Kontraste, Helligkeit, Sättigung und Vignettierung gibt es die Option, das eingepflegte Foto auf ein quadratisches Format zu beschneiden. Das war es dann auch.

In einem In-App-Store können drei weitere Filter-Packs mit jeweils zwölf Effekten zu je 1,79 Euro eingekauft werden. Bei meinen ersten Versuchen, die Vorher-Nachher-Fingergeste auf die dargestellten Beispielbilder anzuwenden, ließen sich in vielen Fällen jedoch kaum Unterschiede zu den Ausgangsbildern feststellen. Die Beschreibung „dezente Farbtöne“ ist dabei noch mehr als untertrieben – kaum sichtbar würde es besser treffen.

Somit fällt das Fazit von Litely auch durchwachsen aus. Zwar überzeugt die App mit einem sehr ansehnlichen, minimalistischen Design und schnellen Bearbeitungsmöglichkeiten, aber die von den Developern als „wunderschöne, professionell gestaltete Voreinstellungen“ angepriesenen Filter halten leider nicht im geringsten, was sie versprechen. Für kaum sichtbare und wenig spektakuläre Effekte lohnt es sich auf keinen Fall, drei Zusatzpakete im Wert von insgesamt 5,37 Euro auszugeben. Design ist eben nicht alles.

Kommentare 4 Antworten

  1. Die fotografische Qualität der App ist sehr gut. Es geht bei den veränderbaren Presets um Bildverbesserung, nicht um Matsch- und Spaßfilter.
    Aber die App scheint noch im Betastadium zu sein. Die Bedienung ist nicht überall gleich und die App stürzt ständig ab, spätestens beim Speicherversuch. Das könnte eine recht gute App werden.

    1. Naja auf Mels Urteil zu kreativen Fotoapps kann man getrost verzichten.
      Nach ihrem Artikel über vscocam und ihre Unkenntnis über die app und die Entwickler kann man sagen, danke für den Tipp aber deine Meinung interessiert mich nicht.
      Sicher hat jeder andere Ziele was er mit einer Fotoapp erreichen möchte. Wenn sie dies aber nicht objektiv beurteilen kann, sollte sie das Feld wohl jemand anderem überlassen.

      1. Ich denke, es sollte jedem klar sein, dass wir hier immer noch über Fotobearbeitung auf dem iPhone (!) reden.

        Wer sich wirklich für einen Pro hält, wird sich mit knapp 2.500 x 3.300 Pixeln aus der eigenen iPhone-Kamera und jpg (!)-Format wohl sowieso nicht abgeben, sondern seine mit der 5D Mark III geschossenen RAWs fein säuberlich in Lightroom oder Photoshop weiter verwerten.

        Wer für solche Zwecke iPhone-Apps im Wert von 5€ bis hin zu knapp 20€ (VSCO Cam) einkauft, und der Meinung ist, er habe sein jpg jetzt so viel professioneller als Nutzer anderer Filter-Apps bearbeitet – bitte. Jeder so, wie er mag.

        Da wir hier aber den gemeinen iPhone-Nutzer ansprechen, der für gewöhnlich seine Snapshots kreativ aufhübschen, mit Effekten und Rahmen versehen sowie ggf. etwas zuschneiden oder farblich anpassen möchte, um diese dann als kleinen Ausdruck zu präsentieren oder in sozialen Netzwerken hochzuladen, gibt es für genau diese Zielgruppe Apps mit einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis.

        Aber warum muss ich mich hier überhaupt rechtfertigen…? 😐

      2. Ich zähle mich zu der Sorte Fotograf, den Mel in ihrem Kommentar beispielhaft verwendet hat (mit ESO 5D Mark III und Creative Cloud Mitglied) und ich kenne die fotografische Arbeit von Mel seit vielen Jahren und weiß daher zu sagen, dass sie eine äußerst talentierte Fotografin ist mit Blick für das Detail und einem sagenhaften Verständnis für Bildkomposition. Ich nehme an, dass das für Sie nicht zutrifft, denn sie vermuten ins Blaue hinein: „…ihre Unkenntnis … über die Entwickler“.
        Ich kenne VSCO sehr genau und daher vermute ich ebenso mal ins Blaue, dass Sie irgend etwas mit der Firma zu tun haben, anders kann ich mir nicht erklären, weswegen Sie die Produkte dieses Herstellers so sehr schätzen. Ich schätze wiederum meinen nüchternen Verstand und würde niemals $ 120 für 10 LR Presets (!) ausgeben, das ganze mit fünf multipliziert (da es fünf Sets gibt) und dann das ganze noch einmal für Adobe Ligthroom und für ACR extra.
        Es gibt so gut wie kein Plug-in für die Adobe Creative Cloud, dessen Kunde ich bin, welches ich nicht kenne und auch habe. AlienSkin Exposure 5 hat die Original-Filme, die sie in ihrem Plug-in verwenden allesamt enthalten, was VSCO eben nur als Preset anbietet. Für alle, die nicht wissen was ein Preset ist: Die Entwicklungseinstellungen kann man als sog. Preset speichern, es ist also nichts weiter als das Abspeichern von Regler-Einstellungen. Das heißt ihm Umkehrschluss, dass die „Filme“ in VSCO durch Regler-Einstellungen emuliert werden und nicht wie bei AlienSkin digitalisiert wurden. Ein Hersteller, der für sagenhaft teueres Geld so etwas verkauft, ist meinen Augen ein Bauernfänger.
        Nichts desto trotz schätze ich den hohen Sachverstand von Mel was Fotografie anbetrifft sehr hoch ein und wenn sie eine App für gut oder nicht so gut gelungen hält, dann bin ich in all den Jahren noch immer gut gefahren mit ihrem Rat.
        Ihren Kommentar zu Mels Artikel ist das, was man getrost vergessen kann.

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