Mit Eney bringt MacPaw, das Team hinter der Software-Sammlung SetApp, einen neuen KI-Assistenten für Mac und iPhone an den Start. Die Idee dahinter: Statt nur auf Eingaben zu reagieren, soll die Software erkennen, womit Nutzer und Nutzerinnen gerade arbeiten, passende nächste Schritte vorbereiten und lästige Routineaufgaben abnehmen. Dafür berücksichtigt Eney den Kontext aus Apps, Dateien und Systemfunktionen. Ganz ohne Kontrolle durch die User geht es aber nicht: Bevor die KI beispielsweise Nachrichten verschickt, Termine ändert oder Dateien verschiebt, fragt sie nach.
Auf dem Mac bringt Eney eine Reihe praktischer Funktionen mit. Kopiert man Text, kann die App passende Vorschläge für die Weiterverarbeitung machen. Auch Besprechungen lassen sich transkribieren und automatisch mit Notizen und möglichen Folgeaufgaben ergänzen, ohne dass dafür ein zusätzlicher Bot am Meeting teilnehmen muss. Vorgefertigte Workflows wie „Morning Brief“ und „Plan My Day“ sollen außerdem dabei helfen, den Tag zu strukturieren. Damit zielt MacPaw vor allem auf Personen, die im Arbeitsalltag zwischen vielen Anwendungen wechseln und ihre Aufgaben möglichst effizient erledigen möchten.
Eine besonders interessante Funktion ist der sogenannte „Eney Wand“, der sich mit der Tastenkombination Option-W aufrufen lässt. Nutzer und Nutzerinnen ziehen einfach Inhalte darauf, die anschließend von der KI verarbeitet werden. Das kann beispielsweise eine Übersetzung, eine Preisumrechnung oder die Umwandlung eines Textes in einen Kalendereintrag sein. Auch Text aus Bildern lässt sich extrahieren. Zusätzlich behält Eney den Zustand des Macs im Blick und meldet sich bei Problemen wie knappem Speicherplatz, hoher Speicherauslastung oder abstürzenden Apps.
Viele bekannte Apps lassen sich verbinden

Damit Eney möglichst viel Kontext erhält, unterstützt die Software zahlreiche Dienste. Apple Mail, Kalender und Erinnerungen lassen sich direkt anbinden. Darüber hinaus sind Verbindungen zu Gmail, Google Kalender, Google Drive, Slack, Notion, Jira und Linear vorgesehen. Damit deckt der Assistent sowohl klassische Büroaufgaben als auch die Zusammenarbeit in Teams und das Projektmanagement ab. Die Integration soll es ermöglichen, Informationen aus unterschiedlichen Anwendungen zusammenzuführen und daraus konkrete Handlungsvorschläge abzuleiten, ohne dass Nutzer ständig zwischen den einzelnen Apps hin- und herwechseln müssen.
Eney ist das erste Produkt, das auf MacPaws eigenem KI-Stack basiert. Dazu gehört auch die Speicherschicht „Mnemos“, die laut Unternehmen ausschließlich den internen Speicher von Eney verwaltet und keine Nutzerdateien liest oder verändert. Für den Mac steht die Anwendung über die offizielle Website zum Download bereit. Voraussetzung sind ein Mac mit Apple Silicon-Chip und mindestens macOS 15. Zum Einstieg gibt es eine kostenlose 14-tägige Testphase mit 10.000 KI-Credits. Danach stehen drei kostenpflichtige Pakete zur Auswahl: Starter mit 10.000 Credits für 14,99 US-Dollar im Monat, Boost mit 25.000 Credits für 29,99 US-Dollar und Power mit 50.000 Credits für 49,99 US-Dollar monatlich.
Neben der Mac-Version gibt es auch eine rund 263 MB große Begleit-App für das iPhone (App Store-Link), die ab iOS 26.0 oder neuer nutzbar ist. Bei der Nutzung auf dem Mac unterstützt Eney die Anmeldung mit einem Setapp-Konto, eine aktive Setapp-Mitgliedschaft ist dafür laut MacPaw jedoch nicht notwendig. Auf dem iPhone sieht die Lage weniger eindeutig aus: Die App-Beschreibung richtet sich an aktive Setapp-Mitglieder. Ob und unter welchen Bedingungen sich Eney mobil unabhängig von Setapp nutzen lässt, bleibt damit zunächst offen. Weitere Informationen zu Funktionen, Verfügbarkeit und Tarifen stellt MacPaw auf der offiziellen Eney-Website bereit.
