May the 4th be with you: So entstehen die Kult-Sounds der Star Wars-Filme

Team von Skywalker Sound berichtet über kreative Prozesse

Alle Star Wars-Fans wissen heute, was los ist: „May the 4th be with you“ oder auch „Möge die Macht mit dir sein“. Der 4. Mai jedes Jahres ist traditionell großer Star Wars-Feiertag und wird von Fans aus aller Welt gebührend zelebriert. Auch Apple hält sich nicht zurück und liefert im Zuge dessen eine interessante Hintergrund-Story über das Team von Skywalker Sound, die hinter den weltweit bekanntesten Geräuschen für Filme wie Star Wars und Indiana Jones stecken.

Die sogenannte Skywalker Ranch liegt in der zerklüfteten Landschaft von Nicasio in Kalifornien, die gerade einmal knapp tausend Einwohner und Einwohnerinnen zählt. In dieser abgelegenen Ecke sieht man sich aber mit nahezu unbegrenzten Möglichkeiten konfrontiert, denn hier entsteht auf der riesigen Anlage im Besitz von George Lucas, dem Schöpfer des epischen Star Wars-Universums, kultiger Sound für die Star Wars- und Indiana Jones-Filme.


Das wichtigste Standbein der Ranch ist Skywalker Sound, eine Einrichtung der Extraklasse für Sounddesign, Schnitt, Mischung und Audio-Postproduktion. Der rund 14.000 Quadratmeter große, rote Backsteinbau, der von Weinbergen und dem künstlich angelegten Ewok-See umgeben ist, steht wie ein Denkmal für die von Lucas oft wiederholte Maxime, dass der Ton mindestens 50 Prozent des Filmerlebnisses ausmacht. Das Soundminer Soundbibliothek-System, das eine nahezu poetische Suche nach Schlüsselwörtern ermöglicht, umfasst die ständig wachsende Bibliothek von Skywalker Sound mit fast einer Million Sounds.

Im riesigen Wust von technischen Gerätschaften und Kabeln werkeln auch zahlreiche Macs. „Als Kreative wollen wir nicht, dass die Technologie uns ausbremst“, berichtet Tonmeister Ryan Frias. Im zentralen Maschinenraum von Skywalker Sound befinden sich daher 130 Mac Pro-Racks, 50 iMacs, 50 MacBook Pro und 50 Mac mini-Rechner, auf denen Pro Tools als Hauptaudio-Anwendung läuft, und die alle per Fernzugriff an die zentrale Quelle angeschlossen sind. Zudem verfügt das Studio über eine Flotte von iPad-, iPhone- und Apple TV-Geräten. Dabei können aber auch ältere Geräte oft hervorragende Dienste leisten, wie Tonmeister und Sounddesigner Al Nelson berichtet.

„Ich liebe glückliche Zufälle und ich liebe es, mit Technologien zu brechen und unerwartete Ergebnisse zu erzielen. Ich liebe es, mit digitalen Systemen zu spielen, die falsch getaktet sind, das heißt, die Art und Weise, wie die Bits fließen. Es ist kaputt, es klingt wie schlechtes Radio. Ich habe ein sehr altes PowerBook, auf dem eine bestimmte alte Software installiert ist, die ich gerne benutze. Ich kann Aufnahmen einspeisen und sie digital zerhacken.“

Zudem wissen die Kreativen von Skywalker Sound nie, wann einen die Inspiration trifft. Ein Bauunternehmer, der gewusst hat, dass Ben Burtt, Sounddesigner der Original-Star Wars-Filme, immer auf der Suche nach einzigartigen Klängen ist, hat einmal angerufen, um zu sagen, dass er einen seltsamen, kaputten Deckenventilator in einer Wohnung gehört hatte, die er gerade renoviert hat. Burtts Aufnahme der wackelnden Flügel verwandelte sich später in das bedrohliche Geräusch der Lasertore, die Qui-Gon Jinn und Darth Maul während des dramatischen Lichtschwertduells in „Star Wars: Episode 1 – Die dunkle Bedrohung“ kurzzeitig voneinander trennen.

Mobile Geräte wie das MacBook Pro helfen den Kreativen zudem bei der Erstellung von Außenaufnahmen in der Natur. Die leitende Tonmeisterin Baihui Yang erklärt dazu:

„Wir können die Pro Tools-Sessions mit nach draußen nehmen und beobachten, aufnehmen und schnell zusammensetzen, um zu testen, ob es funktioniert oder nicht. Wenn man alle Aufnahmen zurück ins Studio bringt, weiß man nicht, ob man den richtigen Moment verpasst hat.“

Grundsätzlich sieht man bei Skywalker Sound eine gewisse Musikalität in der Außenwelt. Al Nelson wählt dazu diese Beschreibung:

„Wir sind alle Musiker — entweder buchstäblich Musiker oder aber Musiker des Sounds. Alles ist ein klanglicher Ansatz oder Orchestrierungsansatz. Man kann nicht einfach Geräusche auf die Leinwand werfen; man muss unterschiedliche Facetten artikulieren und auswählen, so als würde man etwas Symphonisches orchestrieren.“

Die spannende Sounddesign-Arbeit des Skywalker Sound-Teams lässt sich auch im Bewegtbild entdecken. Apple hat dazu ein interessantes Video veröffentlicht, das wir euch als YouTube-Clip unter dem Artikel eingebunden haben. In den knapp 17 Minuten erfahrt ihr mehr über die künstlerischen Prozesse, ehe der perfekte Klang geschaffen wurde. Die Kurzdoku kann in englischer Sprache mit optionalen englischen Untertiteln abgerufen werden.

Fotos: Apple.

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