Telekom und Vodafone: LTE-Kapazitäten werden nachts reduziert

"Nachhaltigkeit und Klimaschutz"

Eigentlich sollte man davon ausgehen, dass Mobilfunk-Nutzern und -Nutzerinnen zu jeder Tages- und Nachtzeit die gleichen Kapazitäten im Netz zur Verfügung gestellt werden. Offenbar ist dies jedoch nicht so. Die Deutsche Telekom und auch Vodafone haben bestätigt, dass nachts Ressourcen der eigenen LTE-Netze abgeschaltet und flexibel wieder zugeschaltet werden. Dies würde laut Telekom-Sprecherin Anne Geelen aus Gründen der „Nachhaltigkeit und Klimaschutzes“ geschehen.

„Wir schauen uns daher sehr genau an, wo wir temporär und selektiv Ressourcen aus dem Netz nehmen können, ohne dass es zu Qualitätseinbußen für unsere Kunden kommt.“

So erklärte die Telekom-Sprecherin auf Anfrage des Online-Magazins Golem diesen Vorgang. Dieses Ressourcen-Management stelle auch sicher, „dass bei steigenden Anforderungen die Kapazitäten automatisch wieder zugeschaltet werden“. Einem Nutzer des Online-Portals Teltarif war aufgefallen, dass eine Basisstation in Berlin nachts regelmäßig die 4G-Kapazität reduziert.


„Den Angaben zufolge standen tagsüber zwei LTE-Träger im Frequenzbereich um 1.800 MHz zur Verfü­gung, mit 20 MHz und einmal mit 10 MHz Bandbreite. Mit Carrier Aggregation wurden beide Träger tagsüber gemeinsam genutzt. Nachts sei der 20 MHz Träger weiterhin aktiv, nicht aber der zusätzliche 10-MHz-Träger, so dass Carrier Aggregation nicht mehr geschaltet sei.“

So heißt es im Artikel von Golem. Auch die Konkurrenz von Vodafone bedient sich solcher Vorgänge, um Energie zu sparen. Teltarif-User hatten diesen Umstand ebenfalls bemerkt und eine Abschaltung von Carriern zwischen 0 und 6 Uhr erlebt. Vodafone-Sprecher Volker Petendorf konnte dies bestätigen: Nicht benötigte Kapazitäten des Netzes würden nachts im Zuge des Umwelt- und Klimaschutzes deaktiviert werden.

Habt auch ihr schon in der Nacht ähnliche Erfahrungen im LTE-Netz gemacht, oder sind euch andere Unregelmäßigkeiten bei eurem Mobilfunk-Provider aufgefallen? Wir sind gespannt auf eure Kommentare.

Anzeige

Kommentare 20 Antworten

  1. Wie toll, dass mittlerweile alles mit Corona, Datenschutz oder Umweltschutz begründet wir.
    Unterm Strich geht es doch einfach nur um Kosteneinsparungen, denn auf die Menge der installierten Hardware macht sich das bezahlt.
    Der Umweltschutzaspekt ist nachts eher kontraproduktiv, da es nachts oft ein Überangebot an Strom gibt, was man sehr gut am Börsenpreis sehen kann.

      1. Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei der Anforderung eines Users dynamisch zugeschaltet wird.
        Außerdem ist das Einsparen von Strom, der sowieso produziert wird bzw. sogar produziert werden muss, wahrscheinlich kontraproduktiv. Natürlich im Ganzen gesehen, nicht für den einzelnen Betreiber.

        1. @michael: Ein einzelner Nutzer lastet die BST nicht aus ?
          Stromverbrauch ist übrigens nicht der einzige Aspekt in Bezug auf Umweltschutz.

        2. Die Kapazität und die dem User zur Verfügung stehende Bandbreite sind aber auch nicht das selbe. Statt zB. 100Mbit/s für 500 Verbindungen gibts also nur noch 100Mbit/s für 50 Verbindungen. Da merkst du wohl nichts von.

        3. Der Strom wird doch nicht produziert wenn er nicht benötigt wird, die Menge im Stromnetz muss immer konstant bleiben, sonst funktioniert es nicht. Z.B. sind Gaskraftwerke sehr flexibel und werden abgeschaltet oder runtergeregelt, wenn der Strom nicht benötigt wird. Wäre ja auch Quatsch für be kraftwerksbetreiber die Rohstoffe zu verbrennen, also Geld auszugeben, wenn den Strom dann keiner abkauft.

          Also durchaus eine gute Idee, aber natürlich spart es ihnen Geld und ist nicht nur aus Klimagründen.

  2. Normal, würde ich sagen. ECO-DECT macht es ähnlich.

    Was mich in dem Zusammenhang ärgert: Wenn in Deutschland das Handy von 4G auf 3G oder von 3G auf 2G zurück schaltet, kann es bei laufendem Gespräch nicht zurück. Ist man durch einen Tunnel gefahren und das Handy auf 2G gesprungen, muss man erst das Gespräch beenden, selbst wenn es danach wieder hervorragendes 4G gäbe.

    Dass es auch wieder hoch gehen kann, weiß ich erst, seitdem ich vor 6 Jahren mal dienstlich in der Schweiz unterwegs war. Saß da im Zug und das Handy ist während eines laufenden Gesprächs die ganze Zeit munter zwischen 4G, 3G und 2G hin und zurück gesprungen, je nachdem was gerade am besten reinkam.

      1. @nathanel: Das funktioniert sehr gut und die 2/3/4G-Standards geben es auch her. Nur haben es die deutschen Mobilfunknetzbetreiber nicht implementiert. Willkommen im Neuland.

  3. Das macht Vodafone auch mit ihrem normalen Kabel-Internet. Da wird abends, bzw. nachts auch alles gedrosselt, damit es bei den Kunden zu Verbindungsabbrüchen kommt. Das können die gut ??

  4. Brut-Marketing zur Aufrechterhaltung der Nachfrage um das einzig Nachhaltige dabei zu erzielen, nämlich den Kunden zu suggerieren das er dann einen anderen Tarif benötigt. Geiler Trick, kannte ich noch nicht. Bei meinem 1&1 Vertrag konnte ich mittels App Usage und als Kontrolle die 1&1 App selbst bisher nichts an Abweichung feststellen. Klasse Artikel & Top Info!

    1. @deep: Deinen Beitrag verstehe ich auch nach mehrmaligem Lesen nicht.
      Warum sollte man als Kunde auf die Idee kommen, man bräuchte einen anderen Tarif benötigen, nur weil nachts die (ohnehin ungenutzte) Kapazität gedrosselt wird, was der Kunde gar nicht bemerkt? Das ergibt doch gar keinen Sinn.

      1. Menschen die nachts nicht schlafen sondern arbeiten?! Hör auf!!! Die armen Säue könne dann nicht arbeiten weil die böse Tcom und VF den Strom abstellen… schon bitter…

    1. Finde das immer gut das man von sich selbst auf andere schließt, selbst wenn ein großer Teil der Bevölkerung nachts im Bett liegt gibt es auch einen großen Teil der nicht nachts im Bett liegt.
      Man kann doch nicht immer sich selbst als Maßstab nehmen wie andere zu leben haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright © 2021 appgefahren.de